Samstag, 19. März 2016

Artikel: Etwas zum Taiji-Prinzip und das Leiten von Energie


von Sören Aissen

Wenn wir von Taiji-Prinzip reden, so reden wir von Yin und von Yang. Oft hört man zum Thema Taiji-Prinzip: Der Körper muss gelöst sein und entspannt, das Schwere muss nach unten sinken und das Leichte nach oben steigen. Der Körper muss entsprechend der Wai San He, der äußeren drei Harmonien, miteinander verbunden sein und eine Einheit bilden. Entsprechend steht in den alten Texten: Bewegt sich ein Teil, bewegt sich alles, steht ein Teil, so steht der ganze Körper.




All das ist richtig und man könnte noch viel mehr Punkte aufzählen, so zum Beispiel die wichtigen Punkte zum korrekten Stehen. Aber all dies ist nicht das Taiji-Prinzip so wie ich es verstehe, sondern lediglich eine Voraussetzung dazu, dieses zu erlernen. Die oben genannten Punkte finden sich in jeder funktionierenden Kampfkunst. Auch die Spiralbewegungen, welche im Taijiquan eine sehr wichtige und tragende Rolle spielen, finden sich in anderen Kampfkünsten. Kein einziger Hebel oder Wurf würde ohne diese funktionieren.

Im Taijiquan bewegen wir nicht einfach unseren Körper mit Spiralbewegungen, wir leiten Energien in Spiralen durch unseren Körper und lassen somit diese Spiralbewegungen entstehen! Taijiquan bedeutet also: Entsprechend der Energien Yin und Yang zu handeln und sich entsprechend dieser Energien zu bewegen, bzw. die äußere Bewegung aufgrund der Energien im inneren entstehen zu lassen.

Wirkt eine Kraft von außen auf mich, so ist dies in der Regel mehr oder weniger Yang aus dem Blick dessen, der diese Kraft auf mich wirken lässt. In dem Moment aber, in dem das Yang des Gegners, bei einem Schlag zum Beispiel, in meinen Körper – etwa durch den abwehrenden Arm, aufgenommen wird und von dort Richtung Zentrum läuft (oder entsprechend daran vorbei geleitet wird), ist diese Kraft für mich also Yin. Das heißt: Die Yang Energie des Gegners ist hier meine Yin Energie und umgekehrt.

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