Dienstag, 11. Oktober 2016

Buch: Zhuangzi - Einige unnütze Gedanken

Liebe Freunde des Tai Chi Chuan,

lange Zeit habe ich gezögert, mich an den Zhuangzi zu wagen. Ich wusste nicht, ob ich ihm gerecht werden kann. Dabei ist Zhuangzi doch so essentiell für die chinesische Kampfkunst im speziellen und die chinesische Lebensart im allgemeinen.

Dann habe ich es einfach gewagt und vor Begeisterung gleich so einige Nächte mit ihm verbracht - danach lief es ganz von alleine - ich konnte kaum aufhören.

Jetzt ist das Buch fertig. Es liegt hier in meiner Hand und ich werde gleich noch einmal reinschauen - mit einer warmen Decke, einer Tasse Tee und etwas Schokolade. Vielleicht macht ihr ja mit.




Bestellen: hier

Inhalt:

- Zur Entstehung des Kosmos
- Zum Dao
- Das Qi
- Nicht-Handeln
- Von der Erkenntnis der Nicht-Erkenntnis
- Das Dao suchen
- Meditation
- Atemübungen
- Müheloses Agieren
- Den Körper bewahren
- Sein Leben leben
- Vom Nutzlosen
- Und wo bleibt die Moral?
- Der Herrscher
- Der wahre Mensch
- Zum Tod


https://www.amazon.de/Das-Dao-Zhuangzi-unnütze-Gedanken/dp/1539378241/

Dienstag, 4. Oktober 2016

Info: Neues Buch

Mitte Oktober soll ein neues Buch kommen - etwas Arbeit wartet noch.

Gruß an alle --- Martin


Mittwoch, 10. August 2016

Kleiner Gedanke: Zur Strategie des Pushhands


von Martin Bödicker

Folgenden Ablauf beim Pushhands mit Ma Jiangbao habe ich immer und immer wieder beobachten können:

Ma Jiangbao gelang es relativ schnell, eine stärkere Position als sein Partner zu erlangen. Durch ein kraftvolles Vordringen mit an oder ji hätte er den Partner nun von den Füßen heben können.

Aber genau das tat er nicht.

Obwohl er im Vorteil war, wich er mit zurück. Der Partner verlor daraufhin seine Struktur und Ma Jiangbao konnte ihn mit geringem Aufwand aus dem Gleichgewicht bringen.



Foto: Manos Meisen


Diese Strategie, auch als Stärkerer nicht sofort zuzuschlagen, ist sicherlich keine Erfindung von Ma Jiangbao. Sie ist vielmehr ein generelles Konzept in der chinesischen Strategemik. Man findet sie z.B. in den Einhundert militärischen Strategien des Liu Bowen sehr schön formuliert - eine Sammlung, die ich gerade für euch übersetzt habe:

Stärke

Ist man beim Kampf mit einen Feind zahlreicher und stärker,
sollte man den Feind zum Angriff verleiten,
indem man sich ängstlich und schwach zeigt.
Rückt der Feind dann leichtsinnig vor,
kann man ihn mit Elitetruppen angreifen und schlagen.
In der Kunst des Krieges heißt es:

Fähig sein, aber unfähig erscheinen.





Mehr Info zum Buch (6,10 Euro): hier


Wie oft sieht man auf Youtube-Clip einen Tai Chi'ler einen unterlegenen, aber noch strukturell stabilen Partner mit einem heftigen Fajing durch die Gegend werfen. Sicherlich eine hervorragende Technik, aber mich hat das irgendwie nie ganz überzeugt. Die wahre Faszination des Tai Chi Chuan liegt für mich gerade in der Anwendung der obigen Strategie:

Auch gegen einen unterlegenen Partner nicht sofort aktiv werden,
sondern ihn erst aus der Reserve locken
und ihn zu einer eigenen Aktion verleiten.
Dann ist es umso leichter ihn aus dem Gleichgewicht zu bringen.


Hier finden sich in besonderen Maße die Ideale der Ruhe und der Leichtigkeit des Tai Chi Chuan und man vermeidet auch jedes Risiko, sich in einer Auseinandersetzung zu früh zu weit vorzuwagen.

Montag, 8. August 2016

Interview mit Foen Tjoeng Lie über Taijiquan & Qi Gong in Deutschland und das tägliche Üben

Aus dem Interview von Angelika Fritz

Du lebst und unterrichtest ja schon lange in Deutschland, was hat sich denn in den letzten Jahren besonders verändert?

Im 90er Jahrzehnt des letzten Jahrhunderts hat Qigong und Taijiquan an Popularität und Verbreitung rasch zugenommen. In diesem Zeitraum entstanden viele Schulen und einzelne FachkollegInnen, die Qigong und Taijquan im Verein, über die VHS oder auf eigene Rechnung unterrichten. Seit einigen Jahren hat dieser Boom merklich nachgelassen. Jedoch gibt es immer noch genug InteressentInnen, die Qigong und Taijiquan erlernen wollen, um die eigene Gesundheit zu optimieren und mitunter auch um Meditation zu praktizieren.




Eine Entwicklung, die ich als Unterrichtender beobachtet habe, ist die abnehmende Bereitschaft, Qigong und Taijiquan über Jahre hinweg regelmäßig und ernsthaft zu erlernen und zu üben. Einige denken, man braucht nur einmal in der Woche zu einem Kurs von vielleicht 90 Minuten zu kommen und mitzumachen. Sie erwarten, dass man dann die Wirkung auf die Gesundheit oder Entspannung schon merken müsste. Und einige besuchen einen Kurs nach dem anderen, ohne die gelernten Übungen zu Hause weiter zu praktizieren.

Mehr: hier

Sonntag, 24. Juli 2016

Buch online: Unter der Oberfläche der Klassiker des Tai Ji Quan


Hier finden Sie eine deutsche Übersetzung der Taijiquan Klassiker. Dr. Tao Ping Siang hatte die Taijiquan Klassiker für seine westlichen Schüler in die Englische Sprache übersetzt. Das erste Buch mit den chinesischen Orginaltexten erschien 1966 in Taiwan.




Ich hatte die große Ehre für meinen zweiten Lehrer das Buch auch auf Deutsch zu veröffentlichen. Mit Hilfe von Detlef Klossow (Übersetzung Englisch – Deutsch) wurde das Buch „Unter der Oberfläche der Klassiker des Tai Ji Quan“ 2000 veröffentlicht. Dr. Tao ist im Dezember 2006 in Columbus, Ohio verstorben. Der Erbe von Dr. Tao, Dr. Shan-Tung Hsu hat mir großzügiger Weise die Erlaubnis zu Veröffentlichung der deutschen- und englischen Texte auf Taiji Forum gegeben. Shan-Tung Hsu sagte:

„Gerne stimme ich der Veröffentlichung zu. So können Taijiquan Liebhaber auch in Zukunft aus Dr. Taos Arbeit einen Nutzen ziehen.“

Mehr: hier

Dienstag, 24. Mai 2016

Text: Zur Härte des Generals


Aus: Das Dao des Generals




Für den guten General gilt:

Seine Härte darf nicht brechen.
Seine Weichheit darf sich nicht auflösen.

Daher, mit dem Schwachen das Starke kontrollieren.
Mit dem Weichen das Harte kontrollieren.

Nur weich oder nur schwach – diese Kraft muss erlöschen.
Nur hart oder nur stark – diese Kraft muss vergehen.

Nicht nur weich und auch nicht nur hart –
die Vereinigung beider, das ist das ewige Dao.


Dienstag, 10. Mai 2016

Buch: Das Dao des Generals


Liebe Freunde des Tai Chi Chuan,

die alten Meister des Tai Chi Chuan standen schon immer in engem Kontakt zum Militär, wenn sie nicht sogar selber im Militär dienten. So wundert es nicht, dass auch ihre Schriften immer wieder von Fachwörtern und Ideen aus diesem Bereich durchdrungen sind. Ein Satz hat mich immer wieder fasziniert:

In Übereinstimmung mit dem Gegner sein -
die Umwandlung erscheint so unglaublich.


Dies ist eine direkte Entlehnung aus der Kunst des Krieges des Sunzi. Auch an den folgenden Satz bin ich oft hängen geblieben:

Das Herz/Bewusstsein ist der Befehlshaber,
das Qi ist die Flagge und Taille ist das Banner.


Hier wird die Organisation von Körper und Geist mit der Organisation einer Armee verglichen. Die Armee als Makrokosmos ist das Vorbild für den Körper des Kämpfers, welcher der Mikrokosmos ist. Dann bin ich über das Dao des Generals von Zhuge Liang, einen Text zur militärischen Führung und Strategie gestolpert und habe ihn übersetzt.




Bestellen (6,10 Euro inkl. Versand): hier

Im Dao des Generals wird der General als das entscheidende Element der Landesverteidigung vorgestellt. Er ist ein großer Stratege und als Befehlshaber das moralische Vorbild seiner Offiziere und Soldaten. Er ist in der Lage, fähiges Personal auszuwählen und seine Führung bis in die untersten Mannschaftsgrade durchzusetzen. Es kennzeichnen ihn eine große Strenge, Klugheit und Integrität, eine tiefe Einsicht in die Gedanken des Feindes und es ist ihm bewusst, dass auch eine starke Armee durch scheinbar kleine Fehler schnell besiegt werden kann.

Ein Kennzeichen des Dao des Generals ist es, dass hier wesentliche Gedanken der chinesischen Philosophie zu einem neuen Ganzen verschmolzen und auf die militärische Führung und Strategie übertragen werden. So entspricht der General und letztlich seine Armee ganz den Idealen des alten China.

Sowohl inhaltlich, als auch bezüglich der Fachwörter und der Verschmelzung der großen Philosophien finden sich parallelen zur alten Tai Chi-Literatur und lassen diese durch einen größeren Zusammenhang besser verstehen. Wer schon einmal einen Kodex der Tai Chi-Familien studiert hat, wird hier einiges wieder finden können. Sowohl für den General und seine Offiziere und Soldaten, als auch für den Tai Chi-Meister und seine Schüler stellt die moralische Entwicklung die Grundlage des Kampfes dar.

Darüber hinaus offenbaren sich viele neue Einsichten zur militärischen Führung und Strategie im alten China - Einsichten, die vielleicht auch auf andere Bereiche der Menschenführung übertragen werden könnten.

Inhalt:
- Einleitung
- Militärische Autorität
- Missstände vermeiden
- Das Wesen des Menschen erkennen
- Talentierte Generäle
- Einsatzmöglichkeiten von Generälen
- Zu verachtende Generäle
- Die Entschlossenheit des Generals
- Hervorragende Fähigkeiten des Generals
- Zur Härte des Generals
- Arroganz und Geiz beim General
- Zu den Stärken des Generals
- Truppen aussenden
- Talentierte auswählen
- Vom klugen Einsatz der Armee
- Die Truppen nicht ins Feld führen
- Gebote für den General
- Militärische Vorbereitungen
- Ausbildung und Training
- Missstände in de Armee
- Vertraute
- Worauf es zu achten gilt
- Formen von guten Gelegenheiten
- Schwere Strafen
- Der hervorragende General
- Einsichten
- Militärische Einflüsse
- Sieg und Niederlage
- Autorität verleihen
- Die Toten betrauern
- Drei Gäste
- Aktionen
- Möglichkeiten
- Gute Gelegenheiten nutzen
- Stärken abschätzen
- Leichten Herzens in den Kampf ziehen
- Der Einfluss des Terrains
- Emotionale Einflüsse
- Was den Angriff beeinflusst
- Geordnete Truppen
- Offiziere begeistern
- Erstrebenswertes
- Das Dao des Krieges
- Harmonie zwischen den Menschen herstellen
- Das Wesen ergründen
- Das Wesen des Generals
- Große Autorität

Donnerstag, 5. Mai 2016

Kleine Einsicht: Vom Stolpern




Im Dao als Quelle (mehr Info hier) findet sich folgender Absatz:

Ein guter Schwimmer wird letztlich ertrinken.
Ein guter Reiter wird letztlich vom Pferd fallen.

Weil sie ihre Kunst zu sehr lieben,
werden sie Unglück über sich bringen.



Hier findet sich anschaulich die daoistische Warnung vor dem Extrem, das sich ins Gegenteil kehrt, wie Yin immer zu Yang und Yang zu Yin wird.

Jetzt habe ich diese Einsicht einmal anders herum erläutert gefunden - in dem sehr beeindruckenden Buch Der alte König in seinem Exil von Arno Geiger über die Zeit mit seinem an Alzheimer erkranktem Vater. Dieser sagt dort:

Ein guter Stolperer fällt nicht.

Wow, großartig. Wer sich mit seinem Nicht-Können arrangiert und es letztlich akzeptiert, dem wird kein Unglück zustoßen. Und so wird er dann schließlich doch ein Meister.

Diesen Punkt finde ich auch für das Tai Chi Chuan sehr wichtig, wo doch oft das Ideale, das Meisterliche angestrebt wird. Ist Tai Chi Chuan nicht die höchste, beste und tollste aller Kampf- und Heilkünste?

Vielleicht ist es manchmal besser, sich mit seinem Können, aber auch mit seinem Nicht-Können als ein harmonisches Ganzes zu sehen und so zu seiner ganz persönlichen Meisterschaft zu gelangen. Dies soll natürlich ein Streben nach Qualität nicht ausschließen, aber vielleicht schützen einen individuell gesetzte Ziele vor zu hohen Anforderungen von außen, oder auch durch sich selbst gesetzt.

So fragte ich einmal Ma Jiangbao, wann ich die schnelle Form den nun in wirklich guter Weise ausführen könne. Er sagte:

Wenn du mit sechs Jahren angefangen hättest.

Zuerst war ich geschockt, hatte ich doch so intensiv geübt, aber dann war es auch eine Erleichterung. Ich musste keinen äußeren Qualitätsstandard erfüllen. Den würde ich eh nicht erreichen - Ma Jiangbao hat ja recht. Stattdessen konnte ich mich nun ganz auf die Freude am eigenen Training konzentrieren und das eigene Wachsen in aller Ruhe genießen.

Und genau dies wünsche ich euch auch.

Martin Bödicker








Samstag, 19. März 2016

Artikel: Etwas zum Taiji-Prinzip und das Leiten von Energie


von Sören Aissen

Wenn wir von Taiji-Prinzip reden, so reden wir von Yin und von Yang. Oft hört man zum Thema Taiji-Prinzip: Der Körper muss gelöst sein und entspannt, das Schwere muss nach unten sinken und das Leichte nach oben steigen. Der Körper muss entsprechend der Wai San He, der äußeren drei Harmonien, miteinander verbunden sein und eine Einheit bilden. Entsprechend steht in den alten Texten: Bewegt sich ein Teil, bewegt sich alles, steht ein Teil, so steht der ganze Körper.




All das ist richtig und man könnte noch viel mehr Punkte aufzählen, so zum Beispiel die wichtigen Punkte zum korrekten Stehen. Aber all dies ist nicht das Taiji-Prinzip so wie ich es verstehe, sondern lediglich eine Voraussetzung dazu, dieses zu erlernen. Die oben genannten Punkte finden sich in jeder funktionierenden Kampfkunst. Auch die Spiralbewegungen, welche im Taijiquan eine sehr wichtige und tragende Rolle spielen, finden sich in anderen Kampfkünsten. Kein einziger Hebel oder Wurf würde ohne diese funktionieren.

Im Taijiquan bewegen wir nicht einfach unseren Körper mit Spiralbewegungen, wir leiten Energien in Spiralen durch unseren Körper und lassen somit diese Spiralbewegungen entstehen! Taijiquan bedeutet also: Entsprechend der Energien Yin und Yang zu handeln und sich entsprechend dieser Energien zu bewegen, bzw. die äußere Bewegung aufgrund der Energien im inneren entstehen zu lassen.

Wirkt eine Kraft von außen auf mich, so ist dies in der Regel mehr oder weniger Yang aus dem Blick dessen, der diese Kraft auf mich wirken lässt. In dem Moment aber, in dem das Yang des Gegners, bei einem Schlag zum Beispiel, in meinen Körper – etwa durch den abwehrenden Arm, aufgenommen wird und von dort Richtung Zentrum läuft (oder entsprechend daran vorbei geleitet wird), ist diese Kraft für mich also Yin. Das heißt: Die Yang Energie des Gegners ist hier meine Yin Energie und umgekehrt.

Mehr: hier

Sonntag, 6. März 2016

Info: Danke





25 Jahre Tai Chi-Brüderschaft - Dan McGiff (London) Robert Rudniak (Kapstadt) Martin Bödicker (Düsseldorf) - ich wünsche allen auch soviel Glück im Leben.


Montag, 29. Februar 2016

Kleiner Gedanke: Qualitäten des Tai Chi Chuan


Das Internet bietet ja viel Platz zum Diskutieren und so findet sich hier immer mal wieder ein Anlass über Qualitäten des geübten Tai Chi Chuan auszutauschen. Ein Auslöser für mich mal wieder mitzudiskutieren war dabei, ob es das Hauptqualitätskriterium des Tai Chi Chuan ist, "einen Gegner plattmachen zu können" und wenn ja, wie man diese Fähigkeit denn überprüfen könnte. Im folgenden kleine Gedanken versuche ich diesen Punkt aus meiner Sicht etwas allgemeiner darzustellen:

1. Gibt es wesentliche Qualitäten (Erhalt von Gesundheit, Fähigkeit zum Kampf, Entwicklung der Persönlichkeit hin zu einem bestimmten Ideal, spirituelle Einsicht gewinnen usw.), die es zu erreichen gilt und ist dabei vielleicht eine Qualität wichtiger als die anderen? Gibt es eine Hierarchie bei den Qualitäten? Oder ist gerade das Nicht-Anstreben der Qualitäten ein Ziel des Tai Chi Chuan?

2. Wie soll man diese Qualitäten messen? Gibt es Qualitätskriterien?

Zu Punkt 1 habe ich ja einiges in meinem Buch "Wude - der Kodex des chinesischen Kämpfers" dargestellt:



Mehr Info zum Buch: hier


Schon im frühen China diente Kampfkunst nicht nur als Kampftechnik. Der Anspruch an den Kämpfer ging weit darüber hinaus. Selbstkultivierung, Gesundheit und Spiritualität wurden schon in vorchristlichen Zeiten wichtige Ziele des Übenden und konnten auch wichtiger sein, als die Effektivität im Kampf. Aus dieser uralten Tradition heraus entwickelte sich das heutige Tai Chi Chuan mit seinen Schwerpunkten, die dann individuell recht unterschiedlich gesetzt wurden und werden. Ein jeder Schwerpunkt hat aber, gerade auch traditionell gesehen, seine Berechtigung. Das Setzen eines individuellen Schwerpunktes ist absolut legitim, sollte aber als solcher dargestellt werden und nicht zur Abwertung anders Interessierter führen.

Zu Punkt 2 gibt es ja schon einiges an Bemühungen. In der Medizin werden die gesundheitlichen Wirkungen untersucht und eine breite Diskussion zu Qualitätskriterien für den Gesundheits-Tai Chi-Lehrer ist entstanden. Wettkämpfe können einem die Möglichkeit geben, sich im Sinne des Kampfsportes zu messen. Freies stilübergreifendes Sparring kann einen an das realistische Kämpfen heranführen. Trotz dieser Bemühungen sind die Ergebnisse für viele noch sehr unbefriedigend. Hier ist sicherlich weiterhin viel Diskussion, Arbeit und Kreativität erforderlich.

Mein aktueller Blick auf die Diskussion ist daher folgender:

Die große und schnelle Verbreitung und Anerkennung des Tai Chi Chuan in Deutschland hat vielleicht den einen oder anderen Anspruch an Qualität überrannt. Es gibt wohl manchmal mehr Quantität an Angebot als Qualität. Möchte man sich mit seinem Tai Chi Chuan weiterhin in die Richtung der Mitte der Gesellschaft bewegen, gilt es (am besten aus der Tai Chi-Szene heraus) Qualitätskriterien zu entwickeln und diese darzustellen und zu erfüllen. Ist man eher an der eigenen Entwicklung interessiert, braucht man sich an solchen "Äußerlichkeiten" natürlich nicht zu orientieren, sondern sucht und übt das, was einen am besten entspricht. Für mich ist gerade die Vielfalt des Tai Chi Chuan ein großes Plus gewesen - es verbindet doch Menschen mit ganz unterschiedlichen Interessen. Davon habe ich immer sehr profitiert.

Gruß und weiterhin viel Freude am Training

Martin

Freitag, 19. Februar 2016

Tuishou Treffen Süddeutschland am 13. März 2016





Stil- und traditionsunabhängiges Tuishou Treffen Süddeutschland (zum gemeinsamen freien Pushen, ohne Workshops). Hier geht es ums Vernetzen und Austauschen, ums miteinander und voneinander Lernen und um das Fördern des Taijiquan im Allgemeinen. Andere Kampfkunststile sind ausdrücklich herzlich willkommen.

Mehr Info: hier

Dienstag, 26. Januar 2016

Neues Buch: Zur Theorie des Tai Chi Chuan

Liebe Freunde des Tai Chi Chuan,

für den, der einen Blick in die klassische Theorie des Tai Chi Chuan werfen will, habe ich etwas wirklich spannendes - viel Freude beim Schmökern:

Zu Theorie des Tai Chi Chuan - von Xu Yusheng (1921)




Mehr Info und bestellen: hier

Xu Yusheng, ein Schüler von Yang Shaohou und der Leiter der Forschungsgesellschaft für Leibeserziehung in Peking, gilt in China als einer der großen Förderer des Tai Chi Chuan. Er war es, der am Anfang des 20. Jahrhunderts Yang Shaohou, Yang Chengfu, Wu Jianquan, Sun Lutang und viele andere an sein Institut einlud, Tai Chi Chuan erstmals öffentlich zu unterrichten. So ging Tai Chi Chuan „aus der Tür“ und wurde über ganz China verbreitet.
Xu Yusheng ist auch einer der ersten Tai Chi-Buchautoren.

In seinem Werk „Die Bewegungen des Tai Chi Chuan – Abbildungen und Erklärungen“ von 1921 fasst er zusammen, was er von den großen Meistern gelernt hat. Die folgenden Texte stammen aus diesem Buch und gehen näher auf die allgemeine Theorie des Tai Chi Chuan ein. Ihre Bedeutung ist für den interessierten Tai Chi-Übenden sicherlich sehr groß und so müssen wir dankbar sein, dass Xu Yusheng sich die Mühe gemacht hat, sein Wissen niederzuschreiben.
Kapitel:

- Einführende Worte
- Die Bedeutung des Tai Chi Chuan
- Zum Training des Tai Chi Chuan
- Über den Ursprung des Namens dreizehn Grundbewegungen – einschließlich Karten der acht Richtungen und fünf Schrittarten
- Tai Chi Chuan stimmt mit den Symbolen des Wandels überein – illustriert durch das Tai Chi-Diagramm und das Diagramm der Entwicklung der Wandlungen
- Der Klassiker des Tai Chi Chuan – ausführlich kommentiert
- Erläuterungen zu den Namen der Tai Chi-Form
- Kurze Diskussion der Technik des Tai Chi Chuan Pushhands
- Kurze Erklärungen zu den acht Methoden des Pushhands