Donnerstag, 21. Mai 2015

News: 15. Drachen und Tiger Treffen


vom 26. bis 28. Juni 2015




Seit 15 Jahren treffen sich Tai Chi Push Hands Begeisterte unter freiem Himmel bei Wildeshausen auf dem Campingplatz Aschenbeck , 27801 Dötlingen zu Workshops und freien Üben.

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Dienstag, 19. Mai 2015

Artikel: Vorbeugung von Herzerkrankungen mit Tai Chi Übungen


William C. C. Chen

Bewegungsübungen, begleitet von richtiger Ernährung, angemessenem Schlafverhalten und einer positiven Einstellung (eating right, sleeping right, thinking right) sind ein wesentlicher Schritt zur Vorbeugung von Herzerkrankungen. Bewegungstraining hilft, die Brustkorbmuskulatur zu lösen und ausreichend Platz für die Organe zu schaffen. Das Optimieren der Organversorgung und der Sauerstoffzufuhr ist eine der grundlegenden Methoden, um Bakterien, Viren und Gifte [aus dem Körper] zu entfernen, was zu einer besseren Funktion und Gesundheit aller Organe, insbesondere des lebenswichtigen Herzens, beiträgt.




Die vorteilhafte Auswirkung der „magischen“ Kunst des Tai Chi Chuan auf Herzerkrankungen ist keine Zauberei. Es geht einfach darum, die Brustkorbmuskulatur zu entspannen, während die Arme nach oben schweben (up-float) und die Ellenbogen sich leicht nach außen bewegen, um die Achselhöhle offen zu halten, wodurch das innere Volumen des Rumpfes (torso) vergrößert wird. Dies ermöglicht es den Organen, aufgrund des vergrößerten Raumes im Brustkorb, effizient zu arbeiten. Gleichzeitig führt die tiefe Atmung zu genügend Sauerstoff im Blut, entfernt Kohlenstoffdioxid aus dem Körper und fördert unsere Langlebigkeit bei bester Gesundheit. Das ist das Hauptziel der langsamen Ausführung der Bewegungen.

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Donnerstag, 14. Mai 2015

Buch: Schrittweise das Dao verwirklichen - Tianyinzi - Tägliche Übung - Riyong


Hallo liebe Freunde des Tai Chi Chuan und des Daoismus,

nach einiger Zeit gibt es nun den "Tianyinzi (Meister der himmlischen Zurückgezogenheit)" auch als kleines Taschenbuch. Ich habe noch zwei weitere Texte zur "Täglichen Übung" hinzugefügt (auch im Ebook).




Viel Spaß beim Schmökern: hier


Kurzbeschreibung
Tianyinzi ist ein daoistisches Buch eines unbekannten Autors aus der Tang-Zeit (618 – 907). Es wurde von Sima Chengzhen, dem zwölften Patriarchen der Schule der höchsten Reinheit (Shangqing), bearbeitet und mit einem Vorwort versehen.

Das Buch hat acht Kapitel und leitet zum Leben in Ruhe und Einfachheit an. Ziel ist es, durch verschiedene Techniken schrittweise das Dao zu verwirklichen und so ein daoistischer Unsterblicher zu werden.

Die Kapitel sind:

- Der Unsterbliche
- Einfachheit
- Tore zum schrittweisen Entwickeln
- Fasten und Enthalten
- Zurückziehen
- Visualisieren und Vorstellen
- Sitzen und Vergessen
- Den Geist befreien

Das Tianyinzi wurde in den daoistischen Kanon aufgenommen und dient in China u.a. bis heute als Anleitung für Qigong-Übende.


Bei der "Täglichen Übung" handelt sich um zwei daoistische Texte unbekannter Autoren, die für die Schule der vollkommenen Wahrheit (Quanzhen) von Bedeutung sind. Es gibt auch Hinweise darauf, dass sie von Autoren eben dieser Schule verfasst wurden. Sie folgen einander im daoistischen Kanon und weisen ähnliche Titel auf:

- Die wunderbare Schrift des höchsten Lord Lao zur täglichen inneren Übung

- Die wunderbare Schrift des höchsten Lord Lao zur täglichen äußeren Übung

Die "Tägliche innere Übung" beschäftigt sich mit den meditativen Übungen der Daoisten und wie diese mit dem Ziel der Klarheit und Ruhe verbunden werden. Dabei wendet der Adept innere Alchemie an und kann auf der höchsten Stufe zum Heiligen werden.

In der "Täglichen äußeren Übung" werden 46 Regeln des ethisch richtigen Verhaltens beschrieben.

Samstag, 9. Mai 2015

Artikel: Wie kommt Taijiquan zu seinem Namen?

Von Zhou Huasong

Aus dem Vereinsmagazin Nr. 10, S. 9 der Jianquan Taijiquan Association Shanghai vom 30.4.1984

Übersetzt von Martin Bödicker


Alle Stile des Wushu haben sowohl eigene Besonderheiten als auch einen eigenen Namen. Dies manifestiert sich in einem eigenen Charakter. Wie ist es denn mit dem von uns gelernten Taijiquan – warum nennt man es Taiji? Dafür gibt es einen Grund.




Wang Zongyues Klassiker des Taijiquan (Taijiquan jing) beschreibt die Bedeutung klar und deutlich:

„Das taiji ist aus dem wuji geboren. Es ist der Ursprung von Ruhe und Bewegung und die Mutter von Yin und Yang.“

Man weiß aus der eigenen tiefen Erfahrung, dass dieser Satz die zwei Schriftzeichen taiji richtig erklärt und durch die Benutzung des Wortes taiji wird erläutert, dass diese Kampfkunst auf dem Prinzip von Yin und Yang und Ruhe und Bewegung beruht.

Taijiquan wird auch langes Boxen genannt. Im Klassiker des Taijiquan heißt es:

„Das lange Boxen, es strömt ununterbrochen wie ein langer Fluss und das Meer.“

Taijiquan hat diesen anderen Namen, weil er wirklich gut die Bewegungen der Form beschreibt, die wie ein langer Fluss und das Meer ununterbrochen fließen.

Aber wie verwendet man Yin und Yang und Ruhe und Bewegung beim Üben des Taijiquan?

Wenn man Taijiquan mit der „Vorbereitung (yubeishi)“ beginnt, muss man sich bemühen, mit ruhigem Herzen/Bewusstsein (xin) zu stehen. Beide Hände hängen herab und der ganze Körper ist entspannt. Man gebraucht keine Kraft und man denkt nicht nach. Dieser Anfang ist ein Zustand des wuji [d.h. ohne Polarität].

Anschließend kommt die „Taiji-Anfangsform (taiji qishi)“. Durch die Bewegung der Hände wird zwischen links und rechts, sowie innen und aussen unterschieden. Das linke Bein tritt aus der Grundstellung (pingxingbu) hervor und das rechte Bein übernimmt das Körpergewicht. Dieser teilende Bewegungsverlauf bedeutet, dass aus dem wuji das taiji geboren wird.

Wenn der Körper, der Fuß und die Hände sich bewegen, erfolgt dies durch die Achsenmitte von Taille und Hüfte. Der Schwerpunkt verlagert sich auf den rechten Fuß. Dadurch wird das linke Bein leer bzw. Yin und das rechte Bein voll bzw. Yang. Anschließend macht man „den Umriß des Spatzenschwanzes zeichnen (lanquewei)“. Von da an gilt für alle Bewegungen, das immer Yin und Yang, sowie voll und leer unterscheiden werden und die Bewegungen ohne Unterbrechung ausgeführt werden. Wenn man Taijiquan so ausübt, dann versteht man mit Sicherheit auch den Namen Taijiquan.

Mit der Bezeichnung „Langes Boxen“, wie sie schon im Klassiker steht, halten wir es, wie man sie in der Praxis anwendet. Sie beschreibt die Bewegungen der ganzen Form. Eine Bewegung schließt an die andere an. So ist es für alle Bewegungen und es gibt in ihnen den gegenseitigen Wechsel von Yin und Yang, sowie voll und leer. Alles wird zu einer einzigen Bewegung. In Beispielen wie „Die Wolkenhände (yunshou)“, „Das Knie streifen (louxi aobu)“ und anderen wird unverkennbar ausgedrückt, wie die Bewegung von Anfang bis Ende ununterbrochen strömt, wie ein langer Fluss und das Meer. [...]

In der Tat ist taiji ein Wort, das in unserem Lande von alters her ein spezielles wissenschaftliches Fachwort ist. Seine Bedeutung umfasst Yin und Yang, leer und voll, Ruhe und Bewegung, vordringen und zurückweichen, vorne und hinten, oben und unten, sowie links und rechts. Dieser Gebrauch zeigt sich, wie allgemein bekannt, in der taiji-Grafik. Das taiji bewegt sich ohne Unterbrechung und bildet ein harmonisches Ganzes. Mit ihm kann man den Kosmos erklären, die Physik und auch die Technik des Taijiquan. [...]

Vom Namen Taijiquan über das Wissen der grundlegenden Aspekte des Taijiquan, erreicht man eine Methode zur Übung des Taijiquan und erkennt die Anforderungen an die Taijiquan-Praxis. Richtig ist, was dem Namen folgt. Sich mit dieser Regel vertraut machen und sie vollständig beherrschen. Wer dem gemäß Taijiquan lernt und auf diesem Weg fortschreitet, wird garantiert viel erreichen.