Mittwoch, 23. Dezember 2015

Treffen: Taiji Forum 12.- 14. August 2016 in Hannover


Der rote Faden der Veranstaltung ist Taiji, welches das höchste Prinzip des Kosmos bezeichnet und durch das Yin-Yang-Symbol dargestellt wird. Taiji ist die Mutter von Yin und Yang.




Alle Workshops, Vorträge und Diskussionsrunden beleuchten das Taiji-Prinzip in ihren jeweiligen chinesischen Künsten: Taiji Quan, Qigong, Wushu, TCM, Kalligraphie, Daoismus, usw. Die zahlreichen Aspekte von Taiji werden dabei unter dem Leitthema Yin und Yang zusammengeführt.

Mehr: hier

Sonntag, 6. Dezember 2015

Kleiner Gedanke: Vordringen und Zurückweichen

Hier ein kleines Beispiel, wie sehr sich das strategische Denken auch in der normalen chin. Sprache, heißt im allgemeinen Alltag und im Tai Chi Chuan wieder findet:

Ein chinesisches Sprichwort:

見 可 而 進 ,知 難 而 退 。

Siehst du Möglichkeiten, dringe vor;
erkennst du Schwierigkeiten, weiche zurück.




Die Wörter 進 (jin, vordringen) und 退 (tui, zurückweichen) sind auch Tai Chi Chuan Fachtermini. Sie gehören hier zu den Fünf Schrittarten vordringen, zurückweichen, nach links Schauen, nach rechts Schauen und stabiles Gleichgewicht.

Auch der strategische Gedanke ist identisch:

Nicht gegen Widerstand vorgehen, sonder dem Voll des anderen ausweichen und in seine Leere zuschlagen.

Gruß

Martin

Freitag, 27. November 2015

Kleiner Gedanke: Tai Chi Chuan - Literatur - Gongfu


Relativ regelmäßig bekomme ich Rückmeldung zu meinen Büchern. In der Regel wohlwollend, was mich sehr freut. Eine Anregung der Leser kommt aber immer wieder:

Die Übersetzungen, Beschreibungen und Erläuterungen sind sehr informativ und interessant, aber könnte ich nicht mehr Bücher mit Interpretationen zu den Texten schreiben. Was kann und soll das Geschriebene bedeuten?

Eine schöne Anregung, aber irgendwie wollte ich immer die Texte für sich sprechen lassen.

Gerade las ich dann auch etwas in dem Buch Die Archäologie der Dunkelheit, ein Interview mit Michael Ende, was in diesem Zusammenhang gut meine Gedanken dazu zusammenfasst:

Man hat sich heute ein bisschen daran gewöhnt, dass der Autor jemand ist, der hauptsächlich "sich" erklärt, der "seine" Weltanschauung, "seine" Gedanken, "seine" Gefühle genau erklärt. Und dem Leser bleibt dann eigentlich gar nichts anderes übrig, als sie zur Kenntnis zu nehmen und bestenfalls da und dort zu sagen: Ja, so geht es mir auch, oder darüber denke ich ganz anders. Im Großen und Ganzen verharrt der jetzige Leser in einer konsumtiven Haltung.

Tai Chi Chuan und chinesische Philosophie können ein Werkzeug der Selbst-Werdung (mit oder ohne Kampfkunst) und Selbstreflexion sein. Gerade dies erfordert viel eigene Arbeit - chinesisch: gongfu.




Wie heißt es doch im Lied der dreizehn Grundbewegungen:

Es kommt - ohne dass man es bemerkt - durch Einsatz von viel Zeit und hartem Üben.

Um diesen Prozess zu unterstützen, veröffentliche ich möglichst viel passendes Hintergrundmaterial. Es regt zum Denken über sich und seine geliebte Kunst an, ohne dass eine bzw. meine vorgefertigte Meinung diesen Prozess behindern würde. So kann ein jeder allein oder in der Gruppe - mit oder ohne Lehrer - seine ganz eigenen Fortschritte machen.

Gruß und noch viel Freude beim Schmökern der Bücher.

Eurer Martin

P.S. Aber natürlich rede ich auch gerne über die Inhalte - jedoch eher in Foren, wie z.B. in der Facebookgruppe Die Tai Chi-Ecke.

Dienstag, 17. November 2015

Einleitung: Wude - der Kodex des chinesischen Kämpfers


Beginnt man chinesische Kampfkunst zu üben, wird man schnell feststellen, dass dies eine Übung für Körper und Geist ist. Sicher werden einem auch früh folgende oder ähnliche Sätze begegnen:

Es geht in der Kampfkunst weniger darum den anderen zu überwinden, sondern vielmehr darum sich selbst zu besiegen.

Die Tugend des Kämpfers ist es, keine Angst zu haben und das Rechte zu verteidigen.

Das Erlernen der Kampfkünste geht über das Einüben von bloßen Bewegungen weit hinaus. Es geht auch um die Entwicklung eines guten Charakters.


Hinter diesen Sätzen steht ein spezieller Moral- und Verhaltenskodex, der Kodex des chinesischen Kämpfers wude. Er ist uralt, aber bis heute von höchster Bedeutung in der chinesischen Kampfkunst. Er beschreibt all das, was über das rein technische Können in einer Kampfkunst hinaus geht. Der Begriff wude besteht im Chinesischen aus zwei Schriftzeichen:



………………….………..… wu …………...………….. de…………………….……..

Die Bedeutung des Schriftzeichens wu ist relativ klar definiert: militärisch bzw. kämpferisch. Man sollte dabei beachten, dass wu zwei Spähren des Kampfes beschreibt: Die von Mann gegen Mann, aber auch die des Kampfes vieler gegen viele.

Damit erweckt wu immer auch die Assoziation von Krieg und in Texten der chinesischen Antike ist mit wu auch in der Regel das Militärische gemeint. Im Rahmen der Literatur der Kampfkünste versteht man unter wu aber eher den Kampf von Mann gegen Mann und übersetzt ihn in diesem Zusammenhang daher als das Kämpferische. Die Grenze ist jedoch fließend, den man sollte immer daran denken, dass viele Meister der Kampfkünste auch im Militär tätig waren.

Das Schriftzeichen de repräsentiert dagegen im Laufe der Jahrtausende der chinesischen Kultur die unterschiedlichsten Bedeutungen. Im Deutschen finden sich daher je nach Zusammenhang, verschiedene Übersetzungen:

Moral, Tugend, Charakter, Charisma, (innere) Kraft, Potenzial, Exzellenz, Verdienste, Prestige, Güte und Freundlichkeit

Eine direkte Übersetzung von wude könnte also kämpferische Tugenden oder moralische Prinzipien des Kämpfers lauten. Gemeint ist mit wude eine Sammlung von gewünschten Eigenschaften des Kämpfers, sowie Vorschriften und Regeln für sein richtige Verhalten. Dieser Kodex des chinesischen Kämpfers war in der Geschichte der chinesischen Kampfkunst nicht einheitlich formuliert, stützte sich aber auf wesentliche Prinzipien und wurde mit diesen von Generation zu Generation bis heute tradiert.

Der Kodex des Kämpfers soll hier in vier Abschnitten vorgestellt werden. Der erste Abschnitt behandelt die Ursprünge d.h. die kulturellen und historischen Grundlagen. Im zweiten Abschnitt werden grundlegende Prinzipien erläutert. Der dritte Abschnitt Verzweigungen stellt Kodices aus den verschiedensten Kampfkunststilen (auch aus dem Tai Chi Chuan) vor und der vierte Abschnitt leitet in abschließende Überlegungen ein.

Viel Freude beim Schmökern

Martin Bödicker

Mehr: hier

Samstag, 14. November 2015

Rezension: Unterrichten aus westlicher und östlicher Sicht


Im aktuellen Taijiquan und Qigong Journal (mehr Info: hier) findet sich eine Rezension von Dietlind Zimmermann (mehr Info: hier) zu zweien meiner Bücher. Hier sollen Auszüge daraus vorgestellt werden:




Da es viele Wege gibt, wie wir von Lernenden zu Lehrenden werden können, …, kann dieses Buch, wenn man es aufmerksam durcharbeitet, zu einer Quelle der (Selbst-)Erkenntnis werden und einen Beitrag zur Professionalisierung des Tai Chi- und Qigong-Unterrichts leisten.

Ergänzt wird dieser westliche Blick aufs Unterrichten durch das zweite Bändchen:




In den Zitaten dieser drei Autoren (Konfuzius, Menzius und Xunzi) geht es um den unerschütterlichen Willen zum Lernen, umfassendes Lernen und reflektierendes Verarbeiten. Die Person des Lehrers und seine Eigenschaften werden hier beleuchtet.



Mein Fazit: Wer immer Tai Chi- oder Qigong-KursleiterInnen oder LehrerInnen ausbildet, sollte den zukünftigen Unterrichtenden diese beiden kleinen Bücher mit auf den Weg geben.

Mehr Infos zu den Büchern: hier

Montag, 9. November 2015

Kleiner Gedanke: Verschnörkelte Bewegungen


Für mich auffällig an den Bewegungen der großen Meister ist die Schnörkellosigkeit. Sie sind weich, rund und fließend, aber niemals unnötig ausgeschmückt, verziert oder gar, wie die Chinesesen sagen, blumig. Ihr Ausdruck ist der von hoher Konzentration und Beschränkung auf das Wesentliche.




Das dieser Gedanke auch im Westen nicht fremd ist, zeigt sich z.B. bei Gotthold Ephraim Lessing:


Der Besitzer des Bogens

Ein Mann hatte einen trefflichen Bogen von Ebenholz,
mit dem er sehr weit und sicher schoss,
und den er ungemein wert hielt.
Einst aber, als er ihn aufmerksam betrachtete,
sprach er:

»Ein wenig zu plump bist du doch!
Alle deine Zierde ist die Glätte. Schade!
Doch dem ist abzuhelfen!« fiel ihm ein.
»Ich will hingehen und den besten Künstler
Bilder in den Bogen schnitzen lassen.«

Er ging hin;
und der Künstler schnitzte eine ganze Jagd auf den Bogen;
und was hätte sich besser auf einen Bogen geschickt als eine Jagd?

Der Mann war voller Freude.

»Du verdienest diese Zieraten, mein lieber Bogen!«

Indem will er ihn versuchen; er spannt, und der Bogen – zerbricht.


Foto von Manos Meisen: Ma Jiangbao

Samstag, 24. Oktober 2015

Text: Tai Chi Chuan und chinesische Strategie


Chinesische Strategie hat mich schon immer fasziniert und so las ich gerade in Francois Julliens Buch Detour and Access:

Im alten China war Militär-Strategie mehr als eine spezielle Technik. Sie spiegelte einige der radikalsten Elemente des chinesischen Denkens wieder und durchdringt als Theorie viele andere Disziplinen.

Wenn es ein grundlegendes Prinzip gibt, auf das alle militärischen Abhandlungen bestehen, dann ist es die Vermeidung einer direkten Konfrontation mit einem bewaffneten Gegner. Ein frontaler Zusammenstoß, bei dem zwei Armeen sich von Angesicht zu Angesicht gegenüber stehen, wurde als extrem risikoreich und zerstörerisch angesehen.

Die ganze Kunst des Krieges war darauf ausgelegt, dem anderen seine Fähigkeit zur Verteidigung zu rauben und ihn von ihnen heraus zu schwächen, noch bevor die Konfrontation begonnen hat, so dass er im Moment der Konfrontation von alleine kollabiert.

"In hundert Schlachten hundertmal zu siegen", schrieb einer der ältesten Meister der Kunst des Krieges, "ist nicht das letztendliche Ziel, sondern den anderen zu unterwerfen, ohne das es zum Kampf kommt, ist das höchste Können."

"Der beste General ist der, dessen Verdienste man im Traum nicht loben würde, da er ja nur einen bereits besiegten Feind überwunden hat."

Die Kunst des Krieges lehrt uns weniger die Verherrlichung von Kampf, sondern den Weg,wie man siegt, ohne zu kämpfen.


Wie bei anderen Erfahrungen zuvor schafft es Jullien Worte für Gedanken zu finden, die ich beim Tai Chi-Training habe. Tai Chi Chuan ist Philosophie in Aktion. Seine Strategie basiert auf generellen Gedanken des chinesischen strategischen Denkens - gerade die Ideen, die oben beschrieben wurden. Heißt es nicht im Lied der schlagenden Hände:

Führe den anderen in die Leere.
Vereinige und schlage sofort zurück.





Und im Klassiker des Tai Chi Chuan:

Einmal verborgen - einmal sichtbar.
Links schwer - links leer.
Rechts schwer - rechts leer.
Nach oben schauen - umso höher.
Nach unten schauen - umso tiefer.
Zurückweichen - umso länger.
Vordringen - umso küzer.
Eine Feder kann nicht hinzugefügt werden.
Eine Fliege kann sich nicht niederlassen.
Der andere kennt mich nicht.
Nur ich allein kenne den anderen.
Ein unbesiegbarer Held -
ist er das nicht,
weil er dies alles beherrscht?


In der Tat ist er das, aber nicht weil er ein Held westlicher Art ist, der mit übermenschlicher Kraft siegt, sondern er ist wie ein chinesischer Weiser, der mit überlegener Strategie gewinnt.

Noch viel Spaß beim Training.

Zitate aus den Klassikern:


Donnerstag, 22. Oktober 2015

Interview: Tai Chi Chuan und Entfremdung


Interview mit Annemie van den Gucht und Peter van den Velde, Wetteren, Frankreich

Martin: Hallo Annemie, hallo Peter, wir kennen uns jetzt seit einigen Jahren und von Anfang an haben wir uns sehr intensiv ganz allgemein über Körperarbeit unterhalten. Einer der Hauptpunkte, der immer wieder dabei aufkam, war der Begriff „Entfremdung“. Könnt ihr uns allen dies noch einmal erklären?

Peter: Der Begriff Entfremdung stammt aus den Arbeiten von Marx, Hegel und Marcuse. Beobachtet wurde er vor allen Dingen in der Ökonomie. Hier findet Entfremdung zwischen dem Menschen und seiner Umgebung statt. Heutzutage ist diese Entfremdung aber auch gegenüber dem eigenen Körper zu beobachten. Der Kontakt zum eigenen Körper geht verloren. Man sieht es bei so einfachen Dingen wie kochen, essen und anderen grundlegenden Tätigkeiten des täglichen Lebens.

Annemie: Es fängt schon in der Kinderzeit an. Kinder dürfen sich z.B. nicht mehr dreckig machen. Sie dürfen nicht barfuss gehen und alles, was ein wenig gefährlich ist, wird verboten. In der Schule werden sie auf die Stühle gefesselt und sie dürfen praktisch nichts mehr tun.

Peter: Ob bei Erwachsenen oder Kindern, Entfremdung ist der Verlust von Kontakt mit authentischen Dingen.

Martin: Wie ist diese Erfahrung mit eurer Taijiquan-Praxis verbunden?

Peter: Taijiquan kann ein Weg sein, seinen eigenen Körper wieder zu entdecken.




Annemie: Man braucht dazu eine praktische Übung. Taijiquan bietet sich dafür an. Aber Taijiquan ist kein Resultat, Taijiquan ist ein Weg. Für einige Leute kann es ein Schock sein, wenn sie das erste mal fühlen, wie stark sie den Kontakt zu ihrem Körper verloren haben. Sie sehen, wie schwierig schon kleine Dinge sein können, wie z.B. die Hand zur Nase zu führen. Aber das ist schon der Beginn des Bewusstwerdens und damit der Anfang der Heilung.

Peter: Ich denke, das Gebrauchen des Körpers ist auch immer ein Gebrauch der Sinne. Ein wichtiger Grund für die Entfremdung ist es, dass wir oft viel zu rational sind und den Kontakt zu unserem Körper verloren haben. Es geht alles viel zu sehr um das Wissen und viel zu wenig um das Fühlen. Die Bewegungen des Taijiquan sind ein Medium, sich selbst und seinen Körper zu entdecken. Aber das ist auch harte Arbeit.

Martin: Liebe Annemie, lieber Peter, danke für eure Zeit.

Foto: Ma Jiangbao von Manos Meisen

Mittwoch, 14. Oktober 2015

Buch: Wude - der Kodex des chinesischen Kämpfers

Hallo Freunde der chinesischen Kampfkunst,

hier kommt mein Buch Nr. 18. Diesmal etwas Spannendes zum traditionellen Training:

Wude - der Kodex des chinesischen Kämpfers (6,10 Euro inkl. Versand)




Bestellen: hier

Viel Freude beim Schmökern

In China kam man schon früh zu der Ansicht, dass Kampfkunst mehr beinhalten sollte, als nur das Einüben und Anwenden effektiver Kampftechniken. Die charakterliche Ausbildung und Eignung des Übungen müsse eine ebenso große, wenn nicht eine noch größere Bedeutung haben. Aus diesem Gedanken heraus entstand der Moral- und Verhaltenskodex des chinesischen Kämpfers "wude".

In diesem Buch wird der Kodex des Kämpfers in vier Abschnitten vorgestellt. Der erste Abschnitt behandelt die Ursprünge d.h. die kulturellen und historischen Grundlagen. Im zweiten Abschnitt werden wesentliche Prinzipien erläutert. Der dritte Abschnitt stellt Kodices aus den verschiedensten Kampfkunststilen vor. Der vierte Abschnitt leitet in abschließende Überlegungen ein.
Inhalt:

1) Einleitung
- Der Ursprung
- Am Anfang waren die Zhou
- Der langsame Zerfall des Zhou-Reiches
- Konfuzius
- Der umherziehende Kämpfer
- Laozi
- Der Buddhismus

2) Wesentliche Aspekte
- Kampfkunst im Spannungsfeld zwischen Effektivität, Tugend und Religion
- Der Kodex des Kämpfers als Spiegel der chinesischen Kultur
- Die grundlegenden Tugenden der Kampfkunst
- Sittlichkeit und Etikette
- Die Meister-Schüler-Beziehung

3) Die Verzweigungen
- Shaolin Kungfu
- Wing Chun
- Choy Lee Fut
- Hung Gar und Bak Mei Kungfu
- Tai Chi Chuan
- Chin Woo Athletic Federation
- Moderne Kodices
- Der Kodex des Kämpfers in der wuxia-Literatur
- Der Kodex des Kämpfers im Film

4) Schlussbetrachtungen
- Bedeutung des Kodex des Kämpfers
- Kritik am Kodex des Kämpfers
- Weiterführende Literatur

Freitag, 9. Oktober 2015

Foto: Good Old Times


Hier einmal zwei Fotos nach dem Motto:

Good old times.

Ma Jianglin, Freya und Martin Bödicker

Partner-Schwertform




Dazu gibt es einen Thread bei Facebook.
Ich hoffe, viele machen mit: hier

Montag, 5. Oktober 2015

News: Von Blogger zu Blogger

Hey Freunde des Tai Chi Chuan,

schaut doch mal, ein Interview von Blogger zu Blogger - danke an Angelika:

Hier klicken


Mittwoch, 23. September 2015

Buch: Meditation, Qigong, Kampfkunst und Taijiquan


Hier ein Hinweis auf ein sehr persönliches Buch vollgepackt mit Erfahrungen aus 40 Jahren Kampfkunst und Meditation:




Jürgen Meyer, Jahrgang 1960, lernt und lehrt seit mehr als 40 Jahren verschiedene Kampfkunst-Systeme wie Karate-Do, Aikido und Taijiquan.

Er hat sich intensiv mit den Gesundheitsbewegungen des Qigong beschäftigt und praktiziert seit seinem 14. Lebensjahr verschiedene Formen der Meditation wie Zen, daoistische Meditation, Yoga, Mahamudra und Dzogchen.

Im Laufe seiner langen Lernzeit ist er vielen großen östlichen Meistern auf seinem Weg begegnet und hat tiefgründig bei ihnen gelernt. Besonders die Lehrer-Schüler-Beziehung zu seinem Hauptlehrer des Wu-Stil Taijiquan, Meister Ma Jiangbao, wird in diesem Buch beschrieben.

Das vorliegende Buch zeigt die wechselseitige Verbundenheit der Entwicklung der inneren Bewusstheit anhand von Meditation, der Energiearbeit und der verschiedenen Kampfkunst-Systeme auf. Der Leser erhält sowohl Anregung zur eigenen Praxis als auch genaue Anleitung zur Meditation.

Hardcover, 320 Seiten

Mehr: hier

Samstag, 19. September 2015

Artikel: Tai Chi Chuan auf Chinesisch schreiben


Hier eine kurze Einleitung, wie man Tai Chi Chuan auf Chinesisch schreibt.

Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken,
oder auf das Desktop kopieren und dann vergrößern.

Viel Freude beim Üben

Gruß

Martin


Mittwoch, 16. September 2015

Artikel: Knieathrose





Tai Chi hilft

ROM. Bei Arthrose des Kniegelenks ist ein dreimonatiges Tai Chi-Programm ähnlich effektiv wie konventionelle Physiotherapie. Das hat eine randomisierte Studie ergeben, die beim europäischen Rheumatologenkongress (EULAR) in Rom vorgestellt wurde.

Nach Angaben der Studienärzte, die aus drei großen Kliniken im Nordosten der USA kommen, handelt es sich um die erste randomisierte Studie zu dieser Thematik. Die Studie war einfach verblindet: Die Ärzte, die die klinische Auswertung vornahmen, wussten nicht, in welcher Gruppe die insgesamt 204 Patienten waren.

Die Therapie: Tai Chi-Übungen im klassischen Yang-Stil zweimal die Woche für zwölf Wochen oder Physiotherapie der gleichen zeitlichen Intensität für sechs Wochen, gefolgt von weiteren sechs Wochen Heimtraining, dessen Umsetzung streng kontrolliert wurde.

Mehr: hier

Poster: Lü Buwe

Ein kleines Poster - gerne auch zum weitergeben.

Das Zitat stammt aus dem philosophischen Lesebuch 2.

Gruß Martin


Montag, 7. September 2015

Text: Gemüse Wurzel Gespräche





Ein heiterer Tag:
Plötzlich ist er voller Blitz und Donner.
Ein stürmischer Regen:
Schlagartig folgt ein klarer Himmel voll Mondlicht.
Wie könnten die Bewegungen der Luft jemals innehalten?
Wie könnte der Kosmos jemals erstarren?
Die Natur des Menschen - sie ist genau so.

aus: Gemüse Wurzel Gespräche

Mehr Info: hier

Mittwoch, 2. September 2015

Buch: Sun Lutang über Tai Chi Chuan





Liebe Tai Chi-Freunde,

nun endlich auch auf Papier (erweitert um drei Texte):

Sun Lutang über Tai Chi Chuan.




Bestellen: hier


Dieses Buch präsentiert neun Texte Sun Lutangs zur Theorie des Tai Chi Chuan:

- Aus dem Vorwort zur Lehre des Tai Chi Chuan
- Über den Namen Tai Chi Chuan
- Die Lehre des wuji
- Die Lehre des taiji
- Zu den schlagenden Händen des Tai Chi Chuan
- Wichtige Worte zur Übung der Form und der schlagenden Hände
- Meine Erfahrung zur Übung der Kampfkünste
- Ausgesuchte Gedanken zu den drei Stilen
- Zur Theorie des Tai Chi Chuan

Sie stammen aus den Büchern "Die Lehre des Tai Chi Chuan" (1921), "Gedanken zur Kampfkunst klar dargelegt" (1924) und "Detaillierte Erklärung der Theorie des Xingyi, Bagua und Tai Chi" (1932).

Mit diesem Buch kommt man ganz nah an die Gedanken des großen Meister Sun Lutang.





Eine große Freude für jeden Freund des Tai Chi Chuan.
Gruß

Martin

Donnerstag, 27. August 2015

Kleiner Gedanke: Tai Chi Chuan und chinesische Philosophie


Es ist wohl kaum zu übersehen, Tai Chi Chuan und chinesische Philosophie ist ein Aspekt des Tai Chi Chuan, der mich wirklich sehr interessiert. Ich stehe auch zu diesem Thema in regem Austausch mit vielen Tai Chi'lern und immer wieder kommt die Frage auf:

Warum soll man sich als Tai Chi'ler überhaupt für Philosophie im allgemeinen und dann auch noch für die oft fremde chinesische Philosophie interessieren?




Da bin ich gerade über einen Satz zur Philosophie von Giorgio Agamben gestolpert:

Die Bedeutung der Philosophie besteht darin, sich mit der Menschwerdung auseinanderzusetzen.

Der ist wirklich treffend, führt er doch direkt zum Tai Chi Chuan: Interessiert mich diese Kunst intensiver, übe ich sie regelmäßig und versuche verschiedene ihrer Aspekte in mein Leben zu integrieren, wird sie Teil meiner Menschwerdung. Mit und durch Tai Chi Chuan verändere und entwickle ich mein Mensch-sein.

Diesen Prozess kann man natürlich einfach geschehen lassen. Einmal am Tag nicht nachdenken. Sich einfach vom Tai Chi Chuan tragen und vom Lehrer führen lassen. Sicherlich eine Seite der Entspannung im Tai Chi Chuan.

Aber man kann natürlich auch gedanklich aktiver daran teilnehmen. Was macht das Tai Chi Chuan mit mir? Wo hin will mich entwickeln? Wie weit will ich mir die chinesischen kulturellen Werte als Hintergrund des Tai Chi Chuan erschließen und aneignen? Welche Ideale (z.B. zur Gesundheit und zum Umgang mit Agression) vermittelt Tai Chi Chuan und das chinesische Denken?

Tai Chi Chuan ist eine Kunst mit großer inhaltlicher Bandbreite: von der Kampfkunst über die Selbstkultivierung hin zur Erhaltung und Wiedergewinnung von Gesundheit. Wie werden diese Prozesse ursprünglich in China verstanden? Wie werden sie im westlichen Unterricht etabliert? Welche Aspekte davon helfen mir beim Mensch-werden und welche eher nicht? Für welche Aspekte opfere ich meine wertvolle Lebenszeit und welche, wenn auch nicht uninteressant, führen zu weit?

Ich habe immer große Freude, über solche Punkte nachzudenken und über sie mit meinem Lehrer und meinen Tai Chi-Freunden zu diskutieren. Es entwickeln sich schnell wirklich interessante und tiefe Diskussionen - nicht nur über das Tai Chi Chuan, sondern über mich selbst und meinen ganz persönlichen Tai Chi-Weg und den Weg meiner Tai Chi-Freunde. Fundiertes Wissen zur chinesischen Philosophie hat dabei immer viele Anregungen gegeben. Das Fremde als Spiegel des eigenen selbst. Wie heißt es doch bei Sun Lutang:

Die Form zu üben ist das gongfu des Wissens von sich selbst.
Das Pushhands ist das
gongfu des Wissens vom anderen.

Dieser Prozess der Reflexion wird für mich wohl niemals enden und ist ein fester Bestandteil meiner Tai Chi-Übung. Und so hoffe ich, dass auch viele andere an diesem Thema genauso viel Freude haben.

Gruß

Martin Bödicker


Montag, 24. August 2015

Artikel: Lehr- und Lernmethoden im Tai Chi Chuan und Qigong

Der Unterricht von Tai Chi Chuan und Qigong ist eine spannende Herausforderung. Viele verschieden Aspekte sind zu berücksichtigen.




Eine erste Frage zum Unterricht von Tai Chi Chuan und Qigong wird in der Regel schon bezüglich der Lehr- und Lernmethode gefällt. Hier bieten sich z.B. zwei Möglichkeiten an:

1. Die analytisch-synthetische Methode
Hier werden einzelne Teile der Gesamtbewegung isoliert geübt. Nach dem Beherrschen der Teilbewegungen werden diese zur Gesamtbewegung zusammengesetzt.

Der Vorteil der analytisch-synthetischen Methode besteht in der Vereinfachung durch Zerlegung. Es besteht aber die Gefahr, dass es zu Schwierigkeiten bei der Synthese der Gesamtbewegung kommt.

2. Die Ganzheitsmethode
Hier wird die Gesamtbewegung von Anfang an ganzheitlich unterrichtet. Dies hat den Vorteil, dass sie schon früh realisiert und im Bewegungsfluss geübt wird.

Bei komplexen Bewegungen kann die Ganzheitsmethode jedoch zu Schwierigkeiten führen, da Schüler oft nicht alle Teilbewegungen gleichzeitig richtig realisieren können. Dies führt schnell zu Überforderung und es besteht die Gefahr, dass sie sie sich Bewegungen falsch einprägen. Daher eignet sich diese Methode eher für einfache Bewegungen.

Mehr dazu in diesem Buch:




Bestellen: hier

Samstag, 15. August 2015

Poster: Tianyinzi



Zitat aus dem Tianyinzi



Sitz nicht zu lange.
Steh nicht zu lange.
Arbeite nicht zu lange.

Dies sind die drei grundlegenden Enthaltungen.

Mit all diesen Methoden pflegt man seinen Körper.
Ist der Körper stark, dann ist das Qi voll.

Mehr: hier


Samstag, 8. August 2015

Artikel: Taijiquan – bitte ernst nehmen!


von Katrin Heilmaier

Ich gebe zu, dass ich den leisen Verdacht hege, dass gerade diejenigen, die andauernd kämpfen wollen, das Taijiquan vielleicht selbst noch nicht richtig ernst nehmen. Ständig suchen sie nach Beweisen, dass es auch „richtig funktioniert“. Da scheinen noch entsprechende eigene Erfahrungen zu fehlen. Wenn ich in den letzten Jahren eines gelernt habe, dann ist es, Taijiquan ernst zu nehmen. Sehr ernst sogar.




Verstanden habe ich den Kampfaspekt als ich zu einem der Workshops bei Wee Kee Jin war. Die dauern in Plankstetten eine ganze Woche und sind für mich schon herausfordernd, körperlich wie emotional. Die vielen Informationen (er unterrichtet Englisch), vielen Anweisungen, die zu beachten und bedenken sind (ich will es ja auch „gut“ und „richtig“ machen), die vielen Menschen mit vielen weiteren Worten, vielen Fehlversuche – all das nagte irgendwann an mir. Entspannung kann furchtbar anstrengend sein! Zumal Jin uns gerne reichlich Push-Hands üben lässt.

Mehr: hier

Mittwoch, 15. Juli 2015

Info: Interessantes Logo


Schaut doch mal - dieses Logo einer Klimaanlagen-Heizungsfirma habe ich in den Ferien gesehen.

Gruß

Martin


Samstag, 20. Juni 2015

Artikel: Wushu oder Kung-Fu?





Sowohl in der klassischen als auch in der modernen Literatur begegnet man verschiedenen Bezeichnungen für die chinesischen Kampfkünste: Quanshu, Quanfa, Wuyi, Guoshu, Gongfu, usw. Der Begriff "chinesisches Boxen", oft benutzt für die Kampfkünste Chinas, kann als die korrekte Übersetzung der chinesischen Begriffe Quan (Faust, Faustkampf), Quanfa (Methode des Faustkampfes) oder Quanshu (Kunst des Faustkampfes) bezeichnet werden.

Mehr: hier

Freitag, 19. Juni 2015

Arbeitsbuch: Chinesische Schriftzeichen für Anfänger

Sommerzeit = Faulenz-Zeit!
Habt ihr euch vielleicht so gedacht.
Aber nicht mit mir.

Extra für euch diesmal ein Arbeitsbuch (6,10 Euro inkl. Porto und Verpackung).




Es ist eine Antwort auf das rege Interesse vieler Tai Chi-Freunde an chinesischen Schriftzeichen. Sie sollen dem Anfänger in diesem Buch durch einen aktiven Umgang mit ihnen nähergebracht werden (Viele der verwendeten Schriftzeichen entstammen dem Tai Chi-Umfeld). Nach dem Durcharbeiten dieses Buches ist man in der Lage, selbstständig die Struktur chinesischer Schriftzeichen zu erkennen und ein unbekanntes Zeichen in einem chinesischen Wörterbuch zu finden.

Viel Spaß und viel Erfolg beim Lösen der Aufgaben.

Mehr Info und bestellen: hier

Martin

Montag, 8. Juni 2015

Klassiker: Chen Xin



Chen Xin wurde in jungen Jahren im Tai Chi Chuan ausgebildet. Auf Anweisung seines Vaters studierte er dann jedoch Literatur und wurde ein klassischer chinesischer Gelehrter. Aufgrund dieser doppelten Qualifikation war er in der Lage, ein Werk zum Tai Chi Chuan von höchstem Niveau mit mehr als 400 Seiten zu verfassen: Die illustrierten Erklärungen zum Chen Tai Chi Chuan.

Mit einem Ausschnitt aus dem Kapitel Erläuterungen zur Untersuchung des Tai Chi Chuan soll hier ein Beispiel der großen literarischen Kraft und breiten Bildung Chen Xins vorgestellt werden.

Mehr: hier

Freitag, 5. Juni 2015

Klassiker: Chen Changxing


Die Kunst des Faustkampfes ist wie die Kunst des Krieges:

Greife dort an, wo er nicht vorbereitet ist.
Schlage zu, wo er es nicht erwartet.



Leer und dann voll.
Voll und dann leer.



Der Körper ist wie Bogen und Sehne.
Die Hände wie ein Pfeil.
Die Sehne schwirrt und der Vogel fällt.



Übe, als ob du den Gegner vor dir hast.
Aber im Angesicht des Gegners tue so, als sei er nicht da.


aus:
Chen Changxing
Wichtige Worte zu den kämpferischen Anwendungen




Mehr Info: hier

Mittwoch, 3. Juni 2015

Link: Karte und Fotos des alten Pekings


Liebe Freunde des Tai Chi Chuan,

dies ist das Peking der Tai Chi-Meister der Familien Yang, Wu und Chen:




Dieser Link führt zu einer Seite wo es zu der Karte interaktiv geführt zahlreiche alte Fotos gibt - einfach Klasse.

Viel Freude beim surfen.

Passend dazu etwas zu lesen:




Mehr Info: hier

Viel Freude beim Schmökern

Martin

Donnerstag, 21. Mai 2015

News: 15. Drachen und Tiger Treffen


vom 26. bis 28. Juni 2015




Seit 15 Jahren treffen sich Tai Chi Push Hands Begeisterte unter freiem Himmel bei Wildeshausen auf dem Campingplatz Aschenbeck , 27801 Dötlingen zu Workshops und freien Üben.

Mehr: hier

Dienstag, 19. Mai 2015

Artikel: Vorbeugung von Herzerkrankungen mit Tai Chi Übungen


William C. C. Chen

Bewegungsübungen, begleitet von richtiger Ernährung, angemessenem Schlafverhalten und einer positiven Einstellung (eating right, sleeping right, thinking right) sind ein wesentlicher Schritt zur Vorbeugung von Herzerkrankungen. Bewegungstraining hilft, die Brustkorbmuskulatur zu lösen und ausreichend Platz für die Organe zu schaffen. Das Optimieren der Organversorgung und der Sauerstoffzufuhr ist eine der grundlegenden Methoden, um Bakterien, Viren und Gifte [aus dem Körper] zu entfernen, was zu einer besseren Funktion und Gesundheit aller Organe, insbesondere des lebenswichtigen Herzens, beiträgt.




Die vorteilhafte Auswirkung der „magischen“ Kunst des Tai Chi Chuan auf Herzerkrankungen ist keine Zauberei. Es geht einfach darum, die Brustkorbmuskulatur zu entspannen, während die Arme nach oben schweben (up-float) und die Ellenbogen sich leicht nach außen bewegen, um die Achselhöhle offen zu halten, wodurch das innere Volumen des Rumpfes (torso) vergrößert wird. Dies ermöglicht es den Organen, aufgrund des vergrößerten Raumes im Brustkorb, effizient zu arbeiten. Gleichzeitig führt die tiefe Atmung zu genügend Sauerstoff im Blut, entfernt Kohlenstoffdioxid aus dem Körper und fördert unsere Langlebigkeit bei bester Gesundheit. Das ist das Hauptziel der langsamen Ausführung der Bewegungen.

Mehr: hier

Donnerstag, 14. Mai 2015

Buch: Schrittweise das Dao verwirklichen - Tianyinzi - Tägliche Übung - Riyong


Hallo liebe Freunde des Tai Chi Chuan und des Daoismus,

nach einiger Zeit gibt es nun den "Tianyinzi (Meister der himmlischen Zurückgezogenheit)" auch als kleines Taschenbuch. Ich habe noch zwei weitere Texte zur "Täglichen Übung" hinzugefügt (auch im Ebook).




Viel Spaß beim Schmökern: hier


Kurzbeschreibung
Tianyinzi ist ein daoistisches Buch eines unbekannten Autors aus der Tang-Zeit (618 – 907). Es wurde von Sima Chengzhen, dem zwölften Patriarchen der Schule der höchsten Reinheit (Shangqing), bearbeitet und mit einem Vorwort versehen.

Das Buch hat acht Kapitel und leitet zum Leben in Ruhe und Einfachheit an. Ziel ist es, durch verschiedene Techniken schrittweise das Dao zu verwirklichen und so ein daoistischer Unsterblicher zu werden.

Die Kapitel sind:

- Der Unsterbliche
- Einfachheit
- Tore zum schrittweisen Entwickeln
- Fasten und Enthalten
- Zurückziehen
- Visualisieren und Vorstellen
- Sitzen und Vergessen
- Den Geist befreien

Das Tianyinzi wurde in den daoistischen Kanon aufgenommen und dient in China u.a. bis heute als Anleitung für Qigong-Übende.


Bei der "Täglichen Übung" handelt sich um zwei daoistische Texte unbekannter Autoren, die für die Schule der vollkommenen Wahrheit (Quanzhen) von Bedeutung sind. Es gibt auch Hinweise darauf, dass sie von Autoren eben dieser Schule verfasst wurden. Sie folgen einander im daoistischen Kanon und weisen ähnliche Titel auf:

- Die wunderbare Schrift des höchsten Lord Lao zur täglichen inneren Übung

- Die wunderbare Schrift des höchsten Lord Lao zur täglichen äußeren Übung

Die "Tägliche innere Übung" beschäftigt sich mit den meditativen Übungen der Daoisten und wie diese mit dem Ziel der Klarheit und Ruhe verbunden werden. Dabei wendet der Adept innere Alchemie an und kann auf der höchsten Stufe zum Heiligen werden.

In der "Täglichen äußeren Übung" werden 46 Regeln des ethisch richtigen Verhaltens beschrieben.

Samstag, 9. Mai 2015

Artikel: Wie kommt Taijiquan zu seinem Namen?

Von Zhou Huasong

Aus dem Vereinsmagazin Nr. 10, S. 9 der Jianquan Taijiquan Association Shanghai vom 30.4.1984

Übersetzt von Martin Bödicker


Alle Stile des Wushu haben sowohl eigene Besonderheiten als auch einen eigenen Namen. Dies manifestiert sich in einem eigenen Charakter. Wie ist es denn mit dem von uns gelernten Taijiquan – warum nennt man es Taiji? Dafür gibt es einen Grund.




Wang Zongyues Klassiker des Taijiquan (Taijiquan jing) beschreibt die Bedeutung klar und deutlich:

„Das taiji ist aus dem wuji geboren. Es ist der Ursprung von Ruhe und Bewegung und die Mutter von Yin und Yang.“

Man weiß aus der eigenen tiefen Erfahrung, dass dieser Satz die zwei Schriftzeichen taiji richtig erklärt und durch die Benutzung des Wortes taiji wird erläutert, dass diese Kampfkunst auf dem Prinzip von Yin und Yang und Ruhe und Bewegung beruht.

Taijiquan wird auch langes Boxen genannt. Im Klassiker des Taijiquan heißt es:

„Das lange Boxen, es strömt ununterbrochen wie ein langer Fluss und das Meer.“

Taijiquan hat diesen anderen Namen, weil er wirklich gut die Bewegungen der Form beschreibt, die wie ein langer Fluss und das Meer ununterbrochen fließen.

Aber wie verwendet man Yin und Yang und Ruhe und Bewegung beim Üben des Taijiquan?

Wenn man Taijiquan mit der „Vorbereitung (yubeishi)“ beginnt, muss man sich bemühen, mit ruhigem Herzen/Bewusstsein (xin) zu stehen. Beide Hände hängen herab und der ganze Körper ist entspannt. Man gebraucht keine Kraft und man denkt nicht nach. Dieser Anfang ist ein Zustand des wuji [d.h. ohne Polarität].

Anschließend kommt die „Taiji-Anfangsform (taiji qishi)“. Durch die Bewegung der Hände wird zwischen links und rechts, sowie innen und aussen unterschieden. Das linke Bein tritt aus der Grundstellung (pingxingbu) hervor und das rechte Bein übernimmt das Körpergewicht. Dieser teilende Bewegungsverlauf bedeutet, dass aus dem wuji das taiji geboren wird.

Wenn der Körper, der Fuß und die Hände sich bewegen, erfolgt dies durch die Achsenmitte von Taille und Hüfte. Der Schwerpunkt verlagert sich auf den rechten Fuß. Dadurch wird das linke Bein leer bzw. Yin und das rechte Bein voll bzw. Yang. Anschließend macht man „den Umriß des Spatzenschwanzes zeichnen (lanquewei)“. Von da an gilt für alle Bewegungen, das immer Yin und Yang, sowie voll und leer unterscheiden werden und die Bewegungen ohne Unterbrechung ausgeführt werden. Wenn man Taijiquan so ausübt, dann versteht man mit Sicherheit auch den Namen Taijiquan.

Mit der Bezeichnung „Langes Boxen“, wie sie schon im Klassiker steht, halten wir es, wie man sie in der Praxis anwendet. Sie beschreibt die Bewegungen der ganzen Form. Eine Bewegung schließt an die andere an. So ist es für alle Bewegungen und es gibt in ihnen den gegenseitigen Wechsel von Yin und Yang, sowie voll und leer. Alles wird zu einer einzigen Bewegung. In Beispielen wie „Die Wolkenhände (yunshou)“, „Das Knie streifen (louxi aobu)“ und anderen wird unverkennbar ausgedrückt, wie die Bewegung von Anfang bis Ende ununterbrochen strömt, wie ein langer Fluss und das Meer. [...]

In der Tat ist taiji ein Wort, das in unserem Lande von alters her ein spezielles wissenschaftliches Fachwort ist. Seine Bedeutung umfasst Yin und Yang, leer und voll, Ruhe und Bewegung, vordringen und zurückweichen, vorne und hinten, oben und unten, sowie links und rechts. Dieser Gebrauch zeigt sich, wie allgemein bekannt, in der taiji-Grafik. Das taiji bewegt sich ohne Unterbrechung und bildet ein harmonisches Ganzes. Mit ihm kann man den Kosmos erklären, die Physik und auch die Technik des Taijiquan. [...]

Vom Namen Taijiquan über das Wissen der grundlegenden Aspekte des Taijiquan, erreicht man eine Methode zur Übung des Taijiquan und erkennt die Anforderungen an die Taijiquan-Praxis. Richtig ist, was dem Namen folgt. Sich mit dieser Regel vertraut machen und sie vollständig beherrschen. Wer dem gemäß Taijiquan lernt und auf diesem Weg fortschreitet, wird garantiert viel erreichen.

Sonntag, 26. April 2015

Klassiker: Anmerkungen zu den ursprünglichen Abhandlungen

Absatz aus:

Anmerkungen zu den ursprünglichen Abhandlungen
(von Wu Chengqing)

Nur wenn Tai Chi-Praktizierende Yin und Yang erfasst haben
und Voll und Leer unterscheiden können,
können sie auch Vordringen und Zurückweichen verstehen.
Im Vordringen findet sich Zurückweichen.
Im Zurückweichen gibt es immer noch Vordringen.
Versteckt im Zurückweichen liegt die Gelegenheit für das Vordringen.




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Mittwoch, 15. April 2015

Kleine Weisheit: Über Weichheit

Wer hart sein will,
muss an der Weichheit festhalten.
Wer stark sein will,
muss sich durch Schwäche schützen.
Das Ansammeln von Weichheit führt zu Härte.
Das Ansammeln von Schwäche führt zu Stärke.
Betrachte was angesammelt wird,
um die Richtung von Erfolg und Misserfolg zu erkennen.
Das Harte überwindet,
was nicht so hart ist wie es selbst.
Bei gleicher Härte, gewinnt keines von beiden.
Das Weiche überwindet, was ihm überlegen ist.
Seine Kraft ist unermesslich.

Aus: Das Dao als Quelle - Yuandao




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Sonntag, 12. April 2015

Artikel: Gewandtheit

Gewandtheit

Im Tai Chi Chuan gibt es neben der langsamen Form noch eine Reihe von Waffenformen und z.T. auch eine schnelle Form. Diese Formen werden dynamisch mit vielen Tempowechseln ausgeführt.




Bei der langsamen Form soll man nach Wu Yinghua und Ma Yueliang immer die Aspekte Ruhe (jing), Leichtigkeit (qing), Langsamkeit (man), Gewissenhaftigkeit (qie) und Ausdauer (heng) beachten. Die dynamische Formen unterscheiden sich von der langsamen Form im dritten Punkt Langsamkeit. Unter Langsamkeit wird verstanden, dass die Bewegungen sehr kontrolliert, aber dennoch leicht, gleichmäßig, fließend und ohne Unterbrechungen durchgeführt werden (vgl. Ma Jiangbao, S. 41ff).

Für die dynamische Formen wird der Aspekt der Langsamkeit durch Gewandtheit (ling) ersetzt. Die Gewandtheit manifestiert sich in vier verschieden Merkmalen, die beim Training unbedingt beachtet werden müssen. Nur so kann aus den Qualitäten der Langsamen Form auch eine Beherrschung von schnellen Bewegungen entstehen. Wu Yinghua und Ma Yueliang schreiben dazu:

„Um Leichtigkeit, Gewandtheit, Geschmeidigkeit (yuanhuo) und Geschicklichkeit (ziru) zu entwickeln, muß man auf vier besondere Merkmale achten:

- Pause und Wendung wechseln einander ab (duncuo xiangjian)
- Hart und Weich unterstützen einander (gangrou xiangji)
- Schnell und langsam harmonieren miteinander (kuaiman xianghe)
- Vorne und hinten sind miteinander verbunden (qianhou xianglian)“
(Wu, Ma, S. 2)




Für Wu Yinghua und Ma Yueliang manifestiert sich die Pause (dun), im „stabilen Gleichgewicht“ (zhongding) und die Wendung (cuo) in der Bewegung des Springens. Ma Jiangbao erläutert hierzu, daß die meisten Bewegungen in den dynamischen Formen mit einer schnellen Bewegung enden. Danach wird durch eine kurze Pause ein Akzent gesetzt. Die nächste Bewegung beginnt dann immer mit einem Richtungswechsel, oft begleitet durch einen Sprung (der hier auch ein langer Gleitschritt sein kann). Sprung oder Richtungswechsel sind cuo, die Wendung. Zur weiteren Erläuterung der vier Merkmale schreiben Wu Yinghua und Ma Yueliang:

„Die harte Kraft (gangjin) verwendet starkes fajin. Das Prinzip der Weichheit (rouze) verwendet sanfte Bewegungen. Das bedeutet, nach der harten Kraft folgt die Sanftheit. Die Wendung muss schnell sein. Was die Schnelligkeit betrifft: In ihr liegt die Wendung. In der Langsamkeit liegt das Ausdehnen. Die Positionen der Form müssen deutlich sein. Die ganze Form muß von Anfang an natürlich ausgeführt werden, die letzten Bewegung müssen ruhig sein. Man darf sie nicht vernachlässigen. Das ist die Verbindung von vorne und hinten.“ (Wu, Ma, S. 2)

Ma Jiangbao erklärt dazu, daß in den dynamischen Formen die einzelnen Positionen gestreckter als in der langsamen Form ausgeführt werden. Das führe häufig auch zu einem tieferen Stand. Trotzdem dürfe die Gewandtheit nicht leiden.

Ma, Jiangbao; Tai Chi Chuan; Mach:Art; Ratingen; 1998
Wu, Yinghua; Ma, Yueliang; Wu Shi Tai Ji Kuai Quan; Henan Kexue Jishu Chubanshi;1988

Dienstag, 31. März 2015

Eine chinesische Weisheit


Wer über sich selbst nachdenkt,
verwandelt alles, auf das er stößt, in Medizin.
Wer immer nur anderen die Schuld gibt,
verwandelt jeden Gedanken in eine scharfe Waffe.
Der eine eröffnet sich einen Weg zu endlosem Guten.
Der andere gräbt sich vor zur Quelle grenzenlosen Übels.
Die zwei sind so verschieden wie Himmel und Erde.




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Montag, 30. März 2015

Kleiner Gedanke: Über das stabile Gleichgewicht

von Martin Bödicker


Habe gerade dies hier von Elias Canetti (Schriftsteller 1905 -1994) gelesen:

„Der Stolz des Stehenden ist, dass er frei ist und sich an nichts lehnt. (…) Es ist immer so, dass der Stehende sich selbstständig fühlt. Wer sich erhoben hat, steht am Ende einer gewissen Anstrengung und ist so groß, wie er überhaupt werden kann. Wer aber schon lange steht, drückt eine gewisse Widerstandskraft aus; sei es, dass er sich von seinem Platz nicht verdrängen lässt wie ein Baum, sei es, dass er ganz gesehen werden kann, ohne sich zu fürchten oder zu verbergen. Je ruhiger er steht, je weniger er sich wendet und in verschiedene Richtungen auslugt, umso sicherer wirkt er. Nicht einmal einen Angriff im Rücken fürchtet er, wo er doch keine Augen hat.” (Masse und Macht, Kapitel Von den Stellungen der Menschen)




Diese Zitat ließ mich an das stabile Gleichgewicht (zhongding) denken - ist es doch die Grundlage aller Positionen und Bewegungen im Tai Chi Chuan - der Schlüssel zur jin-Kraft. Das chinesische Denken dringt tief in die Prinzipien des Stehens und des stabilen Gleichgewichts ein und entdeckt:

Stabiles Gleichgewicht entsteht aus dem Wechsel von Ruhe und Bewegung;
das eine ist die Wurzel des anderen
und das Tai Chi ist es, dass diese beiden hervorbringt.



Daraus folgt im Klassiker des Tai Chi Chuan (siehe das Tai Chi-Klassiker Lesebuch):

Stehen wie eine Waage im Gleichgewicht.
Beweglich wie ein Rad.



Und gleich fallen mir drei Methoden ein, es zu üben:

1. Das Stehen wie ein Baum: Außen Ruhe - innen Bewegung

2. Die Tai Chi-Form: Außen Bewegung - innen Ruhe

3. Das Pushhands: Der ständige Wechsel von Ruhe und Bewegung


Wie heißt es doch im Lied des stabilen Gleichgewichts (siehe das Tai Chi-Klassiker Lesebuch):

Zentriert und fest.
Ruhig wie ein Berg.

Innen wird die Lebenskraft konzentriert.
Außen zeigt man Ruhe und Gelassenheit.





Und außen zeigt man Ruhe und Gelassenheit - damit ist der Bogen wieder zu Canetti gespannt.

Gruß und viel Freude beim Üben

Martin

Donnerstag, 26. März 2015