Sonntag, 19. Oktober 2014

Artikel: Das Problem der "Doppelten Gewichtung"

Das Problem der "Doppelten Gewichtung"

von T. Stoeppler

Gerade die Übenden des Tajiquans haben mit der Beschreibung des grundlegenden Problems der "doppelten Gewichtung" zu tun, aber der Begriff selbst ist nur ein Platzhalter für ein Defizit in der Körpersteuerung ganz allgemein. Im Taijiquan gilt es "von der ersten Bewegung an leicht und wendig" zu sein; das gilt für das Pushing Hands und die formellen Übungen. Dabei handelt es sich natürlich um ein Ideal - man versucht sich diesem graduell anzunähern. Ich werde hier einmal die verschiedenen Möglichkeiten der "Doppelten Gewichtung" erörtern. Das Konzept im Sinne von Problem und Lösungsstrategie(n) selbst ist natürlich auch auf diverse Alltagssituationen übertragbar, allerdings soll das hier nicht Thema sein.




Ganz allgemein gesprochen ist man "doppelt gewichtet", wenn der Körper passiv durch Arretieren seiner strukturellen Elemente sich selbst (vermeintlich) stützt. Das vielleicht klarste Bild einer doppelt gewichteten Struktur ist eine Brücke, deren tragender Bogen sich zwischen zwei Pfeilern aufspannt. Im menschlichen Körper nennt man diese Art der Ausrichtung eine geschlossene kinematische Kette und sie ist verständlicherweise sehr stabil, aber nicht sehr mobil.

Eine klassische Anweisung im Taijiquan ist das Unterscheiden von "Voll und Leer" - also dass der Übende immer genau zwischen einer lasttragenden Körperseite und der freien Körperseite entscheiden kann.
Als einfachstes Beispiel dient der normale Stand - man versucht, immer ein Bein "voll" also belastet zu haben, während das andere Bein "leer" also frei für jedwede Bewegung ist. Bewegt man sich einen Schritt vor, soll der Übende immer ein Bein belastet und eines frei haben.

Selbstverständlich ist dies nicht möglich. Es gibt immer einen Moment, an dem beide Beine lasttragend sind - einbeiniges Hüpfen mal ausgenommen, aber das ist nicht gemeint - …

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