Dienstag, 27. Mai 2014

Buch: Träge und trunkene Verse aus dem alten China

Allein in der Frühlingsnacht

Li Shangyin

In dieser herrlichen Landschaft
lasse ich alles Weltliche hinter mir.

In Trägheit und Muße
zieht das Leben an mir vorbei.

Der Abend ist klar –
der Wind streicht durch den Bambushain.

In tiefer Nacht
wird der Mond zu meiner Blume.

Zwischen Steinen und Felsen
entspringt eine sprudelnde Quelle.

Altes Moos
bedeckt den sich windenden Pfad.

Sorglos lebe ich
mit Laute und Wein.

Mich selbst vergessen habe ich –
mit dem großen Berg als Heim.


Liebe Freunde des Tai Chi Chuan,

eine der Grundlagen unserer Kunst ist die Harmonie von Ruhe und Bewegung. Dabei ist für viele Übende neben den wundervollen Bewegungen des Tai Chi Chuan auch der Aspekt von Ruhe, Muße und Entspannung von großer Bedeutung.

Dies empfanden die klassischen, chinesischen Dichter genauso und daher hier folgendes kleines Buch zur Inspiration:

Träge und trunkene Verse aus dem alten China




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(Auch als Ebook verfügbar auf allen Computern, Tabletts und Smartphones mit dem kostenlosen Ebook-Reader von Amazon)


– Die Zeit ist von Wert, die man nicht verwertet. –

Das träge Leben ist nach chinesischer Auffassung die kultivierteste Art des Lebens. Nur der Müßiggang verschafft einem freie Sicht auf die Schönheiten der Natur und die kulturellen Errungenschaften des Menschen.

– Der Hastige ist niemals Weise. –

Und auch erst durch das träge Leben erlangt man eine Sicht auf sich selbst, die es einem ermöglicht, zum Kern des menschlichen Seins vorzudringen.

– Derjenige ist Weise, der versteht, müßig durch das Leben zu gehen. –

Das träge Leben als Ideal – es findet sich auch bei vielen chinesischen Dichtern. Auf höchst poetische Art erläutern sie uns ihre Liebe zum Müßiggang.

Viel Freude beim Schmökern

Martin Bödicker

Montag, 26. Mai 2014

Link: 90 Issues Qi Magazin Free Download



Mehr: hier

Qi Magazine was founded in 1990 by Michael Tse as a means of helping his students learn more about Chinese culture. Often his students would ask the same or similar questions in class and so he felt he could benefit more people with his knowledge by offering the Qi Magazine to them and also a wider audience. The magazine grew from a small black and white booklet to a proper magazine that was distributed all over the world.

Sadly Qi Magazine has now ceased production, but not after 18 years and 90 issues all packed with rare and unique articles covering all aspects of Chinese Qigong, martial arts, culture and philosophy.

This wealth of information is now available to everyone as you can now download every single issue of Qi Magazine ever produced, in pdf format for free. Click on the thumbnails below to download.

Some of you however may prefer to hold the real thing. A number of printed issues are availalbe to purchase in sets. You can find details of these at our online shop.

We hope you enjoy reading them as much as we enjoyed making them.

Mittwoch, 14. Mai 2014

Artikel: Taijiquan als Kampfkunst

von Dr. Jan-Harloff Puhr




Das Taijiquan kann aus einer Vielzahl an Blickwinkeln betrachtet werden. Im vorliegenden Fall soll es um Taijiquan als Kampfkunst gehen. Was aber ist das eigentlich – eine Kampfkunst? Es gibt für das Konzept der Kampfkunst (englisch: „martial art“) verschiedene Definitionen, die meist bestimmte Aspekte in den Vordergrund rücken. Häufig wird dabei die Kampfkunst von dem Kampfsport klar abgegrenzt. Diese Unterscheidung ist aber nicht sinnvoll, da die beiden Konzepte in vielen Systemen sehr eng miteinander verzahnt sind.

Auch die strikte Trennung in Systeme für den „echten“ Kampf und solche für „simulierte“ Kämpfe ist nicht wirklich brauchbar, weil man in zahlreichen Traditionen enge Zusammenhänge zwischen dem Training für den realen Kampf und für Vorführungen findet. Eine sehr allgemeine und brauchbare Definition liefert Peter A. Lorge in seinem exzellenten Buch „Chinese Martial Arts – From Antiquity to the Twenty-first Century“ von 20121:

„[...] Ich definiere „Kampfkünste“ als die verschiedenen Fertigkeiten oder Praktiken, die einen Ursprung als Methoden für den Kampf haben. Diese Definition schließt daher viele Aktivitäten aus den Bereichen der Darbietung, Religion oder Gesundheitsförderung ein, die keine direkte Anwendbarkeit im Kampf mehr haben, aber eindeutig dort entstanden sind [...].“

Mehr: hier

Ebook: Das Buch der Wandlungen verstehen

Zhou Dunyi gilt als Architekt des Neokonfuzianismus und trug wesentlich dazu bei, dass die Zeit der Song-Dynastie (960 – 1279 n. Chr.) zu einem Wendepunkt in der Philosophiegeschichte Chinas wurde. Mit seinem kurzem Text Die Erklärung des taiji-Diagramms legte er den Grundstein für die neokonfuzianische Kosmologie. Immer wieder heißt es auch, dass dieses Werk dem Tai Chi Chuan seinen Namen gab (der Text findet sich im philosophischem Lesebuch zum Tai Chi Chuan 2).

In seinem zweiten Werk Das Buch der Wandlungen verstehen (Tongshu) entwickelte Zhou Dunyi in 40 Abschnitten die neokonfuzianische Ethik. Hier konzentrierte er sich ganz auf das Wesen des Weisen.




Bestellen: hier (wie immer mit der kostenlosen Kindle-App für alle Computer, Tabletts und Smartphones)


Nach Zhou ist das Ideal des Weisen das Ruhen in Stille. Dies ist die Grundlage für die Entwicklung von Wahrhaftigkeit (cheng). Wahrhaftigkeit kann auch als authentisch-sein oder echt-sein verstanden werden und wird als Ursprung der fünf konfuzianischen Tugenden Mitmenschlichkeit, Rechtschaffenheit, Sittlichkeit, Weisheit und Treue gesehen. Stimmt der Weise mit diesen überein, folgt er dem Weg und erreicht so das höchste Ziel des Menschen.

Hier ein Auszug aus dem Werk:

26) Fehler

[Der Schüler des Konfuzius]
Zhong You war erfreut,
von seinen Fehlern zu hören
und seiner guter Name war unermesslich.

Wenn die Menschen heutzutage Fehler machen,
mögen sie es nicht, von anderen
darauf hingewiesen zu werden.

Dies ist, wie eine Krankheit zu verstecken
und den Arzt zu vermeiden.

Die Menschen von heute schädigen lieber sich selbst,
als sich ihrer Krankheit bewusst zu werden.

Wie schrecklich!

Sonntag, 11. Mai 2014

News: Das neue Taijiquan & Qigong Journal ist da!




- Huichungong aus physiotherapeutischer Sicht
- Taijiquan - was bedeutet aufrecht und zentriert?
- Die Bewegung des Dao
- Interview mit Faye Li Yip

Mehr: hier

Donnerstag, 8. Mai 2014

News: Yang Family Newsletter

Please enjoy viewing the new 100-page Digital Edition of the International Yang Family Tai Chi Chuan Association newsletter!




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Sonntag, 4. Mai 2014

News: Neue Facebook-Gruppe



Um meinem Interesse an chinesischer Weisheit und Philosophie weiter zu folgen, habe ich auf Facebook eine neue Gruppe gegründet:

Weisheiten des alten China

Ein jeder ist herzlich willkommen.

Gruß

Martin