Montag, 21. Oktober 2013

News: German Taijiquan Open

26. Oktober 2013


Jetzt schon mehr als 90 Teilnehmer beim Pushhands, insgesamt mehr als 150.

Mehr: hier

Text: Kurze Information zur schnellen Form des Wu Tai Chi Chuan

Von Wu Yinghua und Ma Yueliang
Aus dem Buch „Zhengzong Wushi Taijiquan (Die orthodoxe Schule des Wu-Stil Taichichuan)“, S. 158-159
Übersetzt von Martin Bödicker

(Gilt für das Wu Tai Chi Chuan, aber ich denke auch für die meisten schnellen Formen anderer Stile. M. Bödicker)

Die schnelle Form ist ein Erbe der Familienlehre des Meisters Wu Jianquan. Sie ist die frühere Form, aus der die heutige traditionelle Form [langsame Form] entwickelt wurde. Ihr Verlauf ist lang und kompliziert und besondere Aufmerksamkeit wird dem abgeben der jin-Kraft (fajin) geschenkt. Für das Erlernen wird man sich sehr anstrengen müssen.


Als Meister Wu Jianquan die traditionelle Form entwickelte, wurde ihre Form weich und gemäßigt, solide und ohne Unterbrechung. Damit gründete er den eigenen Stil der langsamen Form des Wu Tai Chi Chuan. Die schnelle Form ist nur in einem kleinen Kreis verbreitetet und ist bis heute höchst wertvoll. Sie wird nur von wenigen geübt. Zusammenfassend hat diese Form folgende Besonderheiten:

1) Die Vereinigung von: das Herz/Bewusstsein trainieren – das qi trainieren - den Körper trainieren

In den „Mentalen Erklärungen zum Ausführen der 13 Grundbewegungen (Shisanshi xinggongxinjie)“ heißt es: „Mit dem Herz/Bewusstsein (xin) das qi leiten. Das qi sinken lassen. Dann kann es sich in den Knochen sammeln. Mit dem qi den Körper bewegen. Den Körper folgen lassen. Dann kann er dem Herz/Bewusstsein gehorchen.“ Das Wort Herz/Bewusstsein (xin) verweist hier auf die Denkvorgänge in der Großhirnrinde. Weiterhin bezeichnet man mit der Vorstellungskraft (yi), dass man sich des qi bewusst ist. Aber Herz/Bewusstsein und Vorstellungskraft unterscheiden sich. Der Kampfkunstspruch „Bewegt sich das Herz/Bewusstsein, bewegt sich auch die Vorstellungskraft, bewegt sich die Vorstellungskraft, bewegt sich auch der Körper“ sagt ganz klar, dass zwischen Herz/Bewusstsein und Vorstellungskraft eine Beziehung von Haupt- und Nebensache herrscht.



Das qi aus „Mit dem Herz/Bewusstsein das qi leiten.“ stellt sich in zwei Arten dar. Die eine Art ist das qi der Atmung, die andere das formlose, ursprüngliche qi (yuanqi). Diese zwei qi-Arten stehen auch zueinander in Beziehung. Beim Üben der Wu Taichichuan schnellen Form muss man zuerst eine ruhige Atmung bewahren. Man muss sowohl eine normale Häufigkeit, als auch eine normale tiefe der Atmung aufrechterhalten. So entwickelt man ganz natürlich nach langer Zeit eine tiefe Atmung und versucht nicht, dies künstlich zu erreichen. Das ursprüngliche qi ist das qi des ursprünglichen yang des menschlichen Körpers. Es ist einfach das qi des „Mit dem Herz/Bewusstsein (xin) das qi leiten.“ und das durch das qi der Atmung genährte qi des ursprünglichen yang. Der Satz „Wenn man richtig atmet, wird man auch gewandt.“ aus den „Mentalen Erklärungen zum Ausführen der 13 Grundbewegungen“ beschreibt ganz klar die wunderbaren Ergebnisse dieser natürlichen Atmung.

2) Den Körper trainieren als Grundlage (ti) – die abgebende jin-Kraft (fajin) als Anwendung (yong)

Bei der schnellen Form des Wu Taichichuan bildet das körperliche Training die Grundlage (ti). Bewegungen zum Austeilen von Schlägen bilden die Anwendung (yong). Dies sind Bewegungen, bei der jin-Kraft abgegeben wird (fajin). Beim fajin ist die Taille (yao) die Hauptsache und Grundlage und die vier Gliedmaßen sind die Anwendung. Es ist wie in dem Spruch „Die Kraft wird durch das Rückgrat abgegeben.“ Beim fajin muss man die ganze Kraft auf einen Punkt konzentrieren. Man hat die jin-Kraft und ist dann für einen Moment sehr schnell, wie es in den „Mentalen Erklärungen zum Ausführen der 13 Grundbewegungen“ formuliert ist:

Jin-Kraft abgeben (fajin), wie das Abschießen eines Pfeils. Man muss völlig gesetzt und locker sein und sich auf eine Richtung konzentrieren.“

Freitag, 18. Oktober 2013

Text: Kleiner Gedanke 2

Heute ein kleiner Gedankensprung von mir.

Ich saß so auf meinem Sofa und ließ meinen Badmington-Schläger auf meinem Kopf fallen. Er titschte so schön elastisch wieder weg. Da dachte ich:

Der Rahmen ist hart, die Seiten sind weich, erst zusammen sind sie elastisch.

Ist das nicht das Ideal des Tai Chi Chuan?

Dienstag, 15. Oktober 2013

Montag, 14. Oktober 2013

Clip: Nicht nur Tai Chi hält im Alter fit!

Lasst euch mal überraschen - ab 1:30 geht es richtig los.

(Leider nicht Ginger Rogers mit 92, sondern Sarah Paddy Jones mit 75)

Mittwoch, 9. Oktober 2013

Text: Kleiner Gedanke

von Martin Bödicker

In letzter Zeit versuche ich noch stärker als früher, die Wichtigkeit der Theorie des Tai Chi Chuan in meinen Veröffentlichungen darzustellen. Dabei werde ich aber immer wieder gefragt, ob das wirklich sein muss. Was nützt mir die Theorie?

Eine Antwort dazu findet man im Denken des alten China. Dort wird das Weltgeschehen als fortwährende gesetzmäßige Wandlung begriffen. Eine richtiges Handeln des Menschen in einer gegebenen Situation ergibt sich dann, wenn man schon im voraus sich erfüllende Tendenzen erkennt. Man muss die Keime des Werdenden rechtzeitig bemerken. So erlangt man die Möglichkeit, die Situation zu beeinflussen, ehe sich die Entwicklungen verfestigen. Ein frühes Handeln erfolgt so in Leichtigkeit und entspricht dem wuwei, dem Handeln, ohne zu handeln.

Um diesem Ideal - dem Handeln in Leichtigkeit - zu folgen, bedarf es aber des Wissens von der Gesetzmäßigkeit des Wandels. Ohne dieses Wissen tappt man im Dunkeln. Die Theorie ist in der Lage, uns das Wissen von der Gesetzmäßigkeit des Wandels zu vermitteln. Dies gilt im Allgemeinen, aber auch für das Tai Chi Chuan, einer Kampfkunst, die sogar das Gesetz des Wandels im Namen trägt.