Montag, 2. September 2013

Doktorarbeit: Tai Chi Chuan die Dritte

Taiji und Stressprotektion: Psychobiologische Untersuchungen

Universität Bern

vorgelegt von Marko, Nedeljković

Einer vom Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) in Auftrag gegebenen und kürzlich veröffentlichten Studie zufolge fühlten sich im Jahre 2010 34.4% der Erwerbstätigen in der Schweiz häufig bis sehr häufig gestresst (Grebner, Berlowitz, Alvarado & Cassina, 2011). Im Vergleich zur früheren SECO-Studie aus dem Jahre 2000 (Ramaciotti & Perriard, 2000) waren damit rund 30% mehr Erwerbstätige von chronischem Stress betroffen. Während im Jahre 2000 die in der Schweiz durch Stress am Arbeitsplatz verursachten Kosten konservativ auf 4.2 Milliarden Franken geschätzt wurden (Ramaciotti & Perriard, 2000), beliefen sich diese für das Jahr 2010 auf 15.5 Milliarden Franken (Ragni, 2011). Vergleichbare Daten zur Prävalenz von Stress am Arbeitsplatz liegen auch von der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz (EU-OSHA) vor (2009).

Zentrales Forschungsthema der im Rahmen der vorliegenden Dissertationsarbeit durchgeführten Studien ist die Untersuchung einer möglichen stressprotektiven Wirkung von Taiji1 (太極). Bei Taiji handelt es sich um eine achtsam und überwiegend langsam auszuübende Bewegungsform aus China, welche zunehmend auch in Europa und Amerika praktiziert wird (Robinson, 2007; Wayne & Kaptchuk, 2008a). Regelmässiges Taiji-Training soll den Körper stärken und entspannen, den Gesundheitszustand verbessern, sowie die Persönlichkeitsentwicklung und die Selbstverteidigung fördern (Wayne & Kaptchuk, 2008a).

Das stressprotektive Potential von Taiji wurde in jüngerer Vergangenheit zum Untersuchungsgegenstand der Forschung (siehe Kapitel 3.2) und wird durch die vier eingereichten Originalarbeiten (siehe Anhang A1) weiter ausgelotet. In der ersten Arbeit wurden die Erwartungen von Taiji-Novizen und die Einschätzungen von Taiji-Lehrenden bezüglich der Wirkungen eines Taiji-Anfängerkurses erfasst. In der zweiten Studie wurde der Einfluss eines dreimonatigen Taiji-Anfängerkurses auf die psychobiologische Stressreaktivität untersucht. Die Untersuchung der Forschungsfrage, welche Personen am stärksten von der stressprotektiven Wirkung eines Taiji-Trainings profitieren, war Gegenstand der dritten Arbeit. Schliesslich wurde in der vierten Studie untersucht, inwiefern ein regelmässiges Ausüben von Taiji stressprotektive Ressourcen wie Achtsamkeit und Self-Compassion günstig zu beeinflussen vermag.

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