Samstag, 31. August 2013

Text: Annahmen - Wenn Dinge nicht so sind, wie sie zuerst erscheinen.

von Martin Bödicker

Mach einmal diesen kleinen Test:

Ein Mann ganz in schwarz gekleidet, sitz auf dem Lande in einer Kneipe. Er trinkt einen Schnaps nach dem anderen. Nach drei Stunden verläßt der Mann in schwarz die Kneipe und geht betrunken eine kleinen Weg auf dem Lande entlang. Es gibt dort keine Lampen und auch der Mond scheint nicht. Ein Auto mit ausgeschalteten Scheinwerfern kommt. Der Fahrer bemerkt den Mann und bremst rechtzeitig, so dass kein Unfall passiert. Wie konnte er den Mann in schwarz erkennen?



Das Ereignis passierte am frühen nachmittag bei Sonnenschein.

Beim Tai Chi Chuan werden in der Regel Erwachsene unterrichtet. Diese haben oft schon Erfahrung mit anderen Bewegungssystemen, wie anderen Sportarten oder sogar verwandten Tai Chi-Stilen gemacht. Dies kann helfen, aber auch zu Problemen führen. Beim Erlernen des Tai Chi Chuan können aufgrund der bisherigen Erfahrungen falsche Annahmen gemacht werden. Oft werden auch Dinge verglichen, die noch nicht wirklich verstanden sind. Dies kann leicht zu Schwierigkeiten führen führen. Man sollte sowohl Lehrer, als auch als Schüler geduldig sein und mit dem Lernen wirklich noch einmal von vorne anfangen. Hat man aber in einem Stil ein gewisses Niveau erreicht, kann das ursprüngliche Wissen sehr fruchtbar sein.

Dienstag, 27. August 2013

News: International push hands meetings in Prague


2nd International Push Hands Meeting in Prague
We are pleased to invite you to the 2nd inter­na­tional meet­ing of friends of push hands (tui shou) and Tai Chi Chuan in Prague.

The meet­ing is held in the his­toric cen­ter of Prague from Sep­tem­ber 13th to 15th, 2013 (Fri­day to Sunday).

More: here

Samstag, 24. August 2013

Artikel: Tai Chi für Kinder

von Arno Matthias, Win-Do@gmx.de, Homepage


„Das Leben eines Kindes ist so beengt durch Einschränkungen, Vorschriften und Enttäuschungen, dass jeder Weg zu einer inneren Befreiung wesentlich wird.“ (Haim Ginott)

Das Unterrichten von Kindern unterscheidet sich fundamental vom Unterricht mit Erwachsenen. Es ist viel schwerer, und wir haben viel mehr Verantwortung. Erwachsene kommen freiwillig, mit selbst festgelegten Zielen; wenn ihnen Tai Chi nicht gefällt, kommen sie nicht wieder. Kinder werden oft zum Unterricht geschickt, überredet oder gar genötigt; oder sie kommen zwar freiwillig, wählen z.B. TJQ als Schul-AG, aber nur weil sie glauben, hier abgammeln zu können. Kinder zeigen ihren Unwillen gerne direkt, häufig durch Stören.

Erwachsene kommen mit langfristiger Perspektive, auf die Kinder hat man in aller Regel nur kurzen Zugriff. Dennoch erwarten einige Eltern und Lehrer „Wunder-Heilungen“. Das Unterrichten von Sechsjährigen unterscheidet sich noch einmal sehr vom Unterrichten zehn- oder 15-jähriger Kinder. Das Alter liefert jedoch nur einen groben Hinweis, auf welchem Entwicklungsstand, und der ist für uns entscheidend, sich die SchülerInnen befinden. Sprachverständnis, Vorwissen, Sozialverhalten, (Selbst-) Motivation, Konzentrationsdauer - alles befindet sich noch in der Entwicklung. Diese Tatsache verlangt von uns Lehrern große Anpassungsfähigkeit und oftmals Improvisationstalent. Kindergruppen sollten möglichst altershomogen sein. 13-jährige Teenies machen auf dem Absatz kehrt, wenn sie 10-jährige „Babys“ sehen.

Der Entwicklungsstand entscheidet über die angemessene Methodik.

Sind die Kinder noch recht jung, muss viel Zeitaufwand für Grundlagen-Training eingeplant werden, vor allem für das Einüben von Gruppenregeln. Aber auch Grundwissen über den menschlichen Körper (Was ist Stress? Was ist Angst? Was ist Bauchatmung?, Unterschied Anspannung/Entspannung, Bewegungsspielraum der Gelenke, Ausrichtung der Knochen je nach Absicht usw.) und über die Umwelt (Schwerkraft, Kraftvektoren, Superposition von Kräften usw.) darf niemals vorausgesetzt werden.

Ganz wichtig und ganz schwer: die richtige SPRACHE zu finden!

(s. Buchtipp Faber/Mazlish) Nichts kann man voraussetzen, keine Fremdwörter, keine abstrakten Begriffe, kein Weltwissen. Da uns die Art zu reden selbstverständlich geworden ist, müssen wir sie uns wieder bewusst machen, uns selbst kritisch hinterfragen (dieser Vorgang ist uns von unseren Bewegungsgewohnheiten ja bereits vertraut) und in aller Regel konkreter und einfacher im Ausdruck werden. Sinn-voll ist, was die Sinne anspricht. Alle Begriffe müssen für die Kinder unmittelbar spürbar sein, alle geistigen Inhalte müssen durch bildhafte Analogien und körperliche Übungen vermittelt werden. Gut zu verwenden sind z.B. die bildhaften Namen der Form.

Ebenfalls ganz wichtig: die Kinder als vollwertige Menschen respektieren!

„Es gibt nur einen Weg, der uns zum Sieg führt: Das Vertrauen der Kinder gewinnen.“ (Haim Ginott). Kinder sind nicht unfertige Erwachsene, die WENIGER können und wissen, sondern sie haben ANDERE Fähigkeiten. Wer ihnen aufmerksam zuhört, kann eine Menge lernen. Wer ihnen Respekt entgegenbringt, bekommt Respekt zurück.

Nach Freud ist Kindheit der Weg vom Lustprinzip zum Realitätsprinzip. Je jünger die Kinder, umso weiter links sind sie auf dieser Skala. Vernunft ist für sie uninteressant. Sie wollen spielen, und sie wollen Spaß. Deshalb kommt Humor, insbesondere selbstironischer, immer gut an. Mit (dosierter) Albernheit lässt sich mehr erreichen, als mit guten Argumenten oder mit Druck. Erziehung sollte Spaß machen. „Wenn es ihnen keinen Spaß macht, geben sie sich vielleicht zu viel Mühe.“ (Judith Rich Harris)

Veranstaltungsorte -und damit unsere Verdienstmöglichkeiten - bestimmen den Inhalt:

In einem Kampfsportclub (s.u. Text von Dietlind Zimmermann) sollen/wollen die Kinder eher Kämpfen lernen, Selbstvertrauen aufbauen, evtl. ADHS lindern.
In Schulen, KiTas und Offenen Ganztagseinrichtungen könnten folgende Lernziele (und damit unsere selling points) im Vordergrund stehen:

TJQ ist gut für...
Körper, Geist und Gruppe
Körperbewusstsein
Kraft, Ganzkörperaktionen, Gleichgewicht usw. (wie Erwachsene)
Konzentration, Ruhe/Ausgeglichenheit/Gelassenheit, Coolness, geistige Ausdauer, Geduld, Meditation; eine Webseite heißt „Entschleunigte Kinder und Jugendliche“
Anatomie- und Physik-Kenntnisse
Bewegungsfreude, vom passiven Sehen zum aktiven Spüren und spielerischem Erforschen
Ziran, Körper und Geist verbinden
Selbstvertrauen; „Kung Fu“; etwas können, was die Eltern nicht können
Ich-Stärkung, z.B. den eigenen Gefühlen vertrauen
Sozialverhalten, Regeln einhalten, Respekt vor dem Partner, Umgang mit Druck (geistig und körperlich)
Von Abhängigkeit zur Autonomie (Selbst-Wert, Selbst-Vertrauen, Selbst-Beruhigung, Selbst-Tröstung, Selbst-Motivation usw.)
Freude am Lernen - durch direkte Erfolge

Zitate
Children need love, especially when they do not deserve it.
Harold S. Herbert

Child-rearing is not something a parent does to a child: it is something the parent and the child do together.
(Kindererziehung ist nicht etwas, das Eltern für ihr Kind tun - es ist etwas, dass Eltern und Kind gemeinsam tun.)
Judith Rich Harris

Die sogenannte "normale" Umgangssprache macht die Kinder wahnsinnig. Dieses Beschuldigen und Beschämen, das Predigen und Moralisieren, das Fordern und Befehlen, das Ermahnen und Anklagen, das Lächerlichmachen und Herabsetzen, das Drohen und Bestechen, das Diagnostizieren und Prognostizieren - alle diese Techniken brutalisieren, vulgarisieren und enthumanisieren die Kinder. Ein gesunder Geisteszustand wird nur erreicht, wenn wir unserer eigenen inneren Wirklichkeit vertrauen, und dieses Vertrauen entsteht nur im Verlauf von echter Kommunikation.
Leo Buscaglia

Dietlind Zimmermann (s.u. Weblinks):
„Aus zwei Gründen überlegen besorgte Eltern, ihre Kinder in eine Kampfkunstschule zu schicken: Raufbolde sollen sich austoben können und zugleich lernen, ihre Energien zu disziplinieren und schüchterne Kinder, die zum Prellbock der anderen auf dem Schulhof werden, sollen lernen sich zu behaupten.
Für beide ist dies generell eine gute Idee!
Tai Chi Chuan ist eine Innere Kampfkunst und mit ihr soll Innere Stärke entwickelt werden - Wie zeigt sich Innere Stärke? Körperlich z.B. als Entspanntheit, Lockerheit, sicherer Stand, Flexibilität, Ausdauer.
Die innere Stärke des Geistes zeigt sich, wenn jemand sicher 'seinen Standpunkt' vertreten kann, sich nicht 'aus der Ruhe bringen' lässt durch Provokationen oder Ablenkungen, wenn man 'locker drauf' bleibt - auch wenn man 'dumm angemacht wird', wenn man weiß, wie man einen Streit vermeiden oder schlichten kann.
In der Partnerübung erfahren die Kinder Freude an den eigenen Stärken und Fähigkeiten, aber auch Verantwortung für den anderen - und sie lernen, dass es am besten 'klappt', wenn sie ihre Übungspartner nicht als Gegner sondern als Mitspieler begreifen.“

Ankündigung meiner Veranstaltung "Tai Chi für Jugendliche", VHS Kaarst:
“Action und Relaxen, Spannung und Entspannung, Selbstverteidigung und Meditation... Tai Chi ist eine chinesische Kampfkunst, die den harmonischen Ausgleich sucht zwischen schnell und langsam, hart und weich, angreifen und ausweichen. Tai Chi verbessert das Gefühl für den eigenen Körper, die Konzentrationsfähigkeit, die Beobachtungsgabe, das Reaktionsvermögen, die Muskulatur, Atmung und vieles mehr. Komm mit auf eine Entdeckungsreise zu deinem Kraftzentrum!”

Bücher:
Adele Faber & Elaine Mazlish: How to talk so kids can learn. ISBN 0-684-82472-8
liebevolle Pädagogik:
Haim Ginott: Eltern und Kinder (besonders das Kapitel “Musikunterricht”). Hallwag Verlag (Antiquariat)

DVD:
Daniel Grolle: Kinder Taiji. www.taichi-shop.info/Daniel-Grolle-Kinder-Tai-Chi-DVD

Weblink:
Dietlind Zimmermann: www.tai-chi-lebenskunst.de/html/kinder.html

Donnerstag, 22. August 2013

Artikel: Tai Gongs sechs geheime Lehren

Ein Artikel von Martin Bödicker

Schon seit frühesten Zeiten war im chinesischen Militär die Theoriebildung ein wichtiges Thema. Es existiert eine Anzahl an Schriften von Generälen und Strategen. Diese Schriften waren ursprünglich geheim, wurden als gefährlich angesehen und der private Besitz war verboten. Gerade auch Personen, die dem Kaiser nahe standen, war der Zugang verwehrt worden, da die Gefahr bestand, dass sie den Kaiser zu stürzen versuchen.

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Ein Ideal im Taijiquan ist die Verbindung des Kulturellen (wen) mit dem Kämpferischen (wu). Die Entwicklung von Vorstellungen zum Kulturellen sind intensiv von Gedanken der chinesischen Philosophie beeinflusst worden. Dagegen ist in der Theoriebildung zum Kämpferischen sicherlich auch auf Schriften der Strategen aus dem Militärbereich zurückgegriffen worden. Dies soll im folgenden an dem Beispiel “Tai Gongs sechs geheime Lehren (Tai gong liutao)” besprochen werden.

...

In einem kleineren Teil seines Werkes beschäftigt sich Tai Gong mit der abstrakten Strategie der Auseinandersetzung. Viele seiner Gedankengänge aus diesem Bereich enthalten gleiche Begriffe, wie sie sich in Taijiquan-Klassikern finden. Folgende Gegenüberstellung gibt einen Eindruck davon:

Tai Gong: „Beim Planen ist nichts wichtiger, als nicht erkannt zu werden.“

Der Klassiker des Taijiquan: „Der Andere kennt mich nicht, ich allein kenne den Anderen.“

Mehr: hier

Mittwoch, 21. August 2013

News: Freies Tuishou (Push Hands) Treffen Köln - 31. August 2013

Das Treffen soll ein nettes Zusammenkommen von Interessierten sein, um Austausch und Freundschaft zu fördern. Bisher lief es immer so, dass sich Partner immer untereinander über die "Regeln" einig werden, das kann von "Wir pushen nur ein wenig fixed-step, ohne viel power" bis hinzu "Wir ziehen leichte Handschuhe an und kämpfen locker inkl. Kicks, Würfen, Hebeln,..." aber alles freundschaftlich und im Einvernehmen aller Beteiligten.

Info: hier

Montag, 19. August 2013

Seminar: Tai Chi als anwendbare, effektive INNERE Kampfkunst darf nicht aussterben!

Kostenloses Seminar mit Detlef Zimmermann.
Samstag der 28.September ab 14.00 Uhr.


Hannover, Lister Meile 33, Hinterhof (Wendeltreppe)
Tel: 01781405221
Kontakt: hier

Mittwoch, 14. August 2013

German Taijiquan Open (GTO) 26. Oktober 2013 in Hannover


Am 26. Oktober 2013 findet die “2. German Taijiquan Open” wieder in Hannover statt. Nach dem Erfolg vom letzten Jahr erwarten die Organisatoren mehr Wettkämpfer als 2012. Nabil Ranné vom Organisationsteam der GTO sagt: “Wir werden nach der positiven Resonanz des letztjährigen Turniers erneut viele deutsche sowie internationale Gäste willkommen heißen und erwarten einen freundlichen und lebhaften Austausch aller Teilnehmer/-innen.” Bereits angekündigt hat sich ein Team aus London mit 15 Teilnehmern und 5 Einzelanmeldungen aus UK. Ein Teilnehmer aus Minsk und eine zwanzigköpfige taiwanesische Delegation haben ihre Teilnahme auch fest zugesagt.

Mehr: hier