Montag, 10. Dezember 2012

Artikel: Die Seidenübungen im Chenstil Taijiquan

Eine theoretische- und praktische Abhandlung über grundlegende innere- und äußere Bewegungsabläufe im Chenstil Taijiquan

von Frank Marquardt

Die Seidenübungen sind die Essenz des Taijiquan. Hierin lassen sich die Grundlagen für alle weiteren Übungen finden. Sie sind der Schlüssel für jede Taijiquan-Bewegung. Die Bezeichnung der Seidenübungen (chin.: cansigong, engl.: reeling silk) geht zurück auf die Technik, die beim Abwickeln eines Seidenfadens vom Kokon notwendig ist. Will man einen Seidenfaden vom Kokon lösen, bedarf es einer, sanften und gleichmäßigen Bewegung, andernfalls verklebt oder reißt der Faden.

Die Seidenübungen aus dem Chen-Taijiquan richten sich sowohl in der äußeren als auch in der inneren Bewegung nach diesem sanften, gleichmäßigen und bewussten Vorgehen. Der Fluss der inneren Energie (Qi) wird durch eine gleichmäßige, harmonische Bewegung nach außen sichtbar. Die rein äußerlichen Bewegungen sind relativ leicht verständlich und schnell zu erlernen. Ihren eigentlichen Sinn erhalten diese Bewegungen aber erst, wenn sie mit dem inneren Prinzip (Kraft- bzw. Energielehre) verbunden werden.

In den Seidenübungen werden einzelne Bewegungskreisläufe geübt, zuerst nur mit einem Arm und in stehender Position, dann in weiteren Varianten mit Drehungen beider Armen und zusätzlichen Schritten. Der Körper bleibt während der gesamten Übungsphase gesunken, entspannt und zentriert. Nachdem die äußere Bewegung verstanden ist, versucht der Übende, die inneren Zusammenhänge zu erforschen.

Der Artikel beginnt mit einer theoretischen Abhandlung über die Seidenübungen. Zum besseren Verständnis und um die Seidenübungen praktisch nachvollziehbar zu machen, habe ich eine Erklärung der frontalen Seidenübung mit Bildern eingefügt. Zum Schluss wird die Theorie mit der Praxis verbunden, in dem ich die Seidenübungen und ihre Prinzipien auf das Taiji-Symbol anwende.

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