Samstag, 14. April 2012

Quo vadis Wudang?

Interview mit zwei prominenten Daoisten

Anläßlich der 4. Deutschen Qigong-Tage 2000 waren der Abt des Wudang-Tempels(Tempel des Purpurnen Feuerhimmels) und Präsident der daoistischen Gesellschaft Chinas, Wang Guangde (Mitte) und der ehemalige Leiter der Zhanfeng-Wudangschule Tian Liyang erstmals zu Gast in Deutschland. Paul Shoju Schwerdt als Vertreter des Wushan nahm die seltene Gelegenheit wahr mehr über den Wudang und seine Künste zu erfahren und interviewte für die Leser des WUSHAN-Magazins und des Taijiquan- und Qigong-Journals die beiden Wudang-Meister.

Wushan: Hierzulande kennt man - wenn überhaupt - allenfalls den Begriff Daoismus. Vom Buddhismus wissen wir mittlerweile dass es mehrere Schulen/Richtungen gibt. Wie ist es im Daojia?

WGD: Es gibt zwei große Schulen. Die eine besteht seit 800 Jahren und heißt "Die Schule der Vollkommenen Wahrheit". Ihr Ziel ist die gleichzeitige Kultivierung der inneren Wesensnatur und Lebenskraft. Ihre Tradition ist streng. Angehörige gründen keine Familien, heiraten nicht.
Dann gibt es die "Schule des wahren Einen", die dem ursprünglichen Daoismus entspricht. In dieser Schule arbeitet man neben der Kultivierung des Lebens z.B. auch mit Talismanen, welche zum Zwecke der Heilung einer Krankheit aufgemalt werden, verbrannt und in Wasser gelöst als Medizin getrunken werden. Das Schaffen eines solchen Talismanes erfordert eine große Konzentrationstiefe.

Wushan: Zu welcher Linie gehören Sie?

WGD: Wir gehören beide der "Schule des wahren Einen", dem "zheng yi pai" an. Diese Schule ist die älteste daoistische Schule Chinas.

Wushan: "Im Laufe der Zeiten hat die Tradition des Wudang sicherlich viele Entwicklungen durchlaufen. Können Sie uns etwas über diese Entwicklung und den heutigen Stand der daoistischen Tempel auf dem Wudang berichten?"

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