Mittwoch, 28. März 2012

Artikel: Die Faustkampfkunst nach Himmlischen Mustern

Neues zur Geschichte des Taijiquan: Die Faustkampfkunst nach Himmlischen Mustern

übersetzt, zusammengefasst und editiert von Dr. Hermann Bohn, nach dem Original von Wong Yuen-Ming: Taijiquan: Heavenly Pattern Boxing, in: Journal of Chinese Martial Studies, Winter 2010, Vol. 2, S. 28 – 37

Für viele ernsthaft an der Geschichte des Taijiquan interessierte Kampfkünstler und Sinologen wa- ren die bisher angestellten Forschungen zur Herkunft und Tradierung des Taijiquan und möglicher Vorläufer nicht besonders befriedigend oder überzeugend. Dies gilt für viele moderne Ansätze, wie etwa auch für die Bestrebungen von Tang Hao 唐豪 (1887-1959) und Xu Zhen 徐震 (1898 – 1967) am Anfang des 20 Jh., denen immer wieder stil-interne Interessen und jeweils eine eigene Agenda nachgesagt werden, aber etwa auch für die jüngsten Vorgehensweisen der KP China mit der Ernennung des Chen-Dorfes Chenjiagou 陳家溝 in Henan 河南 zum Ursprungsort des Taijiquan, was bereits im nahe gelegenen Nachbarort Zhaobaozhen 趙堡鎮 und auch bei anderen Familien dieser Kampfkunsttraditionen zu großer Verärgerung geführt hat.
Nun hat Wong Yuen-Ming aus Hongkong in oben genanntem Magazin einige neue Überle- gungen angestellt, die auf mehreren neuen Belegen aus inoffiziellen Quellen basieren und nicht di- rekt mit der offiziellen Geschichtsschreibung oder mit den heutigen großen Taijiquan-Schulen und -Verbände in Bezug stehen. Seine Argumentationen zur Geschichte und Tradierung des Taijiquan versucht er mit Belegen aus Kreisen und Bereichen außerhalb des breit publizierten Schrifttums und außerhalb der bekannten Stilvarianten der Faustkampfkunst zu untermauern, um diese dann mit alt- bekannten Aussagen zur Kunst in Verbindung zu setzen. Seine selbst unternommenen Anstrengun- gen und Reisen zum Einsehen und Erhalten solcher meist handschriftlichen Quellen sind dabei wirklich als einzigartig zu bezeichnen und gehen über die üblichen Streitereien der Großstile und ihrer Vertreter weit hinaus. Erwähnt werden sollte auch, das Wong mit keiner der gewöhnlich invol- vierten Gruppen in einer Beziehung steht und überwiegend ältere Taijiquan-Varianten praktiziert, die im Westen praktisch unbekannt sind und auch in China/Hongkong kaum an großer Anerkennung durch die Öffentlichkeit interessiert sind.

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