Mittwoch, 19. Dezember 2012

Book: Yang Tai Chi Sabre (1943)


太極刀
TAIJI SABER

from
太極拳刀劍桿散手合編
Taiji Compiled: The Boxing, Saber, Sword, Pole, and Sparring
陳炎林
by Chen Yanlin
[published June, 1943]

[translation by Paul Brennan, Nov, 2012]

Taiji Saber is also called Thirteen Dynamics Saber [Shisan Shi Dao], having thirteen techniques: cleaving, hacking, scratching, pushing, shaving, raising, stabbing, rolling, chopping, coiling, fanning, blocking, and sliding. It is one of the famous weapons within the old Yang family Taiji boxing art. There are not many postures for the saber, but they are all practical, and in neutralizing and counterattacking an opponent it is especially ingenious, causing him to be unable to figure out what you are doing.

Tradition has it that Yang Jianhou had a bout with a famous man called Magic Saber Zhang in which Yang used only a horsetail duster in place of a saber. Zhang advanced not even one step before his saber had been adhered to and suddenly left his hand. From this it can be seen how profound the Yang family’s Taiji Saber is.

Alas, those who nowadays have obtained the true transmission are so rare, it resembles the way the Guangling Melody is considered a masterpiece [because it is hard to find someone who can perform it well]. I am unwilling to hold anything back, and so I present this saber’s training method and methods of application through thorough explanations, with which to supply aficionados so they may learn by the experience of others.

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Montag, 17. Dezember 2012

Link: Alte chinesische Waffen




Einfach großartige Homepage (engl).

- alles zu alten Waffen
- klassische Texte
- alte Abbildungen
- Videos mit Anwendungen

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Montag, 10. Dezember 2012

Artikel: Die Seidenübungen im Chenstil Taijiquan

Eine theoretische- und praktische Abhandlung über grundlegende innere- und äußere Bewegungsabläufe im Chenstil Taijiquan

von Frank Marquardt

Die Seidenübungen sind die Essenz des Taijiquan. Hierin lassen sich die Grundlagen für alle weiteren Übungen finden. Sie sind der Schlüssel für jede Taijiquan-Bewegung. Die Bezeichnung der Seidenübungen (chin.: cansigong, engl.: reeling silk) geht zurück auf die Technik, die beim Abwickeln eines Seidenfadens vom Kokon notwendig ist. Will man einen Seidenfaden vom Kokon lösen, bedarf es einer, sanften und gleichmäßigen Bewegung, andernfalls verklebt oder reißt der Faden.

Die Seidenübungen aus dem Chen-Taijiquan richten sich sowohl in der äußeren als auch in der inneren Bewegung nach diesem sanften, gleichmäßigen und bewussten Vorgehen. Der Fluss der inneren Energie (Qi) wird durch eine gleichmäßige, harmonische Bewegung nach außen sichtbar. Die rein äußerlichen Bewegungen sind relativ leicht verständlich und schnell zu erlernen. Ihren eigentlichen Sinn erhalten diese Bewegungen aber erst, wenn sie mit dem inneren Prinzip (Kraft- bzw. Energielehre) verbunden werden.

In den Seidenübungen werden einzelne Bewegungskreisläufe geübt, zuerst nur mit einem Arm und in stehender Position, dann in weiteren Varianten mit Drehungen beider Armen und zusätzlichen Schritten. Der Körper bleibt während der gesamten Übungsphase gesunken, entspannt und zentriert. Nachdem die äußere Bewegung verstanden ist, versucht der Übende, die inneren Zusammenhänge zu erforschen.

Der Artikel beginnt mit einer theoretischen Abhandlung über die Seidenübungen. Zum besseren Verständnis und um die Seidenübungen praktisch nachvollziehbar zu machen, habe ich eine Erklärung der frontalen Seidenübung mit Bildern eingefügt. Zum Schluss wird die Theorie mit der Praxis verbunden, in dem ich die Seidenübungen und ihre Prinzipien auf das Taiji-Symbol anwende.

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Montag, 3. Dezember 2012

Diplomarbeit Tai Chi Chuan die Fünfte

Gesundheitliche Auswirkungen von Taiji-Training,
dargestellt anhand ausgewählter physiologischer Parameter

Grossmayer Lukas, Wien, 2008


Es ergibt beim Taijiquan die Problemstellung, dass etwas Fremdes, Neues, das sich in Ausbreitung befindet, mit Altbekanntem, Vertrautem zusammenstößt. Das führt neben Neugier und Interesse auch leicht zu Skepsis und Ablehnung, auf jeden Fall muss untersucht und hinterfragt werden, was es denn damit auf sich hat, ob dies eine begrüßenswerte Veränderung darstellt, oder eher als Bedrohung, oder in diesem Falle Unsinn, wahrgenommen werden muss. Durch die medialen Möglichkeiten wird grundsätzlich nicht nur diese Verbreitung, sondern auch der Zugang zu Informationen erleichtert, allerdings bleiben qualitative Merkmale dabei auch leichter auf der Strecke. Um die Gefahr einer unreflektierten, naiven oder verfälschenden Übernahme, welche die Qualität negativ beeinflussen würde, zu vermeiden, erscheint eine intensive, der Erkenntnis und Wahrheit verpflichtete Beschäftigung als zwingen erforderlich.


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Samstag, 1. Dezember 2012

Artikel: Die Vermessung des Ichs

Hier kommt ein interessanter Artikel aus der Zeit:

Ihr Land ist laut und schnell, und viele Chinesen bewundern wieder Menschen, die sich für die Stille entschieden haben. Eine Reise zu den Eremiten der Berge.

Ist es nicht komisch? So weit hat er sich von der Welt zurückgezogen, so hoch in den Bergen liegt seine Einsiedelei, und doch gibt die Welt keine Ruhe. Sie johlt in seine Stille hinein, in das Summen sonnentrunkener Bienen. Lärmt herauf wie ein knallvolles Freibad, als könne sie es nicht ertragen, dass einer nichts von ihr will. Manchmal denkt Shi Xiaohong daran, wie es war, dort unten bei den Menschen zu leben. Doch mit den Jahren ist die Erinnerung an sein früheres Leben verblasst. Er hat andere Gefährten gefunden. Den Wind. Und den Berg – den vor allem.

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Freitag, 30. November 2012

Artikel: Taijiquan- und Qigong- Lehren will gelernt sein

Anregungen zur Selbstreflexion für Qigong- und Taijiquan-Lehrende
Von Angela Menzel

Fachliche Kompetenz ist nicht unbedingt ausreichend, um Qigong oder Taijiquan erfolgreich unterrichten zu können. Der Umgang mit den einzelnen TeilnehmerInnen und der gesamten Gruppe ist ein Thema für sich und setzt soziale Kompetenz voraus. Angela Menzel, die sich diesem Bereich besonders widmet und dabei auch Erfahrungen aus der Theaterarbeit einfließen lässt, geht auf fünf wesentliche Punkte ein: die Gestaltung von ersten Stunden, die Entstehung einer harmonischen Gruppe, Selbstwahrnehmung, Stimme und Sprache sowie die Notwendigkeit, durch eigene Weiterbildung ein „Ausbrennen“ zu verhindern. Sie empfiehlt, sich auch in der Rolle der oder des Unterrichtenden fortzubilden, da derartige Seminare die Gelegenheit bieten, das eigene Verhalten zu reflektieren und weiterzuentwickeln.

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Dienstag, 27. November 2012

Doktorarbeit Tai Chi Chuan die Zweite

Wen Junzhu

Köln 2008

Sein und Bewegen

Ein Denkmodell zur chinesischen Bewegungskunst als Gesundheitsweg

Ich vertrete den Ansatz einer transkulturellen Forschung, der davon ausgeht, dass Kulturen immer voneinander lernen müssen. Um das Taijiquan, wie es im Westen realisiert wird, zu verstehen, muss man daher einerseits zu verstehen suchen, wie sich die chinesische Kultur und ihre Philosophie im tatsächlichen Bewegen der chinesischen Bewegungskünste widerspiegeln, und anderseits aber auch die westliche Philosophie berücksichtigen, aus deren Verständnis heraus das Taijiquan im Westen aufgenommen wird.

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Donnerstag, 15. November 2012

Interview: Fernöstliche Selbsthilfe während der Schwangerschaft

Tai Chi und Qi Gong wirken ganzheitlich auf Körper und Seele und stellen ein ideales Übungsfeld für Schwangere und Mütter dar. Die Übungen wirken positiv auf Atmung, Körperhaltung, Immunsystem, Konzentration und die Belastbarkeit von Sehnen und Bändern und lindern viele Beschwerden. Und körperliche und seelische Gesundheit sind ideale Voraussetzungen für eine glückliche Schwangerschaft und das Muttersein.

In ihrem neuen Ratgeber präsentiert die Tai-Chi-Lehrerin und Wellnesstrainerin Barbara Reik sanfte Übungen für Schwangerschaft, Stillzeit und Rückbildung, alle einfühlsam beschrieben und ausführlich bebildert, sowie wohltuende Selbst- und Partnermassagen.




Welchen Wirkungen haben Tai Chi und Qi Gong im Allgemeinen und für Schwangere im Besonderen?

Reik: Tai Chi und Qi Gong wirken unter anderem positiv auf die Atmung, die Körperhaltung, das Immunsystem, die Konzentration und die Belastbarkeit von Sehnen und Bändern. Schon allein der richtige Stand wirkt entspannend für den Rücken, kräftigend für die Beinmuskulatur und für den Beckenboden. Tai Chi und Qi Gong lindern Verspannungen, Verdauungsstörungen, Blutdruckprobleme, Gelenksbeschwerden und Nervosität. Neben den körperlichen Wirkungen ist vor allem die positive Auswirkung auf die Psyche von größter Bedeutung. Während der Schwangerschaft ausgeglichen und gut gelaunt zu sein ist nicht nur für die werdende Mutter von großer Wichtigkeit, sondern auch für das Kind und den Partner. Körperliche und seelische Gesundheit sind ideale Voraussetzungen für eine glückliche Schwangerschaft.

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Donnerstag, 8. November 2012

Zeitschrift: WenWu



WenWu
ist die deutschsprachige Fachzeitschrift für Theorie und Praxis der chinesischen Kampfkünste und Gesundheitsübungen.

WenWu
gibt Einblick in Tradition und Gegenwart der chinesischen Kultur.

WenWu
ist fundiert, vielfältig und inspirierend.

Leseprobe: hier

Homepage: hier

Sonntag, 4. November 2012

Artikel: Was ist Tuishou? Warum Tuishou (Hände Schieben)?




Von Detlef Klossow (Düsseldorf)

„Tai Chi Chuan besteht aus zwei Schätzen, einer ist die Form, der andere das Tui Shou. Wer das eine übt und das andere vernachlässigt, verfehlt das Verständnis des ganzen Tai Chi Chuan.“ So drastisch kennzeichnet der Pekinger Tai Chi Chuan Meister Xu Yunqi die Bedeutung des Tui Shou.

Tui Shou werden Partnerübungen genannt, die dem Übenden helfen sollen die Prinzipien des Tai Chi Chuan in ihrer Anwendbarkeit zu erleben, zu verstehen und später intuitiv einzusetzen. Das Tui Shou beginnt mit einfachen, standardisierten Partnerübungen im Stand und führt zu spielerischer, offener Körperarbeit mit einem Anderen, bis hin zum Wettspiel.

Dieser Artikel möchte Tai Chi Chuan Übende auf diesen Bereich neugierig machen und ihnen Übungsformen verschiedener Schwierigkeitsgrade zur Entdeckung dieser in den Kampfkünsten einzigartigen Trainingsform aufzeigen.

Mehr: hier

Mehr zu Detlef Klossow: hier

Mittwoch, 31. Oktober 2012

Clip: Sophia Delza

Sophia Delza (1903 - 1996) war eine berühmte Tänzerin, die in den späten 40er und frühen 50er Jahren in China lebte. Sie hatte das Glück Studentin von MA Yueliang zu werden. Nach ihrer Rückkehr in die USA wurde sie zum Pionier im Tai Chi-Unterricht.

Hier ein Clip von ihr aus den 70er Jahren.

Montag, 29. Oktober 2012

News: Neues Taijiquan-Qigong-Journal

Die November-Ausgabe ist bereits in der Druckerei. Sie wird in ca. 10 - 14 Tagen erscheinen.


Ein Blick in das Inhaltsverzeichnis:

- Gemeinsame Achtsamkeit
Partnerübungen im Qigong: Wofür soll das gut sein?
Von Dietlind Zimmermann

Zum Ursprung des Taijiquan in der Kriegskunst
Ein Überblick über traditionelle chinesische Waffen
Von Jan Harloff-Puhr

»... die Idee des Helden erhalten ...«
Interview mit Liu Jingru, Linienhalter der 5. Generation des Cheng-Stil Baguazhang

»Das ist in der Tat ein Dilemma«
Interview mit Dr. Johann Bölts, Leiter der Prüfkommission der DAK, zu den neuen Kriterien für die Anerkennung von Qigong-KursleiterInnen

Auf den Spuren von Huang Xingxian
Ein Reisebericht von Axel Dreyer

Auf dem Weg zur Einheit
Die Stehende Säule: Versuch einer Annäherung
Von Jürg R. Schmid

Mehr Info: hier



Montag, 22. Oktober 2012

News: 13. Internationales Push Hands Treffen in Hannover

Vom 13.- 17. Februar 2013 treffen sich wieder Tai Chi Begeisterte aus ganz Europa zum Erfahrungsaustausch, Workshops mit internationalen Gastdozenten und dem freien Pushing Hands (Tui Shou) am Nachmittag in Hannover. Dieses Treffen ist für Anfänger und Fortgeschrittene gleichermaßen geeignet. Mindestens einer der Workshops am Vormittag ist auch für Anfänger konzipiert und jeden Nachmittag gibt es eine Einführung in das freie Pushing Hands von einem der Dozenten.

Mehr Info: hier

Donnerstag, 18. Oktober 2012

Clip: Die Kraft des Wassers

Ein wichtiges Bild im Tai Chi Chuan ist das. Es ist weich und doch bricht es Härte. Schaut doch mal:

Montag, 15. Oktober 2012

Link: Chinesische Begriffe der Kampfkunst

Hier

findet sich ein Überblick der chinesischen Fachbegriffe, welche in der Kampfkunst Taijiquan von Bedeutung sind. Mit chinesischem Schriftzeichen - chinesischer Umschrift - Übersetzung - und auch mit Ton.

Mittwoch, 3. Oktober 2012

News: Diabetes - Sport hilft besser als Diät

Was hilft bei Diabetes? Abnehmen, hieß es lange. Jetzt haben niederländische Forscher geradezu ein Verjüngungsmittel für Zuckerkranke entdeckt: Sport. Demnach ist Bewegung viel effektiver als eine Diät.

Das Ergebnis ist erbaulich und zugleich erstaunlich. Bisher galt Typ-2-Diabetes eher als Folge allzu kalorienreicher Nahrungsaufnahme. Diewertje Sluik, 28, von Haus aus Ernährungswissenschaftlerin an der Universität Wageningen in den Niederlanden, vermutete denn auch, insbesondere die Essgewohnheiten würden das Schicksal von Diabetes-Patienten beeinflussen.

Doch Sluik wollte es genau wissen und wertete die Daten von 5859 Patienten aus.

Mehr lesen: hier im Spiegel

Montag, 1. Oktober 2012

Clip: Grins ...

Na, ich glaube, wir können die Pushhandswettkämpfe doch noch etwas verbessern. Hier kommt die Weltmeisterschaft im Schienbeintreten:

Freitag, 28. September 2012

Text: Das Weise am Weisen ist die Haltung


Von Bertold Brecht

Zu Herrn K. kam ein Philosophieprofessor und erzählte ihm von seiner Weisheit. Nach einer Weile sagte Herr K. zu ihm: "Du sitzt unbequem, du redest unbequem, du denkst unbequem." Der Philosophieprofessor wurde zornig und sagte: "Nicht über mich wollte ich etwas wissen, sondern über den Inhalt dessen, was ich sagte." "Es hat keinen Inhalt", sagte Herr K. "Ich sehe dich täppisch gehen, und es ist kein Ziel, das du, während ich dich gehen sehe, erreichst. Du redest dunkel, und es ist keine Helle, die du während des Redens schaffst. Sehend deine Haltung, interessiert mich dein Ziel nicht."

Hat das was mit Tai Chi Chuan zu tun?

Mittwoch, 26. September 2012

News: November Pushhands Turnier

Das nächste Chen-Stil Taijiquan Netzwerk Deutschland Pushhands Open findet am 03.11.2012 in Berlin statt.

Mehr Info: hier

Montag, 17. September 2012

Artikel: A Comprehensive Review of Health Benefits of Qigong and Tai Chi

Roger Jahnke, OMD, Linda Larkey, PhD, Carol Rogers, Jennifer Etnier, PhD, and Fang Lin
Am J Health Promot. 2010 JUL-AUG; 24(6): e1–e25.

A substantial body of published research has examined the health benefits of Tai Chi (also called Taiji) a traditional Chinese wellness practice. In addition, a strong body of research is also emerging for Qigong, an even more ancient traditional Chinese wellness practice that has similar characteristics to Tai Chi. Qigong and Tai Chi have been proposed, along with Yoga and Pranayama from India, to constitute a unique category or type of exercise referred to currently as meditative movement.1 These two forms of meditative movement, Qigong and Tai Chi, are close relatives having shared theoretical roots, common operational components, and similar links to the wellness and health promoting aspects of traditional Chinese medicine. They are nearly identical in practical application in the health enhancement context and share much overlap in what traditional Chinese medicine describes as the “three regulations”: body focus (posture and movement), breath focus, and mind focus (meditative components).1, 2

Due to the similarity of Qigong and Tai Chi, this review of the state of the science for these forms of meditative movement will investigate the benefits of both forms together. In presenting evidence for a variety of health benefits, many of which are attributable to both practices, we will point to the magnitude of the combined literature and suggest under what circumstances Qigong and Tai Chi may be considered as potentially equivalent interventions, with recommendations for standards and further research to clarify this potential.

Mehr lesen: hier

Donnerstag, 13. September 2012

Blog: Moon in the Sea

Sources and resources for the practitioners of Chinese Internal Martial Arts.

Have a look: here

Samstag, 8. September 2012

Link: Translations of Chinese martial arts manual

Hier kommt eine phantastische Seite in Englisch mit Übersetzungen von chinesischen Kampfkunst-Büchern, zB.:

THE TAIJI MANUAL OF XU YUSHENG
WU JIANQUAN’S TAIJI
THE ART OF TAIJI BOXING (TAIJI QUAN SHU)
...

Mehr: hier

Donnerstag, 6. September 2012

Artikel: Mit Gedankenkraft zum optimalen Tai Chi Stand

Der Kopf hängt am Himmel

Eine der inneren Vorstellungen beim Tai Chi Üben ist der Gedanke, dass der Körper von oben durch einen Faden gehalten wird, der am Kopf befestigt ist; und am Steißbein hängt ein Gewicht, das nach unten zieht.

Durch diese Vorstellung wird die Wirbelsäule innerlich aufgerichtet und auseinandergezogen. Auch ist der Körper entspannter, da er ja aufgehängt ist wie eine Marionette.Wenn mit einer solchen Vorstellung regelmäßig geübt wird, dann entfaltet langsam aber sicher ihre Wirkung.

Mehr: hier

Sonntag, 2. September 2012

Artikel: Tai Chi ist ...

Was ist Tai Chi - ein Blogbeitrag mit Humor von Silke Tödter:

Obwohl ich mich bemühe, es nicht jedem auf die Nase zu binden, erzähle ich hin und wieder, dass ich Tai Chi trainiere. Die Reaktion sind unterschiedlich. Oft mit einem bewundernden Blick begleitet, werde ich gefragt, was das genau ist. Häufig antworte ich, dass man auch „Schattenboxen“ dazu sagt, dass Chinesen das im Park üben und es ist so ähnlich wie Qigong. So! Dann fragt erstmal keiner mehr, höchstens noch: Wie lange machst du das schon? Aber wirklich erklärt ist damit gar nichts.

Also braucht es Übersetzungen für die jeweilige Person, der man Tai Chi erklären möchte. Ich habe es mal probiert:

Einem Softwareentwickler könnte man das Ganze so vermitteln:

Tai Chi kann mit seiner userfreundlichen Anwendung sowohl Viren abwehren, als auch komplexe Datenflüsse strukturieren. Von erfahrenen Seniorprogrammieren entwickelt, die in vielen Tests Prozesse geprüft und in ihrer Struktur festgelegt haben, kann die Syntax sofort in der Entwicklung gebraucht werden. Den Objekten sind eindeutige Attribute zugeordnet, so dass der User problemlos sein Datenmodell entwickeln kann, ohne den Securitiy Policy zu verletzen.

Für Lehrer und andere Pädagogen: ...

Mehr: hier

Samstag, 1. September 2012

Diplomarbeit Tai Chi Chuan die Vierte

DIPLOMARBEIT

SCHWERT & FAUST
Kultureller Austausch OST-WEST / WEST-OST

Am Beispiel physischer Techniken asiatischer Kampf-Kunst-Filme

Verfasserin
Mag. Art. Hannelore Hanja Dirnbacher

angestrebter akademischer Grad: Magistra der Philosophie

Universität Wien, 2009

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Freitag, 24. August 2012

News: Tai Chi increases brain size, benefits cognition

Scientists from the University of South Florida and Fudan University in Shanghai found increases in brain volume and improvements on tests of memory and thinking in Chinese seniors who practiced Tai Chi three times a week, reports an article published today in the Journal of Alzheimer’s Disease.

Mehr: hier

Donnerstag, 23. August 2012

Artikel: Tai Chi and vestibular rehabilitation effects on gaze and whole-body stability

Journal of Vestibular Research 14 (2004) 467–478 467 IOS Press

Chris A. McGibbona, David E. Krebsb, Steven L. Wolfg, Peter M. Waynec,f,
Donna Moxley Scarboroughb and Stephen W. Parkerd

Abstract

Tai Chi (TC) is a comparatively new intervention for peripheral vestibular hypofunction, which is often treated with vestibular rehabilitation (VR). We compared gaze stability (GZS), whole-body stability (WBS) and footfall stability (FFS) during locomotion among 26 people with vestibulopathy (VSP), randomized into two treatment arms (13 TC and 13 VR). Each intervention program was offered for 10 weeks. GZS improved more for VR than for TC, but WBS (and FFS) improved more for TC than for VR. There was a significant relationship between changes in GZS and WBS for the VR subjects (r = 0.60, p = 0.01), but not for TC subjects. There was a significant relationship between changes in WBS and FFS for both VR (r = 0.65, p < 0.01) and TC (r = 0.58, p = 0.02) groups; the relationship disappeared in the VR but not the TC group when controlling for GZS. These findings suggest that VR and TC both benefit patients with VSP but via differing mechanisms. Moreover, these data are the first to test the assumption that improving gaze control among patients with VSP perforce improves postural stability: it does not. We conclude that GZS is most improved in those who receive VR, but that TC improves WBS and FFS without improving GZS, suggesting patients with VSP can rely on non-gaze related mechanisms to improve postural control. Read more: here

Mittwoch, 22. August 2012

Sonntag, 19. August 2012

News: Internationales Symposium: Kampfkunst und Kampfsport

21./22. September 2012 - Hamburg

Die Kampfkünste und Kampfsportarten in Deutschland stellen – ähnlich wie in allen westlichen Ländern – ein vielschichtiges Handlungsfeld dar, das noch nicht hinreichend beschrieben, erklärt und gedeutet ist. Damit sind die Hauptaufgaben der in Gründung befindlichen Kommission „Kampfkunst & Kampfsport“ in der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft benannt (dvs). Nach dem thematisch offenen Auftaktsymposium im April 2011 in Bayreuth sollen in Hamburg 2012 die Hauptaufgaben in den Fokus genommen werden:

Was sehen wir?
Wie funktioniert es?
Warum bzw. wozu wird es getan?

Mehr: hier

Freitag, 17. August 2012

News: Tai Chi laut Studie positiv für Lungenkranke

Tai Chi kann eine effektive Form der Therapie für Menschen mit chronischer obstruktiver Lungenerkrankung sein, wie eine Studie von der Universität Sydney belegt. Die Studie, die im European Respiratory Journal veröffentlicht wurde, zeigt, dass die klassische Form der chinesischen Sportart die sportliche Kapazität und die Lebensqualität verbessert und lässt schließen, dass Tai Chi effektiver als Standardansätze der westlichen Medizin ist.

Mehr: hier

Sonntag, 29. Juli 2012

Artikel: Tai Chi und Coaching

Autorin: Katharina Meyer, Coach der Wirtschaft IHK

Coaching und Tai Chi vertragen sich nicht. Jedenfalls nicht zu den Bedingungen, unter denen das Coaching im Zusammenhang mit einem Tai Chi-Training oftmals zustande kommt. Nicht, dass ich es als professionell ausgebildeter Coach den vielen Tai Chi-Lehrern oder Lehrerinnen nicht gönnen würde, dass sich ihre Schüler vertrauensvoll an sie wenden, um „neben“ der Kunst des Tai Chis auch noch eine Lösung für ihre Probleme zu erarbeiten. Der Grund ist ein anderer: Die Grenzen, die zwischen einem Coach und seinem Klienten zwingend bestehen müssen, um professionelles Coaching überhaupt möglich zu machen, werden durch das „Lehrer – Schüler“-Abhängigkeitsverhältnis konterkariert oder sogar mutwillig missachtet. Es ist einer professionellen Begleitung durch einen Coach also abträglich.

Begründung: Hier

Freitag, 27. Juli 2012

Taijiquan und Qigong – Interview mit Helmut Oberlack

Helmut Oberlack ist Herausgeber vom "Taijiquan & Qigong Journal". Wie innere Ruhe und Selbstverwirklichung zusammenhängen und was man beim Taijiquan lernen kann, verrät er im Interview.

In welcher Lebenssituation befanden Sie sich, als Sie mit Qigong und Taijiquan zum ersten Mal in Berührung kamen?

Ich hatte in meinem Studium ein Semester Pause eingelegt und war nach Indien, Nepal und Sri Lanka gefahren. Dadurch und durch einige Freunde, die Sannyas genommen hatten, begann ich mich für Meditation zu interessieren. Aber es war mir klar, dass still Herumsitzen nichts für mich ist.

Was bedeuten Ihnen die Praktiken heute?

Sie bringen mir viel Spaß und ständig neue Erkenntnisse. Zudem tragen sie zu einem großen Teil zu meinem Lebensunterhalt bei.

Was sind die größten Unterschiede zwischen Qigong und Taijiquan – und für wen ist welche „Technik“ besser geeignet?

Mehr: hier

Dienstag, 24. Juli 2012

Study: The Effectiveness of Tai Chi Exercise in Improving Aerobic Capacity A Meta-Analysis

A Meta-Analysis

Journal of Cardiovascular Nursing

Tai Chi exercise, though practiced in China for hundreds of years, has only recently gained the interest of researchers in Western countries as an alternative form of exercise. Recently, improvements in cardiorespiratory function, balance, muscular strength, flexibility, relaxation and mood state have been associated with Tai Chi.

Additionally, reduction in blood pressure and improvement in aerobic capacity in patients with heart disease have been reported. Tai Chi requires no special facility or expensive equip- ment and can be performed either individually or in groups. Tai Chi movements are suited for persons of all ages, regardless of previous exercise experience and aerobic capacity.

Tai Chi is a low impact,low to moderate intensity exercise incorporating movements of balance, strength, flexibility, relaxation, and body alignment. Features of Tai Chi exercise include weight-shifting between right and left legs, knee flexion, straight and extended head and trunk, rotation, and asymmetrical diagonal arm and leg movements
with bent knees.

The exercise intensity of Tai Chi is variable and can be adjusted by the height of the postures, duration of the practice session, and training style. Tai Chi is performed in a semisquat position. A high-squat posture and short-training session are well suited for deconditioned persons, including those with heart disease and older adults. The exercise intensity of Tai Chi, height of the postures, and duration are all likely to affect overall improvements in aerobic capacity. However, there is a paucity of literature on the aerobic benefits of Tai Chi exercise.

Mehr lesen: hier

Montag, 16. Juli 2012

Buch: Chinesische Philosophie

Wolfgang Bauer

Geschichte der chinesischen Philosophie: Konfuzianismus, Daoismus, Buddhismus

Dieses Buch bietet eine allgemein-verständliche Gesamtdarstellung der chinesischen Philosophie von ihren Anfängen im 6. Jahrhundert vor Christus bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts und damit dem Ende einer von westlichen Einflüssen weitgehend freien philosophische Tradition.

Wolfgang Bauer, einer der renommiertesten Sinologen Deutschlands, fügt in diesem Buch die Lehren des Konfuzianismus, Daoismus und der buddhistischen Philosophenschulen zu einem eindrucksvollen Gesamtbild zusammen.


Freitag, 13. Juli 2012

Buch: The Science of Self Defence

A Treatise on Sparring and Wrestling

By Edmund Price 1867

The Arm

As a motive power for offense of defense, it would be a mere waste of our time as well asthat of our readers, were we to expatiate upon the propriety of the heading to these pages.The arm is literally the principal motive power physically given to man for offense anddefense. This is self evident. Who, possessing the ordinary instinct of pugnacity commonto humanity, ever received a blow that did not at once acknowledge the favor by 'hittingout' straight from the shoulder? Who that is about to receive one, does not instinctivelyplace himself as rapidly as possible in the best natural position to ward it off?

Whether a man is of an extremely bellicose disposition or othewise, the disposition toreturn or parry a blow is instinctive and cannot be wanting in his normal condition.

With or without a weapon, it may be considered invaluable. To the honor of the Anglo-Saxon blood, let it be said that the tendency to use a weapon is rarely evinced, either bythe American or Englishman, save the cause of quarrel be one which blood alone canwipe out, or there is such a manifest disparity in age or physical strength between theparties as to render such a trial of the question between them in its results, a prejudgedcertainty.

Let me then indicate to my readers the best manner in which they can employ the originalweapons of defense which they inherit from their primary progenitor, Old Adam.To administer a blow with sharp and telling effect, it is absolutely necessary that youshould be precise and clean in your delivery; otherwise, instead of injuring youropponent, you are liable to disable yourself. This must, as a necessary consequence,render you liable to defeat, even though you may be infinitely stronger than youradversary. To avoid this, your first attention should be given to the position of your arms.

They should invariably be disposed in an easy attitude, (which, because it is easy, iscertain to be graceful,) as ready to repel an attack efficiently, as to retaliate upon, byassailing, your adversary.

The position of the arms, will, however, have to be varied according to your owncapabilities. No specific or invariable rule can be given which is applicable to every kindof figure, disposition, or weight.

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Dienstag, 10. Juli 2012

Artikel: Was bereuen wir, wenn unser Leben zu Ende geht?

Die Palliativpflegerin Bronnie Ware, die viele Menschen am Sterbebett bis zum Tod begleitete, hat darüber ein Buch geschrieben.

Falsche Entscheidungen und Versäumnisse bewegen die Menschen in ihren letzten Stunden. Das, was all die anderen wollten - einen sicheren Job zum Beispiel, ein geregeltes Einkommen -, das wollte Bronnie Ware nie. Nach Jahren in einer Bank kündigt die damals Ende Zwanzigjährige ihre Stelle und zieht durch die Welt, macht erst Station auf einer Südseeinsel, wo sie in einer Bar arbeitet, dann in Surrey im Südosten Englands.

Dort arbeitet die Australierin zum ersten Mal in dem Job, den sie für mehr als acht Jahre ausüben wird: Bronnie Ware wird Palliativpflegerin - für Todkranke, für Sterbende, für die, die ihren Tod kommen sehen, und die, die nichts davon wissen wollen.

Bronnie Ware begleitet ihre Patienten zu Hause in den Tod - und hört in den Wochen, Tagen und Stunden in den Gesprächen mit den Sterbenden stets dasselbe Bedauern und dieselben Vorwürfe: das Bedauern darüber, nicht das Leben gelebt zu haben, das sie sich gewünscht hatten. Reue angesichts der Entscheidungen, die man getroffen oder nicht getroffen hat. Vorwürfe gegenüber sich selbst, weil diese Erkenntnis erst kam, als es bereits zu spät war.

"Wenn sie sterben, kommt eine Menge Furcht und Ärger aus den Menschen heraus", sagt Bronnie Ware, "und dieses 'Ich wünschte, ich hätte ...', das kommt auch immer wieder." Darüber hat Bronnie Ware nun ein Buch geschrieben, "The Top Five Regrets of the Dying" , übersetzt etwa "Die fünf Dinge, die Sterbende am meisten bereuen".

Und hier findet man sie: hier

Montag, 9. Juli 2012

News: 108 "Pandas" knuddeln die Bewohner von London auf bärische Weise

Die Panda-Sensibilisierungswoche erlebte am Mittwoch auf dem Londoner Trafalgar Square einen warmen und kuscheligen Start: 108 "Pandas" führten auf dem berühmten Platz in der Innenstadt eine Tai-Chi-Show auf und umarmten Passanten.

Mehr: hier

Donnerstag, 5. Juli 2012

Magisterarbeit: Fakt und Fiktion in der chinesischen Kampfkunst

Untersuchung von Fakt und Fiktion in der chinesischen Kampfkunst anhand eines Vergleichs von kontemporärer Kampfkunstpraxis in China mit ihrer Darstellung in den Romanen des Hongkonger Autoren Jin Yong

Vorgelegt von:
Thomas Schmidt-Herzog

Universität Heidelberg

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem Thema der chinesischen Kampfkunst. Chinas einzigartige Kampfkunsttraditionen, die heute auch als Kungfu (Gongfu, 功夫), Wushu (武 術) und Wugong (武功) bekannt sind, erleben gegenwärtig eine gewaltige kulturelle Weiterentwicklung und ernten internationale Beachtung und Bewunderung. Die florierende Kampfkunstkultur Chinas zeigt sich sowohl in der blühenden Hongkonger Filmindustrie, in weltweit beliebten Demonstrationen von Wushu-Teams und von Shaolin-Mönchen, in riesigen Mengen von theoretischen Abhandlungen über die Geschichte und Techniken bestimmter Stilrichtungen, in der großen Anzahl von Gongfu-Adepten weltweit und nicht zuletzt in einer entsprechenden Industrie, die die chinesischen Kampfkünste vermarktet.

Gleichzeitig blüht in China die Literaturform der Kungfu-Romane (Wuxia xiaoshuo), die sich bei allen Teilen der Bevölkerung großer Beliebtheit erfreut. Der berühmteste Vertreter dieser Literaturgattung ist der Hongkonger Autor Jin Yong (金庸, 1924-), der heute als einer der größten chinesischen Romanautoren des zwanzigsten Jahrhunderts gilt.

Diese Untersuchung befasst sich mit dem Konzept der chinesischen Kampfkunst, wie sie Jin Yong in seinen Wuxia-Romanen entwirft. Das Ziel dieser Untersuchung ist festzustellen, ob und in welchem Maße die im Gesamtwerk Jin Yongs dargestellten Kampfkünste in Verbindung mit den konkreten kampfkünstlerischen Traditionen und Theorien Chinas stehen.

Mehr: hier

Mittwoch, 27. Juni 2012

Zitat: Klingt wie gutes Pushhands

"Jiu-Jitsu ist eine Mausefalle. Die Mausefalle jagt die Maus nicht" Großmeister Helio Gracie.

Montag, 25. Juni 2012

Doktorarbeit Tai Chi Chuan die Erste

Tai Chi Chuan:
Stressreduzierende Effekte und ihre Nachhaltigkeit. Untersuchung in einem Anfängerkurs.

Aus dem Institut für Allgemeinmedizin
der Medizinischen Fakultät der Charité – Universitätsmedizin Berlin

von
Jörg Duckten

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Einfluss von Tai Chi Chuan auf das Stresslevel von gesunden StudentInnen. Die Untersuchungsergebnisse werden auf zwei Ebenen angewandt: zum einen auf das Stresslevel der StudentInnen und zum anderen auf den möglichen positiven Einfluss auf die subjektive Gesundheit und deren Nachhaltigkeit. Zugleich dient diese Arbeit dazu, Tai Chi Chuan als mögliche präventive Maßnahme zur Erhaltung und „Festigung“ von Gesundheit zu evaluieren. Zusätzlich wird über die wichtige Bedeutung von Stress in einem präventiven Gesundheitsverständnis aufgeklärt. In diesem Zusammenhang wird gezeigt werden, wie Stress zum Auftreten von Krankheiten führt, welche präventiven Maßnahmen möglich sind und wie hier Tai Chi Chuan hilfreich sein kann.

Klaus Hurrelmann (1994, S.165 zitiert nach Moegling, 1998, S. 94) beschreibt Stress in dem folgenden Zitat als Ausdruck einer gesteigerten Erwartungshaltung und Leistungsanforderung, und zwar einerseits der Gesellschaft gegenüber dem Individuum und andererseits des Individuums gegenüber der Gesellschaft.

Gesundheit ist durch subjektive Verarbeitung gesellschaftlicher Verhältnisse charakterisiert. Strukturelle Krisen der Gesellschaft im Arbeits- und Lernbereich und im Bereich der sozialen (Partner-) Beziehung führen (...) zu Konflikten und Frustrationen, die eine effektive Bewältigung der subjektiv erfahrenen Lebensbelastungen für eine wachsende Minderheit der Bevölkerung nicht mehr möglich erscheinen lässt. Konflikte am Arbeitsplatz, in der Familie, in der Schule und auch im Freundeskreis spiegeln die komplexen und komplizierten Lebensbedingungen der individualisierten Lebensweise heutiger Gesellschaften wider, die durch den hohen Grad an materiellen Wohlstand bei großem Risiko des Scheiterns an psychosozialen Belastungen charakterisiert ist.
(Hurrelmann 1994, S.165, zitiert nach Moegling 1998, S. 94)

In Anbetracht dieser individuellen psychischen und sozialen Belastungen, gepaart mit den zusätzlichen Belastungen einer urbanisierten Lebensweise1, ist zu vermuten, dass durch ein Überangebot an Stressoren eine gewisse Disbalance von positiven und negativen Einflussgrößen bei vielen Menschen besteht. Daher ist der Umgang mit Stressoren, also die Stressbewältigung, eine zentrale Größe in vielen Gesundheitsmodellen.
Gesundheit wird in vielen Gesundheitsmodellen unter anderem durch den individuellen Umgang mit Belastungen (Stressoren) und dem Vorhandensein bzw. der Nutzung von Ressourcen definiert (Hurrealmann 1994). Daher werden zunächst einige Gesundheitsmodelle vorgestellt. Später erfolgt eine Zusammenfassung von Stresstheorien und die Darstellung des Forschungsstandes im Bereich Tai Chi.

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Dienstag, 19. Juni 2012

Clip: Batman Tai Chi

Diplomarbeit Tai Chi Chuan die Dritte

Tai Ji Quan im Westen

Subjektive Theorien zur östlichen Kampfkunst Tai Ji Quan

Universität Bayreuth - Sportwissenschaften

Ralf Tscherpel

Die vorliegende Arbeit verfolgt entsprechend die nachstehenden Ziele:
Eine Systematisierung im Sinne einer quantitativen und qualitativen Beschreibung der Sinnperspektiven des Tai Ji Quan...

• könnte zu einer Erweiterung der Möglichkeiten anderer bewegungsaktiver Personengruppen hinsichtlich der Erfüllung ihrer Sinnperspektiven führen.
• könnte für die Vermarktung verschiedenster Tai Ji Quan - Lehrgänge, -Kongresse, - Seminare wichtige Aspekte in Form von besseren Werbe- und Verkaufsstrategien sowie Rahmenbedingungen aufzeigen.

Zuvor ist es jedoch für ein besseres Verständnis des weiteren Verlaufs dieser Arbeit notwendig, einen Einblick in die Geschichte und Philosophie des Tai Ji Quan zu geben. Dabei soll im Hinblick auf meine Untersuchung eine besondere Beachtung den Sinnperspektiven dieser Kampfkunst in der östlichen Welt und den Sinnperspektiven, den westliche Autoren und Lehrer dieser Kampfkunst zuschreiben, gelten.

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Montag, 18. Juni 2012

Link: Tai Chi-Lehrerdatenbank



Hallo Tai Chi-Lehrer,

auf Taiji-Europa könnt ihr euch in der Lehrerdatenbank eintragen:

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Viel Erfolg

Sonntag, 17. Juni 2012

News: Therapie bei Fibromyalgie

Bewegungstherapie wirksamer als Medikamente
Leichtes Ausdauertraining ist bei einer chronischen Schmerzerkrankung des Bewegungsapparates wirksamer als Schmerzmittel. Das haben Wissenschaftler der Universität Heidelberg nach Auswertung von Therapiestudien jetzt herausgefunden und empfehlen vor allem Tai Chi oder Yoga zur Behandlung der Fibromyalgie.

Etwa vier Prozent aller Deutschen leiden an der bislang unheilbaren Erkrankung. Betroffen sind vor allem Frauen zwischen 40 und 60 Jahren, heißt es in der Pressemitteilung der Universität Heidelberg. Die Diagnose sei wegen des weiten Spektrums möglicher Beschwerden oft schwierig und könne nur durch Ausschluss anderer Erkrankungen getroffen werden. Die Betroffenen klagen über anhaltende Schmerzen in Nacken, Rücken, Brust, Bauch oder Gelenken, aber auch unter psychischen Beschwerden wie Depression oder Angst.

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Montag, 4. Juni 2012

Diplomarbeit Tai Chi Chuan die Zweite


Schule für Physiotherapie An der Rheuma- und Rehabilitations- Klinik, Leukerbad

Was ist Tai Chi? Was kann Tai Chi bewirken? Geschichte und Entstehung des Tai Chi
Gibt es Studien zu diesem Thema bezüglich Effekte/ Wirkung ?

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Mittwoch, 30. Mai 2012

Artikel: Die Gymnastik des Berufsmenschen (1926)

ELSA GINDLER
BERLIN, 1926



1
Es ist für mich schwer, über Gymnastik zu sprechen, weil das Ziel meiner Arbeit nicht in der Erlernung bestimmter Bewegungen liegt:

• sondern in der Erreichung von Konzentration.

Nur von der Konzentration her kann ein tadelloses Funktionieren des körperlichen Apparates im Zusammenhang mit dem geistigen und seelischen Leben erreicht werden:

• wir halten darum unsere Schüler von der ersten Stunde dazu an, ihre Arbeit mit Bewußtsein zu verfolgen und zu durchdringen.

Es wird uns allen immer mehr fühlbar, daß wir mit unserem Leben nicht mitkommen, daß das Gleichgewicht der körperlichen, seelischen und geistigen Kräfte gestört ist.

In den meisten Fällen erfolgt diese Störung schon durch die Schulzeit. Wenn es der Schule und der Pubertätszeit noch nicht ganz gelungen sein sollte, so bringen uns Familienverhältnisse, Beruf und vielleicht ein schweres Schicksal die unüberwindlichen Schwierigkeiten. Wir hören auf, unser Leben denkend und fühlend zu gestalten, werden gehetzt und lassen alle Unklarheiten um und in uns so anwachsen, daß sie immer im ungeeigneten Moment Herr über uns werden.


2
Die Unzulänglichkeit beherrscht uns im ganzen und im einzelnen. Täglich gibt es dieselben kleinen, unendlich wichtigen Malheure:

• morgens sind wir nicht ausgeruht;

• wir stehen also um den Bruchteil zu spät auf, der uns gestatten
würde, unsere Körperpflege mit der Gelassenheit und Schnelligkeit zu verrichten,

• die uns mit Wohlgefühl und Kraft erfüllen würde.
Man sagt nicht umsonst:

• ich "muß" mich noch waschen, ich "muß" mir noch die Zähne putzen (Kaffee trinken, ins Theater, in Gesellschaft gehen usw.),

nicht:

• ich putze meine Zähne usw.
Und damit ist schon ein Wesentliches gegeben:

• wir machen alles, damit es fertig ist und das Nächste kommt.

Wenn ein Zimmer gesäubert wird, damit es fertig ist, sieht es anders aus, als wenn es mit dem Sinn auf Sauberwerden geordnet wird. Und wie außerordentlich:

• man braucht nicht mehr Zeit dazu, trotzdem der Erfolg soviel größer ist;

• im Gegenteil, wir kommen in die Lage, die Zeit für eine Arbeit immer mehr zu reduzieren und die Qualität der Leistung bedeutend zu erhöhen, und damit in eine Verfassung, die menschlicher ist;

• denn immer, wenn eine Leistung durchdacht ausgeführt wird, wenn wir zufrieden mit uns sind, haben wir ein Bewußtsein.

Ich meine damit das Bewusstsein:

• das immer in der Mitte steht,

• auf die Umwelt reagiert und denken und fühlen kann.

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Und über Prof. Horst Tiwald: hier

News: Na so was!!!

Für manche sieht es etwas merkwürdig aus, doch Millionen Menschen auf der ganzen Welt schwören darauf: Tai Chi, auch chinesisches Schattenboxen genannt, ist zu einer der am häufigsten praktizierten Kampfkünste geworden. Auch in Deutschland finden sich immer mehr Anhänger. Reginald Graf von Norman steht nicht im Verdacht Tai Chi zu betreiben, aber der Gestütsbesitzer aus Bayern hatte offenbar Spaß an diesem Namen und benannte einen von ihm gezogenen Hengst danach. Am Montag ist dieser Favorit im Mehl-Mülhens-Rennen in Köln.

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Clip: Tui Shou Competition - German Taijiquan Open

Freitag, 25. Mai 2012

Donnerstag, 24. Mai 2012

Artikel: Wie Taijiquan nach Beijing verbreitet wurde

Im Mai 1984 kam Ma Yueliang nach Beijing um seine Tochter zu besuchen. Die Beijinger Wu-Stilisten Wang Peisheng, Li Bingci und Weng Fuqi und 20 ihrer Schüler baten Ma Yueliang von den alten Zeiten zu berichten. Hier kann man das aufgezeichnet Interview lesen.



Übersetzt und veröffentlicht von Wuhun.

Artikel: Warum das "Fühlen" im Tai Chi Chuan "Hören" heißt.

Von Martin Bödicker

Wann immer ich mich an den Pushhandsunterricht von Ma Jiangbao erinnere, fällt mir zuerst sein Satz ein: "Du musst gut fühlen." Das zu dieser Aufforderung passende Taichi-Fachwort heißt ting bzw. tingjin. In einer wörtlichen Übersetzung müsste man von "hören" bzw. einer "hörenden jin-Kraft" sprechen. Aber wieso nennt man das Fühlen im Tai Chi Chuan "Hören (ting)"?

Hierzu finden sich in der Sekundär-Literatur viele Spekulationen, z.B. dass das Fühlen im Tai Chi Chuan die selbe passive Qualität haben müsse, wie etwa das Hören und daher spreche man nicht von fühlen, sondern von hören (Siehe dazu z.B. hier: Wissenschaftliche Grundlagen des Push Hands - Erklärung traditioneller Begriffe (Teil 1) in Magazin für Chinesische Kampfkunst Heft 6, Erscheinungsdatum 15.10.07, www.wuhun.de). Diese Erklärung mag einleuchten, aber ich finde sie nicht ausreichend. Inspiriert durch die chinesische Strategemik und einen Text von Wu Gongzao (dem Onkel von Ma Jiangbao) möchte ich hier nun eine weitere mögliche Erklärung vorstellen:

In der klassischen chinesischen Strategemik finden sich viele bildhafte Fachwörter. So heißt der Angreifer z.B. Gast (ke) und der Verteidiger Gastgeber (zhu). Der Gast kommt zum Gastgeber, d.h. der Angreifer marschiert in das Territorium des Verteidigers ein. Ist der Verteidiger über die Situation des Angreifers im unklaren, wird er versuchen diese aufzuklären. Dazu wird er den Angreifer "befragen (wen)", d.h. er wird z.B. einen kleinen Scheinangriff ausführen. Als Strategem ist dies folgendermaßen formuliert: "Im Dunkeln einen Stein werfen, um den Weg zu erfragen/erkunden (Tou shi wen lu)." Der Angreifer wird nun antworten und so Informationen preisgeben.

Insgesamt kann man in der Sprache der Strategen nun folgendes Bild einer Verteidigungssituation zeichnen: Ein Gastgeber sitzt zu Hause und erwartet den Gast. Als dieser erscheint fragt er ihn nach seinem Zustand und wartet auf eine Antwort.

Dieses "Erfragen" findet sich auch in der Taichi-Theorie. Aber das Fragen reicht hier nicht aus, man muss auch dem Anderen zuhören (ting). Dieser Zusammenhang findet sich z.B. im Text "Fragen und Antworten (Wenda)" von Wu Gongzao:

"Ich habe Fragen, der Gegner hat Antworten. Eine Frage - eine Antwort. Dies erschafft Ruhe und Bewegung. Wenn es Ruhe und Bewegung gibt, können Voll und Leer klar unterschieden werden. Beim Pushhands verwendet man die Vorstellungskraft (yi) zum Erkunden und die jin-Kraft zum Erfragen. Während ich auf seine Antwort warte, höre (ting) ich schon sein Voll und Leer. Wenn man fragt, aber keine Antwort bekommt, kann man vordringen und zuschlagen. Wenn man aber eine Antwort bekommt, muss man sogleich die Unterschiede in Ruhe und Bewegung und die Orientierung des Vordringens und Zurückweichens hören (ting). So kann man von Anfang an sein Voll und Leer unterscheiden."

Das "Hören (ting)" ist also ein wesentliches Bindeglied zwischen Gast und Gastgeber, Angreifer und Verteidiger. Im Fall des Puchhands wird das "Hören" zu einem "Fühlen", das mir ermöglicht, die Absicht des Angreifers zu durchschauen. Um den fachlichen Kontext zu wahren sagt man aber sicherlich im Tai Chi Chuan weiterhin ting oder tingjin dazu.

Dienstag, 22. Mai 2012

Clip: Kungfu und Tai Chi Film von 1930

Eine echte Rarität: Hunan Kampfkünste und ab 2:32 zeigt General Zhang Zhijiang Tai Chi Chuan.

Viel Spaß.

Samstag, 19. Mai 2012

Studie aus Hongkong: Tai Chi ist gut fürs Herz

A new study published this week claims that practicing the ancient Chinese martial art of tai chi can boost the health of seniors by lowering blood pressure and strengthening muscles.
Researchers from the Hong Kong Polytechnic University looked at 65 elderly participants from Hong Kong -- 29 of whom were recruited from local tai chi clubs and practiced tai chi for 90 minutes a week over a period of three years. Findings showed that people who practiced the technique, which entails deep breathing combined with gentle movements, showed a significant improvement in knee muscle strength.

Perhaps more importantly, regular tai chi also improved the expansion and contraction of the arteries (also known as arterial compliance), which helps ward off cardiovascular disease. Seniors in the study who didn’t practice had a 44 percent higher risk of heart disease that those who did.

Mehr: hier

Anekdote: Also sprach der Meister

In der ersten Auflage des Buches zur langen Form des Wu Tai Chi Chuan gibt es ein wirklich interessantes Zitat von Ma Jiangbao zum Erlernen der Tai Chi-Form. Zur Verwunderung vieler Schüler stand dort: “Ist der zweite Teil gut, kann auch der zweite Teil gut werden.”

Eine ganze Generation von Tai Chi-Schülern meditiert bestimmt noch heute über diesen Tai Chi-Koan. Was wollte Ma Jiangbao damit sagen?

Eigentlich schade, denn es handelt sich leider nur um einen Druckfehler, denn es sollte natürlich heißen: “Ist der erste Teil gut, kann auch der zweite Teil gut werden.”

Freitag, 18. Mai 2012

Buch: Der Fengshui-Detektiv

Sehr zu empfehlen - ein echter Kracher (in Englisch noch besser). Einfach zu komisch, was da so an interkulturellen Problemen und gleichzeitig an Fällen gelöst wird. Tiefe Einsichten in das west-östliche Leben und auch noch spannend serviert.

von Nury Vittachi

Zum Inhalt:
Nur aus Gefälligkeit nimmt der Fengshui-Meister C.F. Wong die siebzehnjährige Australierin Jo als Praktikantin in seinem Fengshui-Büro in Singapur. Aber dass Jo nicht mit ein wenig Ablage zufrieden zu stellen ist, damit hat er nicht gerechnet. Ebenso überraschend stellt sich heraus, dass bei seinen Aufträgen jeweils mehr hinter dem schlechten Fengshui steckt...


Trotz aller Missverständnisse werden die vorlaute Jo und der mürrische Wong ein unschlagbares Team. Mit britischem Humor, asiatischer Philosophie und gesundem Menschenverstand wenden die beiden auch noch das schlechteste Fengshui zum Guten.

Dienstag, 15. Mai 2012

Dienstag, 8. Mai 2012

Film: Needle Through Brick







Eine Dokumentation (50 Minuten in Englisch) über den Kampf des Überlebens traditioneller Künste in einer sich schnell verändernden modernen Welt am Beispiel chinesischer Kungfu-Meister in Borneo.

Montag, 7. Mai 2012

News: Feng Zhiqiang




Am 05/05/2012 ist Feng Zhiqiang der letzte Student von Chen Fake verstorben.

RIP

Sonntag, 6. Mai 2012

Diplomarbeit Tai Chi Chuan die Erste

Die Anwendbarkeit von Taijiquan, Qi Gong als Inhalt und Methode in der Sporttherapie. Wie lassen sich diese Bewegungsformen der Traditionellen Chinesischen Medizin in unser westliches Therapiekonzept einbetten?

Tim Zimmermann

Universität Leipzig

Sportwissenschaftliche Fakultät
Institut Rehabilitationsport, Sporttherapie und Behindertensport

Zusammenfassung:
Der Autor beschreibt in dieser Diplomarbeit die asiatischen Bewegungskünste Taijiquan und Qigong. Er zeigt dabei anhand der Literatur ihren philosophischen und medizinischen Hintergrund auf, in dem sie sich ursprünglich entwickelten. Im Anschluss daran wird die Übertragung von Taijiquan und Qigong über die Grenzen von China hinaus beschrieben. Neben den östlichen Theorien, werden weiterhin die westlichen Auffassungen der wissenschaftlichen Beschreibung des Bewegungsverhaltens sowie der Therapie aufgezeigt. Die östlichen Themengebiete werden in Bezug auf die Verbindungen mit westlichen Konzepten der Wissenschaft, Medizin, der Rehabilitation und der Sporttherapie im besonderen, untersucht.
Um diese Fragestellungen zu beantworten, schließt diese Diplomarbeit neben der Literaturarbeit Interviews mit Experten auf dem Gebiet des Taijiquan und Qigong mit ein. In einem weiteren Schritt beobachtete der Autor Taijiquan- und Qigong- Kurse, um die Relevanz der traditionellen chinesischen Hintergründe und die Art und weise ihrer Vermittlung in der Praxis aufzuzeigen.

Die ganze Arbeit als pdf lesen: hier

Donnerstag, 3. Mai 2012

Artikel: Taijiquan – Intelligenz in Bewegung

Taijiquan – Intelligenz in Bewegung

von Arno Matthias - mehr Info hier klicken

Als Anfänger des Taijiquan beginnt man mit dem Erlernen der Langsamen Form. Obwohl die Form aus einer Reihe von Kampfkunstbewegungen besteht, fordert Ma Jiangbao, dass man bei ihrer Übung nicht an die Anwendungen der Bewegungen denken soll. Aber gerade weil die Bewegungen aus der Kampfkunst stammen, sind sie von rationaler Intelligenz geprägt.
Erfährt man diese bewusst im Taijiquan, kann man sie auch in seinen Alltag mitnehmen. Einige Beispiele sollen im folgenden diskutiert werden:

- Die Belastung selbst bestimmen.
Solange bei Xu Bu die Knie nebeneinander sind, stehe ich richtig - wie tief ich stehe, also wie anstrengend es wird, bestimme ich allein. Auch bestimme ich die Lerngeschwindigkeit: wieviel Zeit gestatte ich mir, um eine bestimmte Bewegung/Sequenz/Form zu erlernen und wie präzise soll sie sein? Will ich zur Bewegung auch den deutschen und/oder chinesischen Namen lernen? Kulturelle und philosophische Hintergründe? Und so weiter. Die Kontrolle darüber, wieviel der von inneren und äußeren Einflüssen (hauptsächlich von anderen Menschen) uns „angebotenen“ Belastung (Stress, Druck) wir annehmen, liegt bei uns selbst. Diese Tatsache zu akzeptieren ist gesund, sie zu leugnen macht krank.

- Nicht mehr tun als nötig.
Zusätzliche Bewegungen einzufügen ist der häufigste Fehler beim Üben der Form, z.B. nach Yu Bei Shi (Vorbereitung) werden nicht nur die Hände waagerecht gehalten, sondern zusätzlich die Ellbogen zur Seite oder nach hinten oder die Arme nach vorne oder hinten oder die Schultern nach oben gezogen. Beispiele aus dem Alltag: Bei der Schreibtischarbeit (z.B. am Computer) werden zusätzlich die Schultern hochgezogen, die Stirn gerunzelt, die Zähne aufeinander gepresst und ähnliches. Dies alles ist zusätzliche, unnötige Arbeit.

- Nicht zuviel des Guten tun.
Ein ähnlicher Fehler liegt im Übertreiben von eigentlich richtigen Bewegungen: tief stehen, z.B. in Xu Bu, ist zwar gut, aber nicht so tief, dass die Knie nicht mehr nebeneinander sind. Bei Lan Que Wei (Spatzenschwanz) den Oberkörper nach rechts drehen, aber nicht weiter, als bis der rechte Arm geradeaus zeigt. Ebenso bei Bai He Liang Chi (Kranich) den Oberkörper nicht zu weit drehen usw. Aus dem Alltag kennen wir das Durchtreten des Bremspedals, obwohl das Auto längst steht, ebenso das Festklammern des Lenkrads über das erforderliche Maß hinaus uvm. In diese Kategorie fällt auch die sogenannte Überfürsorge mancher Eltern, das Versalzen von Speisen usw. Bei den Partnerübungen (Tui Shou) wird der Partner diesen Fehler sofort zu seinem Vorteil nutzen, denn „vis consili expers mole ruit sua.“ (Kraft ohne Weisheit stürzt durch die eigene Wucht.
Horaz)

- Die Schwerkraft respektieren.
Unveränderliches zu akzeptieren fällt Menschen merkwürdigerweise ungeheuer schwer. Wie leicht vergessen wir, dass die Erdanziehungskraft in jeder Sekunde des Lebens an uns zieht - und immer in dieselbe Richtung. Um Schäden an Knochen, Muskulatur und Nerven zu vermeiden, sollte der Schwerpunkt zu jeder Zeit innerhalb der Auflage- bzw. Standfläche sein. Als Beispiel aus der Form könnte jede beliebige Position dienen, herausgegriffen sei hier die Kopfhaltung: da der Kopf hinter seinem Schwerpunkt auf der Wirbelsäule ruht, darf man auf keinen Fall das Kinn nach vorne schieben oder den Kopf auch nur leicht in den Nacken legen! Scheitelpunkt nach oben, Kinn leicht zurück, Blick leicht abwärts! (vgl. hierzu das Themenheft „Taijiquan und Gesundheit“). Als Beispiel aus dem Alltag sei auf die Idee verwiesen, weder innerlich (Gedanken, Wollen) noch äußerlich gegen Dinge anzukämpfen, die wir gar nicht beeinflussen können. „Intelligenz ist die Fähigkeit, seine Umgebung zu akzeptieren.“ (William Faulkner). Denselben Gedanken hatte auch schon Cicero: "Legum servi sumus, ut liberi esse possimus." (wörtlich: Wir sind Sklaven der Gesetze, um frei sein zu können.)

- Fähigkeiten und Kräfte optimal einsetzen.
Bei Arbeit bzw. Belastung, die über das Balancieren des eigenen Gewichtes hinausgeht (schwergängige Tür, Getränkekiste, Umzug) sollte die Härte der Knochen genutzt werden. Bei Bewegungen wie Lou Xi Ao Bu (Schritte vorwärts), Dao Nian Hou (Schritte rückwärts) u.a. wird der Körper zwischen Gegner (vordere Hand) und Erdboden (hinterer Fuß) in der Weise ausgespannt, dass die Knochen dazwischen nur noch einigermaßen gerade gehalten werden müssen, um die Kraft der Beinstreckermuskeln optimal übertragen zu können. Daher Lasten eng am Körper tragen usw. Ein gutes Modell für dieses Prinzip ist ein Zollstock: wenn ich damit piken will, müssen seine Gelenke gerade stehen. Dan Bian (einzelne Peitsche) ist ein Beispiel dafür, dass in der Form Hände und Füße zu jeder Zeit miteinander verbunden sind. In der Position am Ende von Ti Shou Shang Shi (die Hand heben und nach vorne, Position vor Bai He Liang Chi) gibt es nur einen richtigen Ort für die obere Hand: dort wo der ganze Körper unter der von oben wirkenden Kraft steht. Jede kleine Abweichung führt zu einem Zusammenbruch der Statik. Warum sollte ich einen Schlag mit Muskelkraft blocken, wo der Oberarmknochen das viel besser kann? Dies kann aufgefasst werden als Sinnbild dafür, dass wir unsere Kräfte und Fähigkeiten an der richtigen Stelle und auf die richtige Weise benutzen sollten.

- Zusammen fertig!
Nur Kräfte, die gleichzeitig wirken, addieren sich in ihrer Wirkung. Wenn ich etwas Schweres schubsen will, aber erst die Beine, dann die Hüfte strecke, danach den Arm nach vorn bewege und anschließend den Ellbogen strecke, wirkt sich nur die (geringe) Kraft des Armstreckers aus. Eine Überlagerung und damit Addition der Kräfte erreiche ich nur durch korrektes Timing: Hand - Rumpf – Fuss – zusammen fertig. In der Form gibt es nur Ganzkörperbewegungen, bzw., da der Geist ja auch mitmacht, Ganzmenschbewegungen. Dieses Prinzip ist u.a. in der realistischen Selbstverteidigung (= der Gegner ist stärker) essentiell: die vielen Kräfte, über sie ich verfüge (Muskelkräfte, Willenskraft, Ausdauer, Mut, Verstandeskraft, Stimmkraft, Wissen, Vorstellungskraft, Kampfkraft usw.), müssen gleichzeitig wirken, da sie vereinzelt nicht ausreichen.

- Den richtigen Abstand selbst einstellen.
Im japanischen Karate gibt es den Fachbegriff ma-ai, die harmonische Entfernung, den richtigen Abstand. Bei der ersten Drehung nach rechts (zwischen Tai Ji Qi Shi und Lan Que Wei) ebenso wie bei der 90Grad-Drehung nach links (Lou Xi Ao Bu) dreht sich die Schulter von der Hand weg, die im Raum stehen bleibt, während der Arm sich streckt. Egal wie stark oder unbeweglich mein Gegenüber ist, ich kann den richtigen Abstand selbst bestimmen, indem ich mich bewege. Beispiel 1 aus der Selbstverteidigung: Der Gegner steht hinter mir und fasst meine Handgelenke. Ich gehe zurück, bis meine gestreckten Arme neben meinem Körper sind und gehe in die Knie („mache mich schwer“). Es würde mir nicht gelingen, den Gegner zu mir hin zu ziehen. Beispiel 2: der Gegner steht vor mir und erfasst mein Handgelenk. Ich lasse seinen Griff wo er ist, bewege mich um ihn herum auf den Angreifer zu und mache einen Gegenangriff. Verallgemeinert kann man sagen, dass man nicht reagieren, sondern selbst das Richtige tun sollte. Diese Idee wurde z.B. durch Mahatma Gandhi berühmt, der immer für die Freiheit Indiens, niemals gegen die britischen Besatzer kämpfte (er nannte das „satyagraha“ – die Kraft der Wahrheit).

- Immer üben.
Tai Chi ist nur gesund ist, wenn man es TUT, nicht wenn man es KANN. Viele Schüler, typische Mitteleuropäer, kommen mit dem Wunsch, "Tai Chi zu lernen". Nun besitzt die langsame Form aber die Klugheit, so dermaßen schwierig und detailreich zu sein, dass ein Leben nicht ausreicht, um sie perfekt zu erlernen. Gäbe es den „Nürnberger Trichter“ und wir beherrschten plötzlich jede Bewegung von jeder Form – unsere Gesundheit würde von diesem Wissen nicht profitieren, wir müssten immer noch aufstehen und ÜBEN. Der Ausdruck „Gong Fu“ (wörtlich übersetzt: „Arbeit“ und „Zeit“) meint dieselbe Idee, die Vergil vor mehr als 2000 Jahren niederschrieb: “labor vincit omnia improbus” – wer sich bemüht, überwindet alle Schwierigkeiten.

Montag, 30. April 2012

Das Besondere des Taijiquan


Von Ma Yueliang und Chen Zhenming

Aus dem Buch "Das Taijiquan des Wu Jianquan (1934)"

übersetzt von Martin Bödicker

Über die Namensgebung des Taijiquan ist man unterschiedlicher Meinung. Manche sagen: "Taijiquan ist sowohl eine Methode und Lehre der Selbstkultivierung, als auch ein Übung bei der man Ruhe in der Bewegung findet. Dies heißt, der Vereinigung von yin und yang zu folgen, was wiederum dem taiji entspricht. Taijiquan bedeutet, einer Methode und Lehre des Boxens zu folgen, die innen immer sammelt und außen ohne Form ist, wie das untrennbare yin-yang des taiji." Andere sagen: "Taijiquan hat diesen Namen, weil sich eine jede Bewegung an Kreisformen orientiert und der taiji-Grafik ähnelt. Daher heißt es Taiji." Beide Erklärungen sind wohlbegründet. Besonders die letzte Erklärung ist völlig hinreichend. Die Bewegungen des Taijiquan unterscheiden sich von der völligen Härte des Shaolinquan, denn ihr Herzstück sind Leere (xu), Ruhe (jing) und Natürlichkeit (ziran) und im Taijiquan gewinnt man durch Weichheit (rou). Als nächstes kommt eine genaue Analyse dieser Qualitäten.

1) Leer (xu) sein
Die Leere des Taijiquan hat nicht die Bedeutung der Nichtigkeit, sondern die des "nicht Substanz habens". Die Leere formt das Geistige. Das Geistige formt den menschlichen Geist (shen). Der Geist ist der Herrscher des Körpers und er ist von qi erfüllt. Natürlichkeit (ziran) in den Bewegungen führt zu Leichtigkeit und Gewandtheit.

2) Ruhig (jing) sein
Bei der Übung des Shaolinquan muss man extrem große Kraft verwenden. Das taugt nichts für den Menschen. Man kommt immer wieder außer Atem und am Ende ist man völlig erschöpft. Taijiquan ist nicht so. Mit seinen drei Aspekten des Körpers, des Herzens/Bewusstseins (xin) und der Vorstellungskraft (yi) versucht es die Kraft in der Ruhe zu finden. Je langsamer desto besser. Der Atem ist lang und das qi ist ins dantian gesunken. Dies ist ein Ausdruck der Ruhe des Körpers. Beim Üben muss alles in sich geschlossen sein. Ob Augen, Hände, Taille oder Füße, dies gilt von Kopf bis Fuß. Auch nicht das kleinste bißchen darf auseinandergehen. Dies ist der Ausdruck der Ruhe des Herzens/Bewusstseins (xin). Benutze die Vorstellungskraft (yi) und nicht die äußere Kraft. Wenn es eine Bewegung gibt, ist auch die Vorstellungskraft (yi) sogleich da. Das ist der Ausdruck der Ruhe der Vorstellungskraft (yi).

3) Natürlich (ziran) sein
Die Bewegungen des Taijiquan sind einfach ganz natürlich, wie die jin-Kraft reicht bis zum Scheitel, zurückgenommene Brust und gerader Rücken, entspannte Taille und gesenktes Becken, Schultern senken und Ellenbogen herabhängen lassen. Dies sind alles körperliche Aspekte. Sie sind vollkommen ungekünstelt und entsprechen unserem natürlichen Verhalten.

4) Weich (rou) sein
Beim Üben des Taijiquan ist es am wichtigsten, den Einsatz von Kraft zu vermeiden. Es ist von fundamentaler Bedeutung, dass der ganze Körper entspannt ist. Das qi und das Blut sind miteinander verbunden. Auf Dauer führt das natürliche Üben zur inneren jin-Kraft. Diese innere jin-Kraft ist sehr weich. Wenn man auf den Gegner trifft, wird man sich mit ihr unmissverständlich zur Wehr setzen, indem man der Kraft des Gegners elastisch folgt. So findet man in der Weichheit den Charakter der Härte. In den Klassikern heißt es dazu: "Höchste Weichheit führt zu höchster Härte."

Mittwoch, 25. April 2012

Yang Chengfu Poster

Neu im Angebot des Taijiquan Qigong Journals:
Das große Yang Chengfu Form Poster. Mehr Info: hier

Montag, 23. April 2012

German Taijiquan Open

In den beiden großen Familienstilen Chen und Yang gibt es
in den Handformen die meisten Anmeldungen. Und es gibt sehr viele verschiedene andere Stile zu sehen. Es wird abwechslungsreich und interessant werden. Mehr Info: hier

Sonntag, 22. April 2012

Offenes Pushhands-Treffen Hamburg

Am Sonntag, den 29.April findet das nächste Push-Hands-Treffen statt. Wie immer 14:00 bis 18:00 Uhr und ein Kostenbeitrag von 5,00 Euro Sollte die Wetterprognose falsch sein, was wir wohl alle hoffen, und es warm und trocken sein, findet freie Push-Hands-Treffen im August Lütgens Park statt. Info: hier

Donnerstag, 19. April 2012

Über Ausdauer sprechen

Xu Wen

Heft 20, S. 7 der Jianquan Taijiquan Association Shanghai

Übersetzt von Martin Bödicker


Ausdauer hat die Bedeutung von Beharrlichkeit. Das Fünf-Punkte-Motto Ma
Yueliangs wird durch die Beharrlichkeit abgeschlossen. Es sagt, beim Üben
von Taijiquan muss man sich neben den vier Punkten Ruhe, Leichtigkeit,
Langsamkeit und Genauigkeit auch noch an die Ausdauer halten. Nur so kann es
seine gebührliche Wirkung entfalten. Taijiquan ist kein Allheilmittel, dass
einmal angewendet, sofort wirkt. Taijiquan folgt den Gesetzen der Natur und
forscht nach dem Bewussten, sowie der angeborenen Wurzel der Bewegung. Die
grundlegende Fähigkeit der bewussten Bewegung ist dem Menschen angeboren,
aber "..." und in Folge dessen verliert man das Angeborene. So kann man bei
körperlichen Übungen seine ursprünglichen Fähigkeiten nicht dem vollen Maße
entwickeln, wie es eigentlich möglich gewesen wäre, oder schlimmer noch, es
können ungünstige Abweichungen entstehen. Beim Üben des Taijiquan durchläuft man subjektive Anstrengungen, aber es ist ein Prozess, der die objektive Welt verändert und bei dem man nach dem verlorenen Angeborenen sucht. Dieser Prozess ist langfristig und lebenslänglich angelegt. Daher sollte man die Bewegungen des Taijiquan zu einem nicht mehr wegdenkbaren Teil des täglichen Lebens machen, am besten eine Art Hauptgedanken, den man in allen Bewegungen verwirklicht, ob im Gehen, Stehen, Sitzen oder Liegen. Wenn man jedoch "einen Tag fleißig arbeitet, aber sich zehn Tage ausruht" übt man nicht nach der Forderung nach einem ernsthaftem Training wie in Ma Yueliangs Fünf-Punkte-Motto. Dies bedeutet auch, dass man Krankheiten nicht verhüten
und den Körper nicht stärken wird. Vom Ziel des Taijiquan, des langen Lebens und des ewigen Frühlings, kann so keine Rede sein.

Es ist ungewöhnlich, dass junge Leute anfangen, Taijiquan zu erlernen. Sie
können sich nicht unbedingt dieser Art der Bewegung anpassen oder finden sie
sogar langweilig. Daher sollte man zu Beginn ganz individuell für jeden
einzelnen einen Plan festlegen. Dabei ist es wesentlich, den Zeitrahmen und
die Lernmenge festzulegen. Dies muss bewusst geschehen. Aber man muss auch selber von ganzen Herzen dafür sorgen, dass man sich verbessert. Es ist wie bei der Kalligraphie: "Erst nach hundert Tagen Übung von Schriftzeichen zeigt sich Wirkung." Wenn man Taijiquan drei Monate geübt hat, kann man die ersten Effekte erkennen. Man kann sich z.B. vortrefflich fühlen, der Appetit ist gut, die Gliedmaßen sind gesund und nach längerer Zeit können chronische Krankheiten verbessert oder deren Ausbruch verhindert werden. Wenn man erst einmal auf den Geschmack gekommen ist, vergrößert dies die Zuversicht unddie Entschlossenheit Taijiquan zu üben.

Die Voraussetzungen der einzelnen Studenten sind nicht gleich. Damit müssen
sich auch der Charakter und das Maß an Anforderungen im Training
unterscheiden. Die alten Lehrer forderten, dass man in ca. drei Jahren die
Form zehntausendmal ganz üben sollte. Das zeigt, dass wenn man die Form nur
einmal am Tag ganz übt, es gerade reicht, sie aufrechtzuerhalten. Für einen
heutigen Menschen ist es sicherlich sehr schwer, die langsame Form zehnmal
am Tag durchzulaufen. Am besten wäre es, zweimal am Tag die Form
durchzulaufen, denn das erste Mal reicht nur zum aufwärmen. Dies ist auch deshalb wichtig, da die Ruhe nicht wie auf Knopfdruck zu erreichen ist. Erst beim zweiten mal kann "Mit dem Herz/Bewusstsein (xin) das qi leiten. Mit dem qi den Körper bewegen." erreicht werden, da man sich jetzt vom aufgeregten Gemüt gelöst hat. Körper und Geist stimmen sich aufeinander ab, was das Ergebnis noch größer macht. Wie in dem Satz: "Entspannung und Ruhe als Reaktion" fühlt man sich ganz wohl. Auch wenn man aufhören wollte, man kann es nicht mehr und man könnte mit einer dritten Runde fortsetzen. Wenn im Gegenteil dazu aber die Gedanken durch die alltägliche Routine zu sehr abgelenkt und nur schwer zu konzentrieren sind und man sich zum Taijiquan stark zwingen muss, dann sollte man das Training eine Weile ruhen lassen oder nach den ersten Unregelmäßigkeiten eine kleine Pause einlegen.

Das Taijiquan kann man in zwei große Teile unterteilen. Der eine Teil nennt
sich "Übung der Grundlage (ti)", oder auch "Übung des Kulturellen (wen)".
Die Übung des Kulturellen ist das hohe Können (gongfu) des Wissens von sich
selbst und die Übung der bewussten, ursprünglichen Fähigkeiten. Das
Durchlaufen der Form ist die Übung des Kulturellen. Dabei muss auch geübt
werden, das qi fließen zu lassen, auch wenn "Das qi durchdringt den Körper
ohne zu stocken" nicht einfach ist und es dazu bestimmt zwei bis drei Jahre
Arbeit bedarf. Der zweite Teil ist das Pushhands. Pushhands ist die "Übung
der Anwendung (yong)", auch genannt die "Übung des Kämpferischen (wu)". Es
ist das hohe Können, wie man gegen jemand anderen vorgeht. Hierzu muss man
die Stufe des jin-Kraft Verstehens (dongjin) erreichen, was auch nicht
einfach ist und nur nach längerer Zeit möglich gelingt. Nur wenn man längere
Zeit ein wirkliches Training durchlaufen hat, kann man Schritt für Schritt
durch die Praxis Tiefe erreichen. Sind aber diese Bedingungen vorhanden
stellt sich auch Erfolg ein. Aber, ganz gleich ob man die Grundlage oder die
Anwendung übt, wenn man diesen Weg geht, ist die Ausdauer auf jeden Fall der
wichtigste Punkt.

Mittwoch, 18. April 2012

Montag, 16. April 2012

Texte von Chen Xin


Chen Xin (Chen Pinsan) 1849 - 1929 Onkel von Chen Mingbiao verfasste ein bis heute wichtiges Chen Stil Taijiquan Buch vermutlich in Chenjiagou. Hier finden Sie von Ulrich Meinel übersetzte Auszüge aus diesem Buch.

Samstag, 14. April 2012

Quo vadis Wudang?

Interview mit zwei prominenten Daoisten

Anläßlich der 4. Deutschen Qigong-Tage 2000 waren der Abt des Wudang-Tempels(Tempel des Purpurnen Feuerhimmels) und Präsident der daoistischen Gesellschaft Chinas, Wang Guangde (Mitte) und der ehemalige Leiter der Zhanfeng-Wudangschule Tian Liyang erstmals zu Gast in Deutschland. Paul Shoju Schwerdt als Vertreter des Wushan nahm die seltene Gelegenheit wahr mehr über den Wudang und seine Künste zu erfahren und interviewte für die Leser des WUSHAN-Magazins und des Taijiquan- und Qigong-Journals die beiden Wudang-Meister.

Wushan: Hierzulande kennt man - wenn überhaupt - allenfalls den Begriff Daoismus. Vom Buddhismus wissen wir mittlerweile dass es mehrere Schulen/Richtungen gibt. Wie ist es im Daojia?

WGD: Es gibt zwei große Schulen. Die eine besteht seit 800 Jahren und heißt "Die Schule der Vollkommenen Wahrheit". Ihr Ziel ist die gleichzeitige Kultivierung der inneren Wesensnatur und Lebenskraft. Ihre Tradition ist streng. Angehörige gründen keine Familien, heiraten nicht.
Dann gibt es die "Schule des wahren Einen", die dem ursprünglichen Daoismus entspricht. In dieser Schule arbeitet man neben der Kultivierung des Lebens z.B. auch mit Talismanen, welche zum Zwecke der Heilung einer Krankheit aufgemalt werden, verbrannt und in Wasser gelöst als Medizin getrunken werden. Das Schaffen eines solchen Talismanes erfordert eine große Konzentrationstiefe.

Wushan: Zu welcher Linie gehören Sie?

WGD: Wir gehören beide der "Schule des wahren Einen", dem "zheng yi pai" an. Diese Schule ist die älteste daoistische Schule Chinas.

Wushan: "Im Laufe der Zeiten hat die Tradition des Wudang sicherlich viele Entwicklungen durchlaufen. Können Sie uns etwas über diese Entwicklung und den heutigen Stand der daoistischen Tempel auf dem Wudang berichten?"

Mehr lesen: hier

Über die jin-Kraft des Taijiquan

Von Ma Hailong, übersetzt von Dr. Lukas Kasenda

Im alltäglichen Chinesisch steht jin für Kraft und Stärke. Als Ausdruck in der Theorie des Taijiquan enthält dieser Begriff jedoch zwei Aspekte, nämlich den des Verständnisses für innere Arbeit und den der Kraft. Diese beiden Aspekte hängen eng miteinander zusammen und können demnach nicht getrennt betrachtet werden. Unter dem Aspekt des Verständnisses für innere Arbeit ist jin als "Verstehen der jin-Kraft (dongjin)" und "Sammeln der jin-Kraft (xujin)" zu verstehen. Unter dem Aspekt der Kraft ist jin als peng, lü, ji, an, cai, lie, zhou und kao zu verstehen, den vier Geraden und Diagonalen des bagua. Die Art der Beziehung dieser beiden Aspekte ist Grundlage (ti) und Anwendung (yong). Im folgenden sollen nun einige Beispiele zur jin-Kraft erläutert werden.

1) Verstehen der jin-Kraft (dongjin)

Im "Klassiker des Taijiquan (Taijiquan jing)" heißt es: "Durch Erlernen und ständiges Üben der Techniken wird man nach und nach das Verstehen der jin-Kraft erlangen. Dem Verständnis der jin-Kraft folgt allmählich die Erleuchtung. Ohne beharrliche Anstrengung kann man aber nicht zur plötzlichen Einsicht gelangen." (vgl. Taijiquan-Lilun 2)

Die Fähigkeit des Verstehens der jin-Kraft beschränkt sich nicht nur auf die Hände und Arme, sondern auf den ganzen Körper. Um das zu erreichen ist es wichtig, dass das qi im ganzen Körper ungehindert fließen kann: "Leite das qi, wie durch eine neunfach gewundene Perle, wobei auch die kleinste Stelle durchdrungen wird." Der Schlüssel, um diesen Zustand zu erreichen, liegt in der Haltung. Eine aufrechte Wirbelsäule, Schulter und Nacken locker, der Kopf, als wenn er an einen Faden aufgehängt sei, das Kinn leicht zur Brust eingezogen und den Atem ins dantian sinken lassen. Bei den Partnerübungen ist es sehr wichtig, dem Gegner keine Kraft entgegenzusetzen, da es sonst zur doppelten Schwere (shuangzhong) kommt.
Dieser Zustand bedeutet Stillstand, was dem Fließen widerspricht.

2) Sammeln der jin-Kraft (xujin)

Xu bedeutet soviel wie sammeln oder sparen. Die Bedeutung von xujin liegt demnach in der Vorstellung von gesammelter oder verborgener jin-Kraft. In den "Mentalen Erklärungen zum Ausführen der 13 Grundbewegungen (Shisanshi xinggong xonjie)" heißt es. "Jin-Kraft sammeln (xujin), wie man einen Bogen spannt, jin-Kraft abgeben (fajin), wie das Abschießen des Pfeils." (vgl. Taijiquan-Lilun 4) Nach der Biegung (Ableiten, Ausweichen) kommt die Gerade (Angriff). Erst (gegnerische) Kraft aufnehmen und dann zurückschlagen. Demzufolge ist xujin grundlegend für die Anwendung der acht Handtechniken peng, lü, ji, an, cai, lie, zhou und kao.

3) Anwenden der jin-Kraft (yunjin)

Yunjin bedeutet soviel wie Bewegung bzw. Anwendung der jin-Kraft. Ein bekanntes Zitat aus der Taijiquan-Literatur heißt: "Yun jin ru bai lian gang." Es besagt, dass jin-Kraft zwar weicher Natur ist, doch durch unermüdliches Training und richtiger Anwendung in der Lage ist, jegliche Härte zu durchdringen. Dabei ist zu beachten, dass die jin-Kraft sehr exakt benutzt wird.
Bildlich zu vergleichen mit dem Ziehen von Seide aus einem Kokon. Yunjin kann noch in folgende Punkte unterteilt werde:

a) jin-Kraft neutralisieren (huajin)

Hua bedeutet neutralisieren. Huajin ist also als Kraftneutralisation zu verstehen. Huajin beruht auf Weichheit, um die gegnerische Kraft zu neutralisieren. Es handelt sich allerdings hierbei nicht um eine reine Verteidigung, sondern auch um die Absicht, den Schwerpunkt des Gegners in eine für ihn ungünstige Lage zu bringen. Dies ist der Moment, um anzugreifen. Dies bedeutet, dass man aus der scheinbaren Passivität des Nachgebens im Grunde genommen sehr aktiv orientiert ist. Ein Zitat aus dem "Klassiker des Taijiquan" beschreibt es so: "Der andere ist hart, ich bin weich - das nennt man mitgehen. Ich gehe mit, er macht das Gegenteil - das nennt man Kleben. Ist eine Bewegung schnell, dann antwortet man schnell.
Ist eine Bewegung langsam, dann antwortet man langsam. Auch wenn die Wandlungen zahllos sind, das Prinzip bleibt unveränderlich." (vgl. Taijiquan-Lilun 2)

b) jin-Kraft abgeben (fajin)

Die Bedeutung von fa liegt in "aus etwas herauskommen". Fajin ist demnach als angreifende jin-Kraft zu verstehen. Während des Angriffs sind Lockerheit und ein stabiler Schwerpunkt fundamental. Wie oben erwähnt, wird diese angreifende Kraft dann benutzt, wenn der Gegner sich im Ungleichgewicht befindet.
Wichtig dabei ist die genau Dosierung und die Richtung der Kraft. Neben den geraden Angriffen auf den gegnerischen Mittelpunkt gibt es auch Drehkräfte von oben, unten, links und rechts.
Im "Lied der schlagenden Hände (Dashouge)" heißt es: "Kleben, verbinden, anhaften, folgen, ohne den Kontakt zu verlieren oder dagegenzuhalten." (Taijiquan-Lilun 1)

Mittwoch, 4. April 2012

Das Leben verlängern. Die Jahre ausdehnen. Ewiger Frühling.

Von Jiang Changfeng, aufgeschrieben von Ma Zhenfu
Aus dem Vereinsmagazin Nr. 4, S. 11 der Jianquan Taijiquan Association Shanghai vom 15.1.1982

Das im In- und Ausland bekannte Taijiquan ist zusammengefasst eine herausragende Entwicklung aus den chinesischen Kampfkünsten, den Atemübungen, der Lehre des daoyin (die Lehre vom führen und leiten) und anderen Techniken. Schon im „Lied der 13 Grundbewegungen (Shisanshi gejue, siehe Taijiquan Lilun 2)“ wird auf folgendes hingewiesen: „Mache Dir bewusst, worin letztlich die Absicht besteht. Das Leben verlängern. Die Jahre ausdehnen. Ewiger Frühling.“

Das leitet uns von der Kampfkunst zum Ziel der Gesundheitspflege. Warum soll man Taijiquan üben? Doch letztlich wohl um Gesundheit und ein langes Leben zu erreichen. Das ist ein entscheidendes Merkmal des Taijiquan. Es bringt uns dazu, nach folgendem zu streben: Ein ruhiges Herz/Bewusstsein (xin) und den Gebrauch der Vorstellungskraft (yi). Die Bewegungen sind langsam und entspannt. Der ganze Körper ist in Harmonie. Innen und Außen sind vereint. So bildet sich eine umfassende Trainingsmethode. Diese stimmt genau mit den Vorstellungen der chinesischen Medizin überein. Bei der Vorbeugung von Krankheiten, der Stärkung der Körperkonstitution und der Verlängerung des Lebens spielt Taijiquan eine positive Rolle. Wenn die Anderen sie im hohen Alter um Ihre Jugendfrische beneiden sollen, denken Sie daran, dies ist keinesfalls leicht zu erreichen. Man muss sich lange Zeit einem hartem Training mit vielen Windungen und Wendungen unterziehen, um den Gipfel zu erklimmen. Ich übe jetzt seit einigen Jahrzehnten Taijiquan und habe bezüglich dieses Themas ein wenig Erfahrung. Daher möchte ich hier einige unvollkommene Ansichten besprechen, um mit ein paar dahin geworfenen Bemerkungen eine fruchtbare Diskussion anzuregen.


Wenn man Taijiquan zu erlernen beginnt, muss man zuerst nach einem ein guter Lehrer und hilfsbereiten Freunden suchen. Dann muss man die Stellungen der Form üben, bis sie fehlerfrei sind. Man muss aber unter allen Umständen vermeiden, dies nach einer begrenzten Zeit zu beenden, denn sonst macht man den Umweg des „das leichte Lernen verwandelt sich in schweres Lernen“. Gleichzeitig muss man an den Kernpunkten des Taijiquan arbeiten, z.B. die Gedanken sind gesammelt, das qi ins dantian sinken lassen (qichen dantian), aufrechter Kopf und leerer Nacken (xuling dingjin), Schultern senken und Ellenbogen hängen lassen (zhuizhou chenjian) usw. Früher oder später kann man das dann auch in alltäglichen Bewegungen verwirklichen. Man kann im Gehen, Stehen, Sitzen und Liegen üben. Dabei bewahrt man stets die eigene Zentriertheit, korrekte Haltung und Ruhe und Entspannung. Diese kraftvolle Haltung unserer Kampfkunstvorfahren steckt voller Vitalität. Zusammengefasst ist der Rumpf so gerade, wie wenn man sagt. „Sich respektvoll halten und würdevoll sitzen.“ Dies ist das gute Vorbild für unser Üben.


Auf der Grundlage einer guten Taijiquan-Form ist der nächste Schritt in der Entwicklung das Pushhands. Die Form ist die Grundlage (ti) und das Können (gongfu) der Kenntnis von sich selbst. Das Pushhands ist die Anwendung (yong) und die Kenntnis vom Anderen (bezüglich ti und yong siehe Taijiquan Lilun 3). Dies beides ist miteinander verbunden und mit beiden gemeinsam kann man eine noch größere Gesundheitswirkung erzielen. Es gibt Leute, die verstehen Pushhands nur als eine Kampfkunst, mit der man sich mühelos wehren kann. Dies muss nicht so sein. Wie oben gesagt, kann sich das letzte Ziel des Taijiquan von „den Anderen schlagen“ zu „ein langes Leben erreichen“ verschieben. Dies kann letztlich nur in Erfüllung gehen, wenn beim Pushhands beide Seiten mit „Freundschaft ist das Wichtigste – weiches Neutralisieren herrscht vor“ üben. Dadurch kann nicht nur gegenseitiger Meinungsaustausch zur Kampfkunst erreicht werden, sondern es kann auch faszinierend und fesselnd sein und das Interesse steigern.


Zusammengefasst erfährt man durch Taijiquan Gesundheit und ein langes Leben. Am wichtigsten ist es, an gewissenhafter Praxis festzuhalten. Aber es ist auch wichtig, diese eng mit den Studien zur Theorie (lilun) zu verbinden, denn aus der sinnlichen Erfahrung kann man unaufhörlich eine Vertiefung der rationalen Erkenntnis erreichen. Die alten Klassiker des Taijiquan stammen aus der jahrzehntelangen praktischen Erfahrung großer Meister. Sie sind sehr gehaltvoll und nehmen Bezug auf die klassische Philosophie, die „Erklärung des taiji-Diagramms“ (siehe Taijiquan Lilun 1), die Lehre von yin und yang (siehe Taijiquan Lilun 2), die chinesische Medizin, die „Kunst des Krieges“ von Sunzi u.v.a. Darunter gibt es auch Thesen aus der modernen Wissenschaft, wie der Dialektik, Mechanik, Physiologie und Gesundheitspflege u.v.a. die zu gleichen Ergebnissen kommen. Während wir die Tradition pflegen und das Taijiquan üben, nehmen wir seine Essenz auf. Die Wissenschaft kann die Trainingsmethoden des Taijiquan verbessern, den Gesundheitseffekt erhöhen und neue Wege des Fortschritts hervorbringen.